Mo., 08.05.2017

Erörterungstermine Firma Dyckerhoff 100 Prozent – für die Umwelt

Das Unternehmen Dyckerhoff will zwei Drehofen künftig mehr auslasten, um nach eigenen Angaben die Produktion zu optimieren.

Das Unternehmen Dyckerhoff will zwei Drehofen künftig mehr auslasten, um nach eigenen Angaben die Produktion zu optimieren. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Lengerich - 

Das Zementwerk Dyckerhoff will durch den Mehreinsatz von Sekundärbrennstoffen die Kapazitäten erhöhen. Zu diesem Antrag hat die Bezirksregierung zu einem Erörterungstermin eingeladen. Der wird am Dienstag in der Gempt-Halle fortgesetzt. Alle Seiten setzen sich für die Umwelt ein.

Von Erhard Kurlemann

Was kommt oben raus? – diese Frage hat Christian Laußmann mehrfach aufgegriffen. Der Technische Dezernent bei der Bezirksregierung Münster leitet den Erörterungstermin in der Gempt-Halle, der am Montag begonnen hat. Darin geht es um einen Antrag des Zementwerks Dyckerhoff. Das Unternehmen will zwei Drehofen künftig zu je 100 Prozent Wärmebedarf auslasten – mit mehr Sekundärbrennstoffen. Zu klären ist unter anderem, ob sich dadurch der Schadstoffausstoß verändert.

Insgesamt zehn Einwendungen hatte die Bezirksregierung erhalten. Die damit verbundenen Fragen werden in einem öffentlichen Termin erörtert. „Allerdings: Entscheidungen werden nicht getroffen. Wir klären Fragen“, betonte Laußmann.

Ein wichtiger Termin: Von der Firma Dyckerhoff waren neben Werksleiter Franz-Josef Barton Produktionsleiter Ingo Sosna und Steffi Fischer, Leiterin Umwelt- und Öffentlichkeitsarbeit, in Begleitung vieler Sachverständiger und Gutachter gekommen. Die Bürgerinitiative Pro Teuto hatte Dr. Peter Gebhardt als Sachverständigen mitgebracht. Die Stadt Lengerich war zunächst durch den Beigeordneten Frank Lammert und Dr. Heide Heising aus dem Fachbereich Umwelt vertreten, später nahm Bürgermeister Wilhelm Möhrke selbst teil. Auch die Bezirksregierung hatte zahlreiche Experten zu verschiedenen Themen mitgebracht.

Zunächst erläuterte Franz-Josef Barton das Vorhaben des Unternehmens. Die Produktion solle optimiert werden. Dazu müssten unter anderem zwei Lagerhallen für den Sekundärbrennstoff Fluff gebaut werden, weil durch eine leichte Erhöhung der Einsatzmenge der Wärmebedarf auf 100 Prozent in den Drehofen gesteigert werden könne. Er versicherte, dass das Unternehmen alle dafür mit dem Prozess verbundenen Grenzwerte einhalte; und in vielen Fällen sogar deutlich unterschreite, wie Dr. Stefan Schäfer vom Verband der Zementindustrie in seinen Gutachten erläuterte.

Genau darin unterschieden sich die Einschätzungen, wie die Umwelt geschützt werden könne. . Neben formalen Fragen – Hat Dyckerhoff in dem Verfahren eine Salami-Taktik bei der Beantragung angewandt? Oder müssen einzelne Aspekte nicht gesondert betrachtet und geprüft werden? – ging es um Grenzwerte, die „oben“ raus kommen.

Wie viel Milligramm Arsen darf in einem Kilogramm Eisenerzträger sein? Steigt durch die Kapazitätserweiterung auch der Lkw-Verkehr? Was ist in dem Filterstaub? Claudia Janßen-Timmer, Anwohnerin aus Hohne, befürchtete, dass das Unternehmen immer erst reagieren könne, wenn etwas passiert sei. Dr. Peter Gebhardt fragte, warum Grenzwerte beantragt würden, die heute schon technisch deutlich unterschritten werden könnten? Dr. Heide Heising von der Stadt Lengerich betonte, für die Menschen in Lengerich sei nicht nachvollziehbar, wenn auch Verpackungsmüll verbrannt würde, der vorher sorgfältig sortiert worden sei. Alle diese Fragen müssten vor einer Genehmigung transparent beantwortet werden. Durch eine neue Tuchfilter-Technik könnten zum Beispiel viel mehr Schadstoffe als früher „aufgefangen“ werden, erläuterte Barton. Und: „Gibt es Grenzwerte, werden wir diese akzeptieren.“

Der Erörterungstermin wird heute ab 10 Uhr fortgesetzt.

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