So., 31.01.2016

Chor „Gregorianika“ tritt in der Gempt-Halle auf Eine Mischung aus Klassik und Moderne

Mit der Kraft ihrer Stimmen begeisterten die Sänger von „Gregorianika“ die Zuhörer in der Gempt-Halle.

Mit der Kraft ihrer Stimmen begeisterten die Sänger von „Gregorianika“ die Zuhörer in der Gempt-Halle. Foto: Jendrik Peters

Lengerich - 

Das gregorianische Gesänge keineswegs mittelalterlich sein müssen, dafür hat das Ensemble „Gregorianika“ in der Gempt-Halle den Beweis angetreten.

Von Jendrik Peters

Wenn das Licht im Hallenschiff eins der Gempt-Halle gelöscht wird, wissen die Gäste spätestens dann, dass der Beginn des Konzertes kurz bevor steht. Dass die erwarteten Töne jedoch erst nicht von der Bühne kommen, sondern sich aus dem Hintergrund der Halle nähern, überrascht doch so manchen Zuhörer, der am Freitagabend ein Ticket für den Chor „Gregorianika“ ergattert hatte.

Mit einem gefühlvollen „Kyrie Eleison“, das von den sieben als Mönche verkleideten Sängern zugleich zum Einsingen genutzt wurde, eroberten die Musiker das Hallenschiff und legten den Grundstein für ein Konzert, das am Ende starke 25 Lieder umfassen sollte.

Der Fokus lag dabei weniger auf der Moderation, die von Chorleiter Oleksiy Semenchuk eher sporadisch vorgenommen wurde. Vielmehr sollten die rund 100 Gäste ein Gefühl für traditionelle und moderne gregorianische Musik bekommen. „Pater Noster“ ist ein gutes Beispiel, das verdeutlicht, wie biblische Texte und Gebete im 14. und 15. Jahrhundert musikalisch umgesetzt wurden. Im ursprünglichen Sinne wird unter einem gregorianischen Choral der einstimmige, ursprünglich unbegleitete liturgische Gesang der römisch-katholischen Kirche in lateinischer Sprache verstanden. Als „gesungenes Wort Gottes“ ist er ein wesentlicher Bestandteil der liturgischen Handlung und drückt den Glauben der Singenden, aber auch der Zuhörer aus.

Tatsächlich scheinen die sieben Musiker, die sich im Jahr 2002 während des Studiums in der Ukraine kennenlernten, ihre Botschaft authentisch vermitteln zu können. Das Publikum war immer wieder dabei zu beobachten, wie es andächtig in Gedanken schwelgte und sich von den mehrstimmigen Tönen der Mönche berieseln ließ, wenngleich der Applaus durchweg eher verhalten war.

Sehr zur Freude der Klassik-Fans fand das bekannte „Ave Maria“ Platz im Programm von „Gregorianika“, ebenso das „Ave Verum.“ Ein augenscheinlich persönliches Lieblingsstück der Musiker ist „Ora et Labora“ (Bete und Arbeite), bei dem Maksym Shpynda solistisch brillierte.

Dabei wird auf spektakuläre Lichteffekte verzichtet, um die Stimmgewalt der Sänger nicht zu stören. Die schlichte Präsentation des Repertoires unterstreicht den gefühlvollen Klang von „Gregorianika“. Einzelne Stücke werden mit Querflöte oder Melodica begleitet. Mit einem ukrainischen Volkslied „Herr deine Kraft“ beendeten die Mönche einen langen Konzertabend und entließen die Gäste in eine mystische Nacht.

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