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Do., 17.03.2016

Lengericher Ärzte machen im Ausland bleibende Erfahrungen Helfer in der Not

Wiederholt im Einsatz für die German Doctors waren Dr. Klaus Boymann (links) und Dr. Klaus Osterhues.

Wiederholt im Einsatz für die German Doctors waren Dr. Klaus Boymann (links) und Dr. Klaus Osterhues. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Lengerich - 

Der eine war bereits in Nepal, Kenia und Sierra Leone, der andere in Indien, Bangladesch und auf den Philippinen: Dr. Klaus Osterhues und Dr. Klaus Boymann habe beide mehrere Einsätze für die Hilfsorganisation German Doctors hinter sich.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Dr. Klaus Boymann und Dr. Klaus Osterhues sind auf nicht alltägliche Weise viel herumgekommen in der Welt. Philippinen, Bangladesch und mehrfach Indien waren Boymanns Ziele, Osterhues hat bislang Nepal, Kenia und Sierra Leone auf seiner Reiseliste für die German Doctors. Jeweils mehrere Wochen haben die Einsätze der beiden Mediziner für die Hilfsorganisation gedauert. Prägend sind sie für die Lengericher weit über diese Zeit hinaus.

72 Jahre alt ist Dr. Klaus Boymann mittlerweile. Lange Jahre hat er in Lengerich als Kinderarzt praktiziert. Erste Auslandserfahrungen sammelte er bereits in den 1970er Jahren durch die Tätigkeit für den Deutschen Entwicklungsdienst in Chile und Jamaika. Mit dem Eintritt in den (Un-)Ruhestand 2010 kamen insgesamt fünf Arbeitsaufenthalte für die seinerzeit noch unter dem Namen firmierenden Ärzte für die Dritte Welt hinzu. Nun sagt der Lengericher mit Blick auf sein Alter sei aber möglicherweise Schluss.

Am 6. Februar ist er aus Kalkutta zurückgekommen, wo er in einer Ambulanz in einem Slum tätig war. Zwei Wochen später war Dr. Klaus Osterhues wieder in seiner Heimat. Seit Mitte Januar hatte der Chirurg im Serabu Community Hospital im Südosten des Landes geholfen.

Eigentlich wollte der 67-Jährige schon eher in den Staat reisen, der als einer der ärmsten der Welt gilt. Doch die Ebola-Epidemie machte seinerzeit einen Strich durch die Rechnung. Osterhues geht momentan davon aus, dass er weiter für die German Doctors aktiv sein wird. Bei 75 liege die Altersgrenze, sagen er und Boymann.

Was sie an der Aufgabe reizt, beantworten beide mit den Worten, dass „Geben und Nehmen“ in einem guten Gleichgewicht seien. Sie liefern ihr medizinisches Wissen und bekommen dafür zum einen die Dankbarkeit der Menschen zu spüren und zum anderen die Möglichkeit, in ein Land einzutauchen, wie es als normaler Tourist nie möglich wäre.

Allerdings sei nicht jeder für einen solchen Job geeignet, stellen die beiden Ärzte unisono fest. Mehrjährige Berufserfahrung sei das A und O. Hinzu kämen die besonderen Umstände vor Ort. „Die Flüsse sind Kloaken, wegen des Smogs habe ich immer einen Schal getragen“, berichtet Dr. Klaus Boymann aus Kalkutta. Hinzu kämen die schwierigen Lebensbedingungen der Menschen in den Elendsvierteln. Es brauche in einem solchem Umfeld einer gewissen Distanz zu den Dingen. „Ich brauche das Leid der Welt nicht auf meinen Schultern zu tragen“, beschreibt der Lengericher die gedankliche Grundlage seines Tuns.

Anders, ergänzt Dr. Klaus Osterhues, lasse es sich beispielsweise kaum verkraften, wenn man wisse, dass ein 24-jähriger Diabetes-Patient, dem in Deutschland leicht zu helfen wäre, in einigen Wochen tot sei. Und anders könne in einem Land, dessen Bevölkerung elf Jahre lang unter einem grausamen Bürgerkrieg gelitten habe und das praktisch nichts an Infrastruktur biete, nicht gearbeitet werden.

Natürlich haben die Einsätze für die German Doctors Spuren bei den beiden Lengerichern hinterlassen. „Man weiß, dass gute medizinische Arbeit auch unter einfacheren Bedingungen möglich ist, als wir sie aus unseren Krankenhäusern kennen“, bilanziert Dr. Klaus Osterhues. Im Alltag merke er zudem, „dass man nicht viel Luxus zum Leben braucht“. Aber auch die Heimat erscheint positiver. „Der Schnee, die frische Luft“, sagt Dr. Klaus Boymann. „Als ich aus Kalkutta zurück war, bin ich erst einmal drei, vier Tage durch den Teuto gelaufen. Herrlich!“

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