Fr., 13.10.2017

Aberglaube Warum man sich vor Freitag, dem 13. nicht fürchten sollte

Der Kalender zeigt es heute wieder an: Es ist Freitag, der 13. Viele Menschen befürchten, Missgeschicke oder gar Unglücke an diesem Tag.

Der Kalender zeigt es heute an: Es ist „Freitag der 13“. Viele Menschen befürchten Missgeschicke oder gar Unglücke an diesem Tag. Foto: dpa

Tecklenburger Land - 

Freitag, der 13. ist für manche ein Pechtag, für andere ein Glückstag. Aber wie gehen Geistliche mit dem Klassiker des Aberglaubens um? Interessante Ansichten über „Verführungen“ und die „selbsterfüllende Prophezeiung“:

Von Luca Pals und Mareile Menzel

Haben Sie es gemerkt? Es ist Freitag, der 13. Manche Menschen verspüren große Ängste an einem Tag wie heute, andere bleiben cool und locker. Pünktlich zum Klassiker aus der Rubrik Aberglaube hat unsere Zeitung Geistliche, Pfarrer und Pastoren im Tecklenburger Land gefragt, was ihnen zum Thema Aberglauben einfällt.

Das Gegenteil von Glaube

Eines gleich vorneweg: Abergläubisch ist keiner der Befragten. Harald Klöpper, evangelischer Pastor in Lengerich, schmunzelt: „Nein, es funktioniert bei mir nicht.“ Und seine Ortskollegin Sigrid Holtgrave erzählt: „Ich bin selber an einem 13. geboren, der Tag hat mir bisher immer nur Glück gebracht.“ Kritisch reagiert die Protestantin Ulrike Wortmann-Rotthoff aus Tecklenburg: „Ich bin nicht abergläubisch, weil es das Gegenteil von meinem Glauben ist.“

Keiner der Geistlichen ist also abergläubisch, andere Menschen dagegen sind es schon – warum ist das so?

Aberglaube als Erklärung für negative Geschehnisse

„Weil wir gerne eine Erklärung für die negativen Einflüsse haben wollen“, deutet es Verena Westermann, Pastorin aus Kattenvenne. Ihr Nachbar aus Ladbergen, Pastor Ingo Göldner, meint: „Der Mensch braucht Gesetzmäßigkeiten für sein Leben, an diesen kann er sich orientieren. Das gibt ihm etwas Vertrautes und Stabilität.“ Susanne Michel aus Lienen spricht von einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“, Menschen seien an diesem Tag besonders vorsichtig. Simpler sieht es Holtgrave: „Aberglaube hat etwas mit Angst zu tun, die Menschen müssen lockerer damit umgehen.“

Eine Art Vertrauen

Trotzdem glauben Menschen an die schwarze Katze – sehen die Theologen dies kritisch? Und: Darf sich ein Geistlicher an diesem Kult orientieren? „Man soll sich davon nicht verführen lassen – das steht auch in den Büchern Mose“, erläutert Wortmann-Rotthoff. Westermann zeigt Verständnis, sieht im Aberglauben aber keine Lösung. Und Miriam Seidel aus Ladbergen meint: „Pastoren sind Menschen und Christen wie alle anderen auch, für uns braucht man keine eigenen Maßstäbe.“ Eher locker sieht es ihr Kollege Göldner: „Aberglaube ist auch eine Art Vertrauen und daher nicht nur negativ zu betrachten.“

Die 13 als „Dutzend des Teufels“

Die Meinungen gehen auseinander, der Ursprung des Kults dagegen nicht. Woher kommt die Angst vor dem heutigen Tag? Zum einen besteht laut Experten schon lange eine Furcht rund um den Wochentag sowie der Zahl 13 – in der Kombination führe das zum Aberglauben. In der deutschen Sprache galt die 13 als „Dutzend des Teufels“, dazu soll Jesus an einem Freitag gekreuzigt worden sein. Unglücke wie der Börsencrash in Amerika 1929, bekannt als „Schwarzer Freitag“, bestärkten in der Geschichte immer wieder den Kult.

In anderen Ländern keinerlei Bedeutung

Anders als in Deutschland und vielen anderen Ländern hat Freitag, der 13. zum Beispiel in spanischsprachigen Ländern sowie Griechenland keinerlei Bedeutung. Angst haben die Menschen in diesen Ländern dagegen, wenn der 13. Monatstag auf einen Dienstag fällt. In Italien sind die Menschen besonders am Freitag, den 17. vorsichtig. So hat wohl jeder den einen oder anderen Glauben an schwarze Katzen oder verbindet mit dem vierblättrigen Kleeblatt und dem Schornsteinfeger besonders viel Glück.

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