Fr., 17.02.2017

Die Arbeit der Feuerwehrleute Gemeinsam durch dick und dünn

So kann ein Sonntagabend aussehen, wenn die Freiwillige Feuerwehr ruft: Einsatzleiter Thorsten Budzinski (2. von links) während des Einsatzes an der Bahnhofstraße im Gespräch mit Kameraden.

So kann ein Sonntagabend aussehen, wenn die Freiwillige Feuerwehr ruft: Einsatzleiter Thorsten Budzinski (2. von links) während des Einsatzes an der Bahnhofstraße im Gespräch mit Kameraden. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Lengerich - 

Kurz nach halb acht an einem Sonntagabend. Da legen die einen auf der Couch die Beine hoch und schauen Fernsehen, die anderen haben Besuch oder sind noch nicht vom Ausflug zurück. Wieder andere sitzen mit der Familie am Tisch beim Essen. Es kann aber auch ganz anders aussehen, zumindest dann, wenn man(n) oder frau bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist.

Von Paul Meyer zu Brickwedde

Die hatte in Lengerich jüngst just zu dieser Zeit einen Einsatz. Im Keller eines Wohn- und Geschäftshauses an der Bahnhofstraße war wie berichtet ein Brand ausgebrochen. Zwei Personen wurden verletzt, es entstand hoher Sachschaden. Nicht zuletzt die starke Rauchgasentwicklung machte den Einsatzkräften den Job nicht leicht.

Das Sagen hatte an jenem Abend Thorsten Budzinski . Seit fast 30 Jahren leistet er seinen Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr und ist in Lengerich in der Hierarchie nach Hartwig Hübner der zweite Mann. Noch länger schaut Helmut Porrmann auf seine ehrenamtliche Karriere bei den „Blauröcken“ zurück. Der Zugführer fing mit 17 an, heute ist er 61. Das erfahrene Duo erzählt, warum es für den Dienst an der Allgemeinheit viel Zeit opfert und wie es personell um die Lengericher Wehr bestellt ist.

Porrmann, der auf Facebook immer wieder einmal um neue Mitglieder wirbt, sagt, dass es derzeit 95 aktive Feuerwehrleute in der Stadt gebe. „Die Sollstärke liegt bei 110.“ Die Diskrepanz sehen er und Budzinski momentan zwar nicht als Problem an. Gleichwohl wünschen sie sich einen Zuwachs und im Idealfall 115 Frauen und Männer, die im Notfall zur Verfügung stehen. Komplettiert wird die Freiwillige Feuerwehr Lengerich durch die aus etwa 15 Mädchen und Jungen bestehende Jugendabteilung, der Ehrenabteilung – die, die nicht mehr im aktiven Dienst sind – und den Spielmannszug.

Der Einstieg ins Feuerwehr-Dasein verlief bei Porrmann und Budzsinki ähnlich. Arbeitskollegen sei der Schritt zu verdanken gewesen. „Typisch“ nennen sie das und sagen, dass neue Mitglieder oft durch Bekannte den Weg zur Feuerwehr finden. Aber es geht auch anders. Der 50-jährige Hans Dellbrügge hat sich mit seinem Eintritt in die Wehr einen lang gehegten Traum erfüllt. Schon mit Mitte 20 hätte er dabei sein wollen, doch berufsbedingt wurde daraus nichts. Was damals nicht ging, hat er vor zwei Jahren nachgeholt. Aktiv sein und anderen helfen, das ist die Motivation, die ihn antreibt. Ähnlich sehen es Thorsten Budzinski und Helmut Porrmann. Sie sprechen davon, dass man gemeinsam „durch Dick und Dünn“ gehe.

Positiv ist aus Sicht der beiden „Routiniers“, dass der Altersschnitt bei den Aktiven zuletzt durch einige Neuzugänge gesunken ist. Etwa nachdenklich werden sie hingegen beim Blick auf den Mitglieder-Trend, der sei seit Jahren leicht rückläufig. Die „Schlagkraft“ sei alles in allem zwar stabil. Aber hinzu komme, dass die Zahl der Einsätze steige, gleichzeitig die Belastung durch den Beruf bei vielen zunehme. Momentan ergebe sich daraus noch kein Problem. Doch damit das auch in Zukunft so bleibt, wäre Verstärkung wünschenswert.

„Jeder ist ein Gewinn“, sagt Zugführer Porrmann und verweist darauf, dass es vom Pfarrer bis zum Handwerker einen gesellschaftlichen Querschnitt gebe. Und auch die Mitgliedschaft von Frauen sei längst gut funktionierender Alltag. Den Umgang untereinander beschreiben er und Thorsten Budzinski als kooperativ und freundlich. Wer „Feuerwehr-Feeling schnuppern“ wolle, sei jederzeit willkommen und werde „sehr gut integriert“, versprechen sie.

Allerdings sollte jedem, der den Schritt in Erwägung zieht, klar sein, dass auch an einem Sonntagabend das Beinhochlegen auf der Couch abrupt unterbrochen werden kann.

Zum Thema

Mehr Informationen im Internet unter www.feuerwehr-lengerich.de und bei Feuerwehr-Chef Hartwig Hübner, ' 0 54 81/33-812. Interessierte sind montags ab 20 Uhr im Feuerwehrhaus an der Schulstraße willkommen.

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