Di., 26.01.2016

Erstunterkunft für Flüchtlinge Luft für die Stadt

Erneute Verlängerung: Jetzt heißt es, dass die Erstunterkunft für Flüchtlinge im Gebäudes des Berufskollegs bis Ende Juni betrieben wird.

Erneute Verlängerung: Jetzt heißt es, dass die Erstunterkunft für Flüchtlinge im Gebäudes des Berufskollegs bis Ende Juni betrieben wird. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Lengerich - 

Erst vor einigen Tagen hat die Stadtverwaltung skizziert, wie sich die Flüchtlingssituation in den kommenden Monaten in Lengerich entwickeln könnte. Nun kann ein wenig durchgeatmet werden – weil die Erstunterkunft zumindest noch bis Ende Juni betrieben wird.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Die Nachricht, dass die Erstunterkunft für Flüchtlinge im Berufskolleg mindestens bis Ende Juni weiter betrieben wird (WN, 23. Januar), nimmt Druck von der Stadtverwaltung. Wie der Beigeordnete Frank Lammert berichtet, war die Bezirksregierung bereits um den Jahreswechsel herum angeschrieben worden. Als wesentliche Botschaft enthielt der Brief den Wunsch nach der Fortführung der Einrichtung.

Untermauert wurde die Bitte nach den Worten des Beigeordneten mit der Schilderung der möglichen Folgen einer Schließung. Zusätzlich zu den rund 35 Flüchtlingen, die der Stadt nun monatlich zugewiesen werden, hätten innerhalb von fünf Monaten noch einmal weitere 350 Personen in städtischen Unterkünften untergebracht werden müssen. Das ist die Zahl an Menschen, die aktuell im Berufskolleg an der Schulstraße versorgt wird. Ein solches Szenario, so Lammert, hätte möglicherweise Akzeptanz- und Integrations-Probleme nach sich gezogen. „Dann würde es hier in Lengerich knirschen.“

Aufgeschoben ist indes nicht aufgehoben. Was die Stadt nun gewinnt, ist vor allem Zeit. Zeit, um für Wohnraum zu sorgen, Zeit, um Strukturen in der Flüchtlingshilfe aufzubauen. Welches Ausmaß das annehmen könnte, war in der vorletzten Woche erst im Sozialausschuss deutlich geworden. Vor allem die Suche nach entsprechenden Immobilien scheint für die Verwaltung zu einer Herausforderung zu werden – ganz abgesehen von den finanziellen Belastungen, die nur zum Teil von Bund und Land aufgefangen werden.

Grundsätzlich geht Lammert davon aus, dass die Stimmung in der Bevölkerung nicht mehr ganz so positiv ist wie noch vor einigen Monaten. Dass sich viele ehrenamtlich engagieren möchten, zeigt seiner Einschätzung zufolge aber die nach wie vor vorhandene Bereitschaft zu helfen. Allerdings werde dabei durchaus differenziert zwischen jenen Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien oder Irak kommen, und jenen, die offenbar vor allem aus wirtschaftlichen Motiven in die Bundesrepublik kommen.

Die Flüchtlingserstunterkunft ist Anfang März 2015 in Betrieb genommen worden. Seinerzeit waren es vor allem Menschen vom Balkan, die dort aufgenommen wurden. Die Kapazität lag zum Start bei 150 Menschen. Zunächst hieß es, sie solle bis Ende Juni 2015 in Betrieb sein. Dann wurde angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen die Kapazität auf 350 erhöht und der Betrieb zunächst bis Ende 2015, später bis März 2016 verlängert. Da das Land zuletzt angekündigt hatte, bei den Erstunterkünften auf größere Einrichtungen mit Kapazitäten ab 1000 Menschen setzen zu wollen, deutete vieles darauf hin, dass es diesmal keine Verlängerung mehr geben würde.

Betreut werden die Flüchtlinge von Mitarbeitern des DRK-Kreisverbandes Tecklenburger Land. Zur Verfügung gestellt wird die Unterkunft vom Kreis Steinfurt.

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