Do., 01.12.2016

Einbruch in die Stadtverwaltung Eine Spur der Verwüstung

Keinen Zugang hatten Bürger am Donnerstagmorgen zum Hauptgebäude der Stadtverwaltung. Im Haus hinterließen der oder die Täter in einigen Räumen eine Spur der Verwüstung. Eingedrungen sind sie durch ein Bürofenster (im Bild).

Keinen Zugang hatten Bürger am Donnerstagmorgen zum Hauptgebäude der Stadtverwaltung. Im Haus hinterließen der oder die Täter in einigen Räumen eine Spur der Verwüstung. Eingedrungen sind sie durch ein Bürofenster (im Bild). Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Lengerich - 

Erheblicher Sachschaden ist bei einem Einbruch in das Hauptgebäude der Stadtverwaltung entstanden. Die Tat ereignete sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Die Beute dürfte dabei eher gering ausgefallen sein, obwohl zahlreiche Büros durchsucht wurden.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

In das Hauptgebäude der Stadtverwaltung ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag eingebrochen worden. Der oder die Täter richteten erheblichen Sachschaden an. Zwar steht noch nicht fest, was alles gestohlen wurde. Doch der Wert der Beute dürfte überschaubar sein. Bemerkt wurde die Tat laut Polizei gegen 5.45 Uhr.

Wer am Donnerstagmorgen beispielsweise ins Bürgerbüro wollte, hatte Pech. Rote Absperrbänder blockierten den Weg durch den Haupteingang, ein Zettel an der Glastür informierte über das Geschehen. Drinnen sicherten derweil Experten der Polizei Spuren. Und von denen dürfte es eine ganze Menge gegeben haben. Nach Angaben von Ludger Dierkes, Fachbereichsleiter Zentrale Dienste, war der ungebetene Besuch in weiten Teilen des Hauses aktiv. Lediglich die Räume im obersten Geschoss, wo unter anderem der Bürgermeister sein Büro hat, und die speziell gesicherten Bereiche wie die EDV blieben verschont.

Mit dem Wort Chaos lässt sich beschreiben, was in manchen Räumen zu sehen war. Aufgebrochene Türen, Schränke und Schubladen, Papiere, Zeitungen, Unterlagen, Blumentöpfe und Wasserflaschen sind auf dem Boden verstreut. Mitgenommen haben die Unbekannten – so es denn mehrere Täter waren – unter anderem einige kleine Tresore. Die, erklärt Dierkes, seien ähnlich wie in vielen Hotels in Schränken eingebaut gewesen. Die Einbrecher haben sie mit brachialer Gewalt rausgerissen. In einem Büro liegt als Überbleibsel noch die Tastatur, mit der der Code eingegeben werden kann.

Der Fachbereichsleiter sagt weiter, dass das Vorgehen auf ihn „sehr systematisch und professionell“ wirke. Und ganz offensichtlich haben sich die Täter eine ganze Weile in der Stadtverwaltung aufgehalten, um Büro für Büro auf Beutezug zu gehen. Dierkes meint, dass speziell die Stadtkasse und das Bürgerbüro ins Visier genommen worden seien. Eingedrungen sind die Einbrecher nach Angaben der Ermittler durch ein Bürofenster an der Nordseite. Anschließend suchten sie zunächst in der Zentrale am Eingangsbereich nach Wertgegenständen.

Geld, glaubt Dierkes, dürfte nur wenig in die Hände der Täter gefallen sein. Und wichtige Dokumente hätten in den Tresoren auch nicht gelegen. Dafür aber wohl einige Schlüssel. Also sollen kurzfristig die entsprechenden Schlösser ausgetauscht werden.

Natürlich sei manche Kollegin und mancher Kollege geschockt, berichtet Dierkes über die Reaktionen im Haus. Zwar habe es in der Vergangenheit auch schon einmal Einbrüche gegeben, da sei aber lediglich die Zentrale betroffen gewesen. Somit hat die Tat von der Nacht eine bislang unbekannte Dimension

Wahrscheinlich waren die Einbrecher gegen 0.30 Uhr am Werk. Zu dem Zeitpunkt, so die Polizei, war ein Scheibenklirren im Bereich der Friedhofstraße gehört worden, das von einer Streife jedoch nicht zugeordnet werden konnte. Es dürfte von einer Balkontür im Erdgeschoss stammen, deren Scheibe eingeschlagen worden war.

Ob Konsequenzen gezogen werden? Komplett sichern lasse sich die Stadtverwaltung nicht gegen Einbrecher, meint Fachbereichsleiter Dierkes. Was ihn ein wenig tröstet an diesem Morgen: Der Schutz der besonders sensiblen Bereiche habe funktioniert.

Erst Anfang Oktober war das Rathaus in Lengerichs niedersächsischer Nachbargemeinde Hagen a.T.W. das Ziel von Einbrechern. Auch dort wurden fast alle Räume durchsucht, auch dort wurden Schränke durchwühlt und blieb Chaos zurück – und nach ersten Schätzungen ein Schaden in sechsstelliger Euro-Höhe.

Wer Hinweise zu dem Einbruch geben kann, wird von der Polizei gebeten, sich unter ✆ 0 54 81/93 37-45 15 zu melden.

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