Reptilienfund in Lengerich
Zum Master mit Schlangen

Hörstel/lengerich -

Für ihre Masterarbeit will Mara Kreimeier herausfinden, wie es um die Reptilien im Münsterland bestellt ist. Ihre Vermutung, dass der Torfmoorsee in Hörstel ein geeigneter Standort sein könnte, hat sich bislang nicht bestätigt. In Lengerich ist sie allerdings schon fündig geworden.

Sonntag, 25.06.2017, 07:06 Uhr

Mara Kreimeier hofft, unter dem Schlangenbrett eine Waldeidechse oder sogar eine Ringelnatter zu finden. Am Torfmoorsee in Hörstel gelang das bislang nicht. Mehr Glück hatte sie in Lengerich. Dort stieß sie auf Eidechsen und Blindschleichen.
Mara Kreimeier hofft, unter dem Schlangenbrett eine Waldeidechse oder sogar eine Ringelnatter zu finden. Am Torfmoorsee in Hörstel gelang das bislang nicht. Mehr Glück hatte sie in Lengerich. Dort stieß sie auf Eidechsen und Blindschleichen. Foto: Stephan Beermann/Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde

An heißen Tagen wie in dieser Woche bevorzugt Mara Kreimeier die Morgenstunden für ihren Besuch am Torfmoorsee in Hörstel. Aber nicht zum Schwimmen oder Segeln ist sie gekommen. Ihr Interesse gilt einer naturbelassenen Heidelichtung nordwestlich des Sees und dort wiederum ganz besonders den Reptilien.

Die Studentin der Landschaftsökologie will herausfinden, wie es um die Reptilien im Münsterland bestellt ist. Welchen Lebensraum bevorzugen sie? Welche Lage begünstigt ihr Vorkommen? Am Torfmoorsee, so ihre Überlegung, könnten Schlagen und Eidechsen durchaus vorkommen. „Dies hier könnte eine günstige Fläche für Reptilien sein. Sie ist relativ strukturreich“, sagt die junge Frau aus Münster. Das Heidekraut bildet feine Gebüsche, dazwischen befinden sich Offenflächen. Reptilien sind ja wechselwarme Tiere. Sie sind auf Sonnenwärme angewiesen, um aktiv zu werden. Sie benötigen daher Platz fürs Sonnenbad. Die dunklen Moosflächen begünstigen die Erwärmung. Zudem gibt es ausreichend Verstecke unter dichtem Gebüsch.

Das Verhalten der Eidechsen macht sich Mara Kreimeier bei ihrer Studie zunutze. Weil eine ständige Beobachtung der Fläche nicht praktikabel ist, hat sie an zwei Stellen eine schwarze Dachabdeckung ausgelegt. Die Schlangenbretter dienen als künstliches Versteck und erwärmen sich gut in der Sonne. Dort könnten die Reptilien am Morgen prima Energie tanken, solange es nicht zu heiß wird – wenn es sie denn dort tatsächlich gibt. Doch bislang sind sie für die Studentin unsichtbar geblieben: Schon zweimal hat Mara Kreimeier kontrolliert, ob Reptilien es sich unter den Brettern bequem eingerichtet haben. Aber jedes Mal Fehlanzeige. Lediglich Ameisen fühlen sich dort pudelwohl. Aber die sind ja nicht das Thema der Masterarbeit, die die junge Frau bei Professor Christoph Scherber an der Uni Münster schreiben möchte. Es versteht sich von selbst, dass die Bretter von Fremden nicht berührt werden dürfen. Reptilien sind in Deutschland streng geschützt. Für ihre Arbeit hat Mara Kreimeier eine Sondergenehmigung.

16 Beobachtungsflächen im Regierungsbezirk Münster fährt sie regelmäßig ab, ausgewählt anhand des Biotoptypenkatasters des Landesumweltamtes. In allen Fällen handelt es sich um isolierte Heide-, Moor- und Magerrasenflächen, auf denen potenziell Reptilien vorkommen könnten. Sie will darauf achten, wie sich die Raumnutzung in der Umgebung von Flächen und die Isolation auf den Reptilienbestand auswirken.

Am meisten Erfolg hatte sie mit ihren Bemühungen bislang am alten Steinbruch an der Osnabrücker Straße in Lengerich. Dort hat sie Blindschleichen und Eidechsen gefunden.

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