Di., 02.02.2016

Caucasian Chamber Orchestra in der Gempt-Halle Musik als Friedensinitiative

„Kaukasus pur“ verspricht das Plakat für das Konzert am 9. März in der Gempt-Halle. Den Auftritt von Uwe Berkemer (2. von rechts) und seinem Orchester ermöglichen Sigrid Hufnagel (rechts) vom Förderverein des Ensembles sowie Kris Steinbeck von der Stiftung für Bildung, Kunst und Kultur in Lengerich und Ulrich Netkowski.

„Kaukasus pur“ verspricht das Plakat für das Konzert am 9. März in der Gempt-Halle. Den Auftritt von Uwe Berkemer (2. von rechts) und seinem Orchester ermöglichen Sigrid Hufnagel (rechts) vom Förderverein des Ensembles sowie Kris Steinbeck von der Stiftung für Bildung, Kunst und Kultur in Lengerich und Ulrich Netkowski. Foto: Michael Baar

Lengerich - 

Ein ungewöhnliches Ensemble macht am 9. März Station in Lengerich. Das Caucasian Chamber Orchestra gibt in der Gempt-Halle ein Schüler- und ein Abendkonzert.

Von Michael Baar

Er hat in der Wiener Hofburg gespielt. Das Publikum hat Uwe Berkemer und seinem Orchester im Invalidendom in Paris gelauscht. Jetzt wird das Caucasian Chamber Orchestra in Lengerich aufspielen. Am Mittwoch, 9. März, um 19 Uhr erklingen die ersten Töne zu „Kaukasus pur“.

Wer die Geschichte des Orchesters beschreiben will, muss die Geschichte von Uwe Berkemer erzählen. Der Pianist, Dirigent und Komponist lebt in der Nähe von Frankfurt am Main. 1999 oder 2000, so genau weiß er es nicht mehr, wird er nach Georgien eingeladen. Dort soll er in der Hauptstadt Tiflis das Staatsorchester dirigieren.

„So eine Einladung lehnt man nicht ab“, erzählt er im Gespräch mit den WN. Was wohl fatal gewesen wäre. In Tiflis lernt er seine Frau kenne. Die spielt als Geigerin im Orchester mit und folgt ihm nach Deutschland. Fünf Jahre später zieht das Paar nach Tiflis.

Uwe Berkemer gründet das Caucasian Chamber Orchestra mit den „unglaublich musikalischen Menschen“ die dort leben. „Das liegt denen im Blut“, vermutet er. Die „hervorragende Ausbildung“ zu Zeiten der ehemaligen UdSSR habe wohl auch dazu beigetragen.

Sein Ensemble sieht er schon bei der Gründung als Friedensangebot an die vielen Ethnien in der Region. „Musiker aller Nationen, spielt miteinander“, fasst er sein Anliegen in fünf Worten zusammen. Der Erfolg stellt sich ein. Auftritte in Wien, Paris, im Europa-Parlament, in Verona – alles endet auf einen Schlag mit Ausbruch des russisch-georgischen Krieges im August 2008.

„Ich habe Bomben explodieren hören. Eine schreckliche Erfahrung“, sagt Uwe Berkemer mit leiser Stimme. Das Orchester fällt auseinander, er flieht mit seiner Frau nach Deutschland und landet in Ibbenbüren. „Ein Zufall“, sagt er. Er wird Lehrer am Kepler-Gymnasium – und arbeitet eisern daran, sein Orchester wieder auf die Beine zu stellen.

Es gelingt. Die Kontakte zu den Musikern werden aufgefrischt. Das in den dreieinhalb Jahren vor der Trennung aufgebaute „sehr große Repertoire“ kommt gelegen. Das Kaukasische Kammerorchester geht wieder auf Tournee. Allerdings nur in Ferienzeiten.

„Die Musiker erhalten Noten und müssen üben, üben, üben“, beschreibt der Dirigent die Vorbereitungsphase. So ist es auch jetzt. Vor dem Tournee-Start stehen drei Probentage in Deutschland an, dann geht es los.

In Lengerich wird es am 9. März auch ein Schülerkonzert geben. Ermöglicht werden die beiden Auftritte durch den Förderverein des Orchesters und die Stiftung für Bildung, Kunst und Kultur in Lengerich. Karten (Vorverkauf 16,50 Euro, Abendkasse 18,50 Euro) für das Abendkonzert gibt es in der Tourist-Information im Alten Rathaus.

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