Fr., 08.01.2016

Gericht bestraft halsbrecherische Motorradfahrt Ins Unglück gerast

 

  Foto: dpa

Lengerich/Tecklenburg - 

Mit einer halsbrecherischen Motorradfahrt hat sich am Freitag das Amtsgericht Tecklenburg befasst. Im Juli 2015 hatte ein 22-Jähriger in Lengerich versucht, der Polizei zu entwischen – und einen schweren Unfall verursacht.

Von Dietlind Ellerich

Eine Geldstrafe von 2800 Euro und eine Führerscheinsperre von eineinhalb Jahren sind der Preis, den ein 22-Jähriger für eine Tat zahlen muss, die sein Verteidiger als „die größte Dummheit“ im Leben seines Mandanten bezeichnete.

Der Mann aus dem Landkreis Oldenburg räumte am Freitag vor dem Amtsgericht Tecklenburg ein, im Juli 2015 auf der Lienener Straße in Lengerich einen gefährlichen Überholvorgang begonnen zu haben, um einer polizeilichen Kontrolle zu entgehen. Das Manöver endete im Heck eines Kombis. Der Angeklagte trug bei dem Unfall schwere Verletzungen davon und wird seinen erlernten Beruf als Mechatroniker voraussichtlich nicht mehr ausüben können.

Verletzt wurden auch die Pkw-Fahrerin und deren hochschwangere Tochter. Die zweijährige Enkelin auf dem Rücksitz blieb ebenso unverletzt wie das ungeborene Kind, das wenige Wochen später gesund das Licht der Welt erblickte.

Es sei nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass nicht mehr passiert sei, darin waren sich Staatsanwaltschaft und Gericht nach der Beweisaufnahme und den Aussagen mehrerer Zeugen einig.

Der Polizeibeamte, der die beiden Motorradfahrer – der Angeklagte war gemeinsam mit einem Freund auf Tour – angehalten hatte, um sie wegen überhöhter Geschwindigkeit zur Rede zu stellen, erinnerte sich an die rasante Flucht der beiden, wobei er vermutete, der Angeklagte habe sich wohl von seinem Kumpel mitreißen lassen.

Die anderen Zeugen hatten das folgende Überholmanöver, das bei Gegenverkehr mit höllischem Lärm und sehr hoher Geschwindigkeit erfolgte, mit großem Schrecken beobachtet. „Scheiße, das schafft er nicht mehr“, habe sie gedacht, erzählte eine Frau von dem riskanten Fahrmanöver. Sie hatte im zweiten Fahrzeug hinter dem Unfallwagen einen guten Blick auf das Geschehen.

In den Augen der in das Unglück verwickelten Pkw-Fahrerin waren die Zweiradfahrer wie aus dem Nichts plötzlich aufgetaucht. Während dem ersten der Überholvorgang noch gelang, krachte der zweite in ihr Auto.

Dass das Verhalten des Angeklagten grob verkehrswidrig und rücksichtslos gewesen sei, liege auf der Hand, befand das Gericht. Für diese vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung erhielt der 22-Jährige nun die Quittung. „Der Vorgang war beabsichtigt, Sie wollten Reißaus nehmen und dachten, es werde schon irgendwie gutgehen“, sagte der Richter.

Und mit Blick auf erhebliche Verletzungen, die der junge Mann bereits vor gut zwei Jahren bei einem Motorradunfall davongetragen hatte, stellte er fest: „Da kann man nur mit dem Kopf schütteln.“ Auch wenn er nicht wisse, wer damals schuld gewesen sei, könne man davon ausgehen, dass man dann vorsichtiger fahre, betonte der Richter, der diese Bemerkung ausdrücklich als privat verstanden wissen wollte.

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