Di., 09.05.2017

Erörterungstermin Zementwerk Dyckerhoff Fragen, Anregungen, Antworten

Der Sekundärbrennstoff Fluff wird aus dafür zugelassenen Abfällen gewonnen. Dyckerhoff will dafür auch Lagerboxen bauen.

Der Sekundärbrennstoff Fluff wird aus dafür zugelassenen Abfällen gewonnen. Dyckerhoff will dafür auch Lagerboxen bauen. Foto: Michael Baar

Lengerich - 

Der Erörterungstermin ist abgeschlossen. Christian Laußmann, Technischer Dezernent bei der Bezirksregierung, dankte am Ende allen Beteiligten für den fairen Austausch von Argumenten, Anregungen und Bedenken in dem Genehmigungsverfahren. Wann es eine Entscheidung gebe, sei indes offen.

Von Erhard Kurlemann

Mit Fragen, Anregungen und Antworten ist am Dienstag der Erörterungstermin in Sachen Zementwerk Dyckerhoff in der Gempt-Halle zu Ende gegangen. Wie berichtet, plant das Unternehmen, künftig zwei Drehofen zu je 100 Prozent Wärmebedarf auszulasten – und dazu mehr Sekundärbrennstoffe (Fluff) einzusetzen.

Unter der Leitung von Christian Laußmann, Technischer Dezernent bei der Bezirksregierung, tauschten Einwender und Firmenvertreter ihre Ansichten aus. Im Mittelpunkt stand die Umwelt. Einwender trugen ihre Sorgen vor, dass die Schadstoffbelastung durch die Auslastung steige. In dem Verfahren hatte Dyckerhoff für verschiedene Fragestellungen Gutachter beauftragt. Insbesondere die Weiterentwicklung der Technik trage dazu bei, dass durch die Veränderung im Unternehmen keine zusätzliche Schadstoffe entstünden, erläuterte Dr. Stefan Schäfer vom Verband der Zementindustrie. Jörg Borkenhagen stellte Prognosen vor, dass die Veränderungen für „Fauna und Flora“ in der dafür ausgewiesenen Region unbedenklich seien. Dabei seien alle vorgebenen Messmethoden angewendet worden.

Sigrid Elling-Augé von der Initiative Pro Teuto hakte mehrfach nach, welche Daten welchen Messungen zugrunde gelegt worden seien. Zudem forderte sie, aktuelle Daten zu verwenden, etwa als Michael Heuer, Im Kreis Steinfurt zuständig für Bodenschutz, in seinem Rückblick an den Thallium-Vorfall 1979 erinnerte. Dazu gebe es noch heute eine Empfehlung, im direkten Umfeld des Zementwerks im Garten etwa auf den Anbau von Grünkohl zu verzichten. Er, Heuer, habe keine Kenntnisse, dass Grenzwerte überschritten worden seien. 2007 seien rund 200 Werte in der Stadt Lengerich aufgestellt worden, die Eingang in das „FIS Stobo“ (Umweltportal zur Bodenbelastung) gefunden hätten. Auffälligkeiten, etwa am Teutoburger Wald, seien in der Regel „siedlungsbedingt“ zu erklären.

Dyckerhoff-Werksleiter Franz-Josef Barton betonte, das Unternehmen sei sich der Verantwortung für die Umwelt bewusst. „Es ist keine Grenzwertüberschreitung zu dulden.“ Deshalb fordere es zum Beispiel von seinen Fluff-Lieferanten, Material von hoher Qualität zu liefern, „also mit möglichst wenig Schadstoffen“. Das Unternehmen wolle Produkte auf dem Markt anbieten, die dort auch als umweltverträglich akzeptiert würden. Laußmann bedankte sich für die vielfältigen Anregungen, die die Genehmigungsbehörde gewonnen habe. Wann eine Entscheidung getroffen werde, könne er indes nicht vorhersagen.

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