Mi., 20.01.2016

Info-Abend bei Dyckerhoff Was kommt am Ende heraus?

Die Firma Dyckerhoff will in der Zementproduktion den Anteil von Sekundärbrennstoffen auf 100 Prozent ausdehnen.

Die Firma Dyckerhoff will in der Zementproduktion den Anteil von Sekundärbrennstoffen auf 100 Prozent ausdehnen. Foto: -bn-

Lengerich - 

Die geplante Erhöhung des Einsatzes von Sekundärbrennstoffen bei Dyckerhoff ist ein heißes Eisen. Das wurde spätestens am Montagabend klar. Rund 150 Bürger folgten der Einladung des Unternehmens, sich zu informieren.

Von Michael Baar

Nach zweieinhalb Stunden sind zwei Stellwände vollgepappt mit kleinen Zetteln, auf denen Fragen stehen. Etliche Antworten sind schon gegeben worden. einige sind ausgeblieben. „Fragen und Antworten werden dokumentiert, auf Wunsch gibt´s ein Protokoll des Abends“, hat Dr. Frank Claus zu Beginn versprochen.

Zwei Monate hat er sich mit seinem Team auf diesen Abend vorbereitet. Gespräche mit den Verantwortlichen von Dyckerhoff hat er geführt, mit den Bürgermeistern von Lengerich, Lienen und Hagen sowie mit Vertretern der Bürgerinitiative (BI) Pro Teuto. Alles zum Thema geplante Erhöhung des Einsatzes von Sekundärbrennstoffen auf 100 Prozent in den Drehöfen 4 und 8 im Werk Lengerich sowie Änderung der Schwermetallgehalte im Eisenoxidträger.

Nach detaillierter Erläuterung des Vorhabens hat die BI das Wort. Deren Sprecherin Sigrid Elling-Augé kritisiert, dass Pro Teuto keinen Einfluss auf Gestaltung, Ort und Dokumentation des Abends gehabt habe und deshalb von einem Dialog keine Rede sein könne. Die kleinen Beutel mit Fluff würden Harmlosigkeit des Inhalts signalisieren, „aber da ist viel Abfall drin“. Das gelte auch für Lösemittel mit Inhaltsstoffen, die „laut Gesetzgeber gefährlich“ sind.

Sigrid Elling-Augé weist darauf hin, dass eine Genehmigung für Sekundärbrennstoffe den Weg frei machen würde für den Einsatz anderen Brennmaterials als Fluff. „Bitte machen Sie sich klar, dass eine einmal erteilte Genehmigung nicht zurückzuholen ist.“

Kritik übt sie an der Koppelung des Einsatzes einer neuen Filteranlage an die Sekundärbrennstoff-Genehmigung. „Dafür gibt es keinen sachlichen Grund“, stellt sie fest. Zudem plädiert sie für getrennte Verfahren für die beiden Drehöfen 4 und 8.

Bernward Goedecke, Leiter Produktion und Technik des Dyckerhoff-Konzerns, bewertet die Filterfrage anders. Tuchfilter statt Elektrostatischer Gasreinigung (EGR) senke die Staubbelastung und erfülle vorzeitig die ab 2019 geltenden Grenzewerte der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung. Mit einer EGR sei das auch möglich, allerdings seien Tuchfilter kostengünstiger und weniger störanfällig.

Bei der ersten Fragerunde – „Welche halogenhaltigen Lösungsmittel sind im Einsatz?“ und „Kann statt Kiesbrand Alteisen eingesetzt werden?“ – bleiben Antworten von Dyckerhoff-Seite aus. Was im Fluff (Sekundärbrennstoff) drin ist, hat Dr. Michael Rossmanith schnell beantwortet: „Wir haben das 1:1 aus der Vorgabe des Landes abgeschrieben.“

Diskussion gibt´s um die Schwermetalle und die Emissionswerte. Die elektronische Fernüberwachung leitet Halb-Stunden-Mittelwerte und einen Tagesmittelwert an die Bezirksregierung. Am Leitstand im Werk werde sekundengenau gemessen, so Umwelt- und Immissionsschutzbeauftragte Steffi Fischer. Grundsätzlich spreche nichts dagegen, diese Werte offenzulegen.

Am Ende der Veranstaltung hat Moderator Frank Claus das Gefühl, ein Anfang, miteinander zu reden, sei gemacht. Dem Unternehmen rät er, „sie haben nichts zu verbergen, zeigen sie es“. Sein Tipp an die Besucher: „Nutzen sie die Möglichkeit der Besichtigung am Samstag.“ Von 10 bis 13 Uhr stehen dann die Tore an der Lienener Straße offen.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

Mehr zum Thema

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3748573?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F