Mi., 12.07.2017

Unwetter in Lengerich Zurück bleiben Dreck und Schlamm

Land unter hieß es am Dienstagmorgen noch bei Sport Dierker.

Eine Dreckschicht zeigte sich im Keller der Falken-Apotheke, als das Wasser abgepumpt war. Foto: Mareike Stratmann

Lengerich - 

Rund 50 Liter Regen auf den Quadratmeter – diese Wassermengen sind am Montagabend in Lengerich niedergegangen und haben zahlreiche Keller und Geschäfte geflutet, beim Unternehmen Windmöller & Hölscher einen Produktionsstopp erzwungen.

Von Mareike Stratmann und Jens Keblat

Vollgelaufene Keller und Lagerräume, ein zwischenzeitlicher Produktionsstopp bei Windmöller & Hölscher und jede Menge Arbeit für die Freiwillige Feuerwehr: Der Starkregen am Montagabend bescherte den Einsatzkräften bis kurz nach Mitternacht mehr als 80 Einsätze im Stadtgebiet. Vor allem im innerstädtischen Bereich waren die rund 40 Wehrleute noch Stunden nach dem heftigen Platzregen, bei dem binnen weniger Minuten bis zu 50 Liter pro Quadratmeter runterkamen, unterwegs.

Heftig hatte es unter anderem die Firma Windmöller & Hölscher erwischt. Das Wasser war im Werk II in Teile der Produktion sowie im Werk III in Büroräume und den Sozialflügel eingedrungen und hatte sogar eine Brandschutztür herausgerissen. „Aus Sicherheitsgründen haben die 70 Kollegen der Spätschicht die Arbeit gegen 21 Uhr abgebrochen. Die Nachtschicht hat gar nicht stattgefunden“, schildert Unternehmenssprecherin Dominique Alhäuser. Und dennoch habe man Glück im Unglück gehabt. Große Schäden seien ausgeblieben. „Die Frühschicht hat den Betrieb normal aufgenommen.“

Fotostrecke: Starkregen in Lengerich

Ein ähnliches Bild bot sich in der Falken-Apotheke, in deren Kellerräumen das Wasser teils kniehoch gestanden hatte, als die Feuerwehr am späten Abend eintraf. Zu jenem Zeitpunkt waren die Mitarbeiter bereits im Dauereinsatz. Und auch am Dienstag waren sie seit 5 Uhr wieder auf den Beinen, um Klarschiff zu machen. Trotzdem herrschte vor Ort auch etwas Erleichterung. Denn weder Labor noch Medikamente waren in Mitleidenschaft gezogen worden. Einzig Dreck und Schlamm und einige durchnässte Hilfsmittel erinnerten noch an die böse Überraschung des Vorabends.

Reißender Strom in der Altstadt

Pumpen, Trockner, Raumentfeuchter, dazu Gummiflitschen und Eimer: Beim Gang durch die Fußgängerzone herrschte in vielen Geschäften am Dienstagvormittag das gleiche Bild. Bei Rossmann, in dessen Filiale die Trocknergeräte vormittags noch auf Hochtouren liefen, hatte sich das Wasser vom Lager aus auf die gesamte Ladenfläche ausgebreitet. Trotzdem wurde pünktlich geöffnet. Schräg gegenüber bei Bonita konnten die Kundinnen ebenfalls „in Ruhe“ stöbern, während die Mitarbeiterinnen noch fleißig mit Wischern und Aufnehmern hantierten.

Wie ein reißender Strom waren die Wassermassen, denen die Kanalisation nicht mehr gewachsen war, durch die Straßen der Altstadt geflossen und hatten unter anderem im evangelischen Gemeindeamt den gesamten Heizungskeller und bei Sport Dierker Lager und Büroräume in eine regelrechte Seenlandschaft verwandelt. Dort wurden die Räume Dienstagvormittag erst leergepumpt.

Land unter hieß es am Dienstagmorgen noch bei Sport Dierker.

Land unter hieß es am Dienstagmorgen noch bei Sport Dierker. Foto: Mareike Stratmann

Das waren die letzten Einsätze der Feuerwehr. Bis kurz nach Mitternacht sei die Wehr im Dauereinsatz gewesen, schildert deren Leiter Hartwig Hübner am Dienstagmittag. Ab etwa 19.15 Uhr waren am Montag die ersten Notrufe – auch aus dem Altenheim Haus Widum – eingegangen. Umgehend tätig wurde die Feuerwehr immer dann, wenn die Lage akut war, der Schutz wichtiger Dokumente, Medikamente oder Gefahrgut höchste Priorität hatte.

Weitaus länger dauerte es, bis auch kleinere Einsätze, vor allem die Pumpeinsätze in den Kellern zahlreicher Wohnhäuser, abgearbeitet werden konnten. Teils mehrere Stunden mussten einige Anrufer auf Hilfe warten oder sich anderweitig behelfen. Die Einsatzleitung um den stellvertretenden Wehrführer Thorsten Budzinski hatte Mühe und Not, die zur Verfügung stehenden Fahrzeuge und Mannschaften den Prioritäten nach zu disponieren. Wegen der Vielzahl der Einsätze, die später als Unwetterlage von der Feuerwehr zusammengefasst wurden, hatte auch Kreisbrandmeister Raphael Ralph Meier in der Feuer- und Rettungswache den Kameraden bei der Bewältigung der vielen Anrufe geholfen.

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