Sa., 20.05.2017

Diakonie Beratungszentrum Lengerich Vorteile für alle Beteiligten

Unter einem Dach sind seit gut einem Jahr die Beratungsangebote des Diakonischen Werkes im ehemaligen Gesundheitsamt in Lengerich untergebracht. Positiv finden das Gisela Friede, Heinrich Ahlers-Kremer und Friedrich Thoss (von links).

Unter einem Dach sind seit gut einem Jahr die Beratungsangebote des Diakonischen Werkes im ehemaligen Gesundheitsamt in Lengerich untergebracht. Positiv finden das Gisela Friede, Heinrich Ahlers-Kremer und Friedrich Thoss (von links). Foto: Michael Baar

Lengerich - 

Vor gut einem Jahr hat das Diakonische Werk seine Beratungsangebote unter einem Dach zusammengefasst. Ein Schritt, der sich nach Ansicht der Mitarbeiter bewährt hat. Am 23. Juni soll gefeiert werden.

Von Michael Baar

„Mein Lieblingsort" heißt der Malwettbewerb, zu dem das Beratungszentrum Diakonie alle Viertklässler in Lengerich einlädt. Bis zum 30. Mai sollen die Mädchen und Jungen ein Bild im DIN A3-Format erstellt und – mit Namen, Adresse und Schule versehen – im Beratungszentrum abgegeben haben. Eine Jury wertet die Bilder aus, 20 von ihnen werden beim „Tag der offenen Tür“ am 23. Juni ausgestellt.

„Mein Lieblingsort“, das könnte auch das Team der Beratungsstelle an der Stettiner Straße 25 gesagt haben. Vor gut einem Jahr sind dort die Beratungsangebote der Diakonie zusammengefasst worden. Vorher waren die einzelnen Angebote wie ein Flickenteppich über die Stadt verteilt. „Abteilungsübergreifend können neue Ideen schneller eingebracht werden, Prävention ist jetzt übergreifend möglich“, nennt Friedrich Thoss die Vorteile der Zentralisierung.

Diese würden nicht nur für die Mitarbeiter greifen, sondern auch für die Klienten, ist der Leiter des Beratungszentrums überzeugt. „Wir können auf kurzen Wegen Kolleginnen oder Kollegen anderer Abteilungen hinzuziehen, wenn sich das in einem Beratungsgespräch ergibt“, beschreibt Gisela Friede das praktische Vorgehen. Ganz wichtig: Auch dann gilt die Schweigepflicht. Erst nach Zustimmung des Klienten darf eine Kollegin hinzugezogen werden.

Sechs Angebote unter einem Dach

Das Beratungszentrum des Diakonischen Werkes im Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg bietet in Lengerich, Stettiner Straße 25, folgende Dienste an:

► Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche

► Beratungsstelle für Schwangerschaft, Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung und Sexualität

► Beratungsstelle für Trennung und Scheidung

► Suchtberatung

► Jugendmigrationsdienst

► Flüchtlingsberatungsstelle

Zudem sind Schnittstellen schneller zu erkennen. Friedrich Thoss nennt ein Beispiel: Bei einer Schwangerschaft könnte es passieren, dass eine Schwangere Alkohol konsumiert in einer Phase, in der sie noch nichts von dem heranwachsenden Leben in ihrem Körper weiß. Nicht nur dann könne das Beratungszentrum übergreifende Hilfeangebote bieten.

Deutlich positiv hat sich der Umzug an die Stettiner Straße 25 für das „Café mit Aussicht“ der Beratungsstelle Sucht ausgewirkt. „Unsere Klientel muss nicht mehr über Treppen in die dritte Etage hoch“, nennt Heinrich Ahlers-Kremer, Leiter dieser Beratungsstelle, einen ganz praktischen Grund. Das Beratungszentrum ist barrierefrei.

Tag der offenen Tür

Das Beratungszentrum lädt am Freitag, 23. Juni, von 14 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein mit folgenden Aktionen:

Kaffee und Kuchen, Hüpfburg, Kinderschminken, gemeinsames Musizieren, Body-Percussion mit Yemie alejandra Pineda Mejla und Pia Domigalle, Schnuller-Schätzwettbewerb, Malwettbewerb für vierte Klassen, Rauschbrillen-Parcours, alkoholfreie Cocktailbar, Glücksrad, Info-Ausstellung zum Thema Flucht und Asyl, Infomobil der Deutschen Verkehrswacht mit Reaktions- und Sehtest.

Positive Rückmeldungen habe es auch von den Selbsthilfegruppen gegeben, spinnt Friedrich Thoss den Faden weiter. Auch denen könne die Diakonie mehr Platz anbieten für deren Treffen. „Diese Gruppen sind für unsere Arbeit ganz wichtig, weil sie die Begleitung nach einer Therapie oder Behandlung anbieten.“

Suchen jetzt mehr Menschen Unterstützung im Beratungszentrum? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, weil diese Zahlen schon früher nicht ermittelt worden sind. „Unverändert hoch“, beschreibt Heinrich Ahlers-Kremer die Auslastung der Suchtberatung. Wobei rund 85 Prozent der Hilfesuchenden ein Alkohol-Problem haben. Das Thema Internet-Sucht nehme zu, „ist aber noch nicht in den Köpfen angekommen, gerade was die Auswirkungen betrifft.“

Deutlich gestiegen ist der Zulauf in der Schwangerschaftskonfliktberatung. „Das liegt aber daran, dass wir damit erst im vergangenen Jahr angefangen haben“, schränkt Friedrich Thoss ein. Gefühlt, da sind sich die drei einig, hat die Konzentration der Beratungsangebote an der Stettiner Straße nur positive Auswirkungen für alle Beteiligten mit sich gebracht.

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