Mo., 26.06.2017

50 Jahre Diakonisches Werk „Erkenne den Nächsten“

Lengerich - 

Mit einem Festgottesdienst in der Gempt-Halle Lengerich hat das Diakonische Werk im Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg eine Veranstaltungswoche aus Anlass des 50-jährigen Bestehens eröffnet.

Von Michael Baar

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter haben gleich mehrere Redner beim Jubiläumsgottesdienst zum 50-jährigen Bestehen des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Tecklenburg bemüht. Oberkirchenrätin Doris Damke lenkte in ihrer Festpredigt den Blick auf das, was Gott den Menschen mit dieser Erzählung sagen wolle: Erkenne den Nächsten.

Das Diakonische Werk leiste das seit 50 Jahren im Kirchenkreis. Doch die Wurzeln gingen weit zurück in die Vergangenheit. Handeln aus Nächstenliebe, doch in der Gesellschaft werde die Diakonie „immer häufiger als evangelisches Sozialunternehmen“ gesehen, kritisierte Doris Damke. „Jesus definiert nicht, sondern erzählt Gleichnisse“, griff sie den Lesungstext auf.

In dem kurzweiligen Gottesdienst in der Gempt-Halle setzten der Kreisposaunenchor unter Leitung von Ursula-Maria Busch und der Chor „Gospeltrain“ unter der Leitung von Pfarrer Torsten Böhm die musikalischen Akzente – und ernteten viel Beifall dafür. Ulrike Lausberg, Stefanie Bloch und die Kammermusik-AG des Tecklenburger Graf-Adolf-Gymnasiums leiteten über zum zweiten offiziellen Teil, den Grußworten.

Fotostrecke: 50 Jahre Diakonisches Werk Tecklenburg

Pfarrer Christian Heine-Göttelmann sprach von „diakonischem Boden“ im Tecklenburger Land mit Blick darauf, dass die Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel am Samstag ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert hätten und deren Begründer Friedrich von Bodelschwingh 1831 auf Haus Marck geboren wurde. Der Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe wandelte ein Zitat von Bodelschwingh ab: „Wenn die Christenheit sich besinnen wollte, das Elend der Versunkenen zu lindern, dann müsste sie noch mehr Zeit aufwenden, mit dieser Gesellschaft auch um die irdischen Dinge zu zanken.“

Festwoche

27. Juni: Vortrag „Wenn zwei sich streiten – leidet der Dritte?“ in Lengerich

28. Juni: Abend der Diakonie, Haus Marck

Gesprächsabend „50 Jahre – 30 Jahre Frauenhaus“ in Rheine

29. Juni: Vortrag „Kindliche Sexualität und Sexualerziehung“ in Lengerich

  | www.dw-te.de

„Aus der Liebe zu Gott erwächst die Verantwortung für den Nächsten“, zitierte Superintendent André Ost Martin Luther. Und diese Verantwortung sei nicht gezwungen, nicht berechnend, sondern automatisch und freiwillig als natürliche Frucht des Glaubens. „Die Diakonie ist zweifellos eines der Aushängeschilder unseres Kirchenkreises.“ Der Wunsch des Vorsitzenden des Verwaltungsrates: Auch künftig eine gemeindenahe Diakonie im Kirchenkreis zu haben.

Trotz des allgemeinen Wohlstands würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie „mehr gebraucht denn je“, stellte Landrat Dr. Effing fest. Die finanzielle Unterstützung der Diakonie-Angebote durch den Kreis bezeichnete er als „absolut sinnvoll investiertes Geld“.

Weit über 300 Gottesdienstbesucher spenden nicht nur immer wieder Beifall. Sie kamen der Einladung des Diakonischen Werkes zum anschließenden zwanglosen Beisammensein bei Getränken und kleinen Häppchen nach.

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