Sa., 10.06.2017

Diakonisches Werk Tecklenburg Im Dienst der Menschen

Blicken zurück und nach vorne aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Diakonischen Werkes Tecklenburg: Theologischer Vorstand Jürgen Nass, Jubiläums-Organisatorin Andrea Placke, Verwaltungsrats-Vorsitzender André Ost und kaufmännischer Vorstand Stefan Zimmermann (von vorne) vor dem Verwaltungsgebäude in Tecklenburg.

Blicken zurück und nach vorne aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Diakonischen Werkes Tecklenburg: Theologischer Vorstand Jürgen Nass, Jubiläums-Organisatorin Andrea Placke, Verwaltungsrats-Vorsitzender André Ost und kaufmännischer Vorstand Stefan Zimmermann (von vorne) vor dem Verwaltungsgebäude in Tecklenburg. Foto: Michael Baar

Tecklenburger Land - 

Als eingetragener Verein ist das Diakonische Werk Tecklenburg vor 50 Jahren gegründet worden. Damit wurde die diakonische Arbeit, die zuvor von Gemeindeschwestern und Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden geleistet wurde, in einer organisierte Form überführt.

Von Michael Baar

Die Gründung des Diakonischen Werkes Tecklenburg als eingetragener Verein war vor 50 Jahren eine bewusste Entscheidung. „Zuvor wurde lange überlegt, ob die Diakonie selbstständig oder eine Abteilung des Kirchenkreises werden soll“, erzählt Stefan Zimmermann. Ein halbes Jahrhundert später beurteilt der kaufmännische Vorstand diesen Schritt als „richtig“.

Den Ausschlag gaben die Ledder Werkstätten. Die befanden sich im Planungsstadium. Für den Grunderwerb war die Rechtsform des Vereins notwendig. Ein Jahr später nahm die „Beschützende Werkstatt Ledde“ mit sieben Beschäftigten ihre Arbeit auf.

Abgesehen davon war es 1967 keineswegs so, dass die Diakonie neue Arbeitsfelder entdeckt hatte. „Diese Arbeit wurde schon Jahrzehnte lang geleistet in den Kirchengemeinden“, verweist Jürgen Nass auf viele Diakonissen und Gemeindeschwestern. In Erinnerung geblieben ist dem theologische Vorstand ein Briefwechsel aus den 1920er Jahren. Eine Diakonissin aus Kattenvenne hatte sich an das Mutterhaus in Münster gewandt, weil sie einen neuen Wintermantel benötigte. „Das ging eine ganze Zeit hin und her“, lacht Jürgen Nass, als er die Geschichte erzählt. Sie nimmt ein gutes Ende, die Gemeindeschwester erhält den warmen Mantel.

Ein Raum, zwei Schreibtische

Gründungsmitglieder des eingetragenen Vereins Diakonisches Werk Tecklenburg sind die Kirchengemeinden im evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg, der Kirchenkreis, das Per­thes-Werk und der Förderkreis psychisch kranker Menschen.

Die Mitglieder wählen alle vier Jahre den Verwaltungsrat, dem der Superintendent laut Satzung als Vorsitzender angehören soll. Geleitet wird die Arbeit vom Vorstand. Als hauptamtlicher Geschäftsführer ist Stefan Zimmermann für den kaufmännischen Bereich zuständig. Ehrenamtlicher theologischer Vorstand ist Jürgen Nass, Krankenhauspfarrer in Ibbenbüren.

Erster Verwaltungssitz war ein Raum mit zwei Schreibtischen im Martin-Luther-Haus Lengerich. 1972 zog das Diakonische Werk nach Tecklenburg ins Haus Sonnenwinkel 1. Dort wohnten zuvor Senioren, die ins neu gebaute Matthias-Claudius-Haus umgezogen waren. mba

„Wir sind gut aufgestellt“, beschreibt Stefan Zimmermann den Ist-Zustand. Fast 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beschäftigt. Der Großteil ist in den Bereichen ambulante Pflege, Betreuung und hauswirtschaftliche Hilfen tätig, verteilt auf fünf Diakonie-Stationen in Ibbenbüren, Lengerich, Lienen, Rheine und Westerkappeln. Hinzu kommen zwei Tagespflege-Einrichtungen in Ibbenbüren.

Festwoche

23. Juni: 14 bis 17 Uhr Tag der offenen Tür, Beratungszentrum, Stettiner Straße 25, Lengerich.

25. Juni: 10 Uhr Festgottesdienst, anschließend offener Empfang, Gempt-Halle, Lengerich.

26. Juni: 10 Uhr Aufstellung Jubiläums-Sandstein-Stele vor dem Beratungszentrum.

27. Juni: 19.30 bis 21 Uhr Vortrag „Wenn zwei sich streiten – leidet der Dritte?“, VHS Lengerich.

28. Juni: 18 Uhr Abend der Diakonie, Haus Marck, Tecklenburg;

19.30 bis 21 Uhr offener Gesprächsabend „50 Jahre Diakonie – 30 Jahre Frauenhaus“, VHS Rheine.

29. Juni: 19.30 bis 21 Uhr Vortrag „Kindliche Sexualität und Sexualerziehung“, VHS Lengerich.

Ortsnahe Angebote im Dienst der Menschen seien immer das Ziel gewesen. Wobei, der Geschäftsführer kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, die Konfessionen für klare regionale Unterschiede sorgen. Im Raum Lengerich-Lienen-Westerkappeln ist die Diakonie stark vertreten. In Bereichen, wo mehr Katholiken leben, ist das die Caritas. Eine Tradition, die sich wohl aus dem 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart gehalten hat.

In den Anfangsjahren sei die Diakonie stark von Jugendarbeit geprägt gewesen. Das führt André Ost auf den ersten Geschäftsführer Gustav Becker zurück. Der sei in Rheine in der christlichen Jugendarbeit tief verwurzelt gewesen, als ihn Paul Schreiber (der kurze Zeit später Superintendent wurde) nach Lengerich lotste. Ein Raum im Martin-Luther-Haus mit zwei Schreibtischen und einem Schrank – „das war´s“, bilanziert der Superintendent die Anfangszeit.

Dem Thema Sucht widmet sich seit 1977 die Beratungsstelle. Das Aufgabenfeld ist seitdem wesentlich umfangreicher geworden. Seit gut einem Jahr hat die Diakonie diese Angebote im Beratungszentrum an der Stettiner Straße in Lengerich unter einem Dach zusammengeführt.

„Die Diakonie hat sich in vielen Bereich spezialisiert, aber es ist unsere Diakonie geblieben“, verweist André Ost auf einen wichtigen Aspekt: Die tiefe Verwurzelung in den Kirchengemeinden und im Kirchenkreis. Die diakonische Arbeit, ehrenamtlich in den Gemeinden geleistet, musste auf professionelle Füße gestellt werden, nennt der Superintendent einen weiteren Aspekt für die Gründung des Diakonischen Werkes.

Auf ökumenischer Basis steht inzwischen die Bahnhofsmission Rheine. Überrascht hat die Verantwortlichen das Frauenhaus in Rheine. „Das ist seit der Gründung vor 30 Jahren immer voll belegt“, berichtet Stefan Zimmermann.

Der „Blick zurück nach vorne“ ist auch im Jubiläumsjahr angesagt. Der Beratungsbedarf im Bereich Erziehung steigt unverändert, stellt Stefan Zimmermann fest. Und das, „obwohl die Zahl der Kinder rückläufig ist“. Mehr in den Fokus rücken werde auch das Thema digitale Medien. Erst seit kurzer Zeit ergänzt die Flüchtlingsberatung das Angebotsspektrum.

Das Motto zum Jubiläum – „Gott sei Dank!“ – haben die Mitarbeiter der Diakonie ausgewählt. Drei Worte, die je nach Betonung als Stoßseufzer oder Dank rüberkommen. „Besser geht´s nicht“, sind sich André Ost, Stefan Zimmermann und Jürgen Nass einig.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4915722?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F