Do., 26.10.2017

Sekundärbrennstoffe: Dyckerhoff darf bis zu 100 Prozent einsetzen Genehmigung liegt vor

Fluff besteht hauptsächlich aus Kunststoff-Abfällen, die nach Vorgaben von Dyckerhoff gemischt werden. Künftig darf das Unternehmen bis zu 100 Prozent Sekundärbrennstoffe einsetzen. Bislang galten Grenzen von 60 (Ofen 4) beziehungsweise 75 Prozent (Ofen 8).

Fluff besteht hauptsächlich aus Kunststoff-Abfällen, die nach Vorgaben von Dyckerhoff gemischt werden. Künftig darf das Unternehmen bis zu 100 Prozent Sekundärbrennstoffe einsetzen. Bislang galten Grenzen von 60 (Ofen 4) beziehungsweise 75 Prozent (Ofen 8). Foto: Michael Baar

Lengerich - 

Es hat lange gedauert, nun liegt sie vor, die Genehmigung der Bezirksregierung, die Dyckerhoff den bis zu 100-prozentigen Einsatz von Sekundärbrennstoffen gestattet. Das hat der Zementhersteller am Donnerstag mitgeteilt.

Von Michael Baar

Die Genehmigung der Bezirksregierung Münster liegt vor, im Januar beginnt Dyckerhoff mit der Umrüstung der Drehöfen auf den bis zu 100-prozentigen Einsatz von Sekundärbrennstoffen. Das hat das Unternehmen am Donnerstag mitgeteilt. Damit ist der „Weg frei für Investitionen in Höhe von rund zehn Millionen Euro am Standort Lengerich“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Begonnen wird mit der Umrüstung des Drehofens 8 auf den Einsatz der Sekundärbrennstoffe (Fluff). Dort wird Normalzement produziert. Als Erstes werden die vorhandenen EGR-Filter (Elektrostatische Gasreinigungsanlage) gegen Tuchfilter ausgetauscht. Dadurch wird das Unternehmen nach eigenen Angaben vorzeitig die ab 2019 gültigen neuen Grenzwerte für Stickoxide und Ammoniak einhalten. Der Grenzwert für Schwefeloxide werde um 60 Prozent auf 140 Milligramm/Nm³ (Normalkubikmeter) reduziert.

Auf Braunkohlenstaub als Heizmaterial wird Dyckerhoff auch künftig nicht verzichten können. „Wenn die Öfen angefahren werden, kommen wir nicht ohne Braunkohlenstaub aus“, sagt Steffi Fischer. Die Leiterin Umwelt und Öffentlichkeitsarbeit im Werk Lengerich unterstreicht, dass Sekundärbrennstoffe „nur im Normalbetrieb zum Einsatz kommen“.

Die Arbeiten am Drehofen 8 sollen im Januar starten. Die Nachfrage nach Normalzement sei im Winter geringer als zu anderen Jahreszeiten. Zudem habe dann immer die Jahresrevision angestanden. Allerdings, das bestätigt Steffi Fischer, werde die Umrüstung der Filtertechnik mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Ein genauer Termin, wann diese Arbeiten am Drehofen 4 (dort werden Spezialzemente produziert) aufgenommen werden, steht noch nicht fest. „Vermutlich im Sommer“, sagt die Sprecherin. Das würde in den Nachfrage-Zyklus dieser Produkte passen.

Als Vorteile der Tuchfilter gegenüber den EGR-Filtern nennt Dyckerhoff einen gleichmäßigeren Betrieb der Öfen sowie einen um zehn Prozent höheren Abscheidegrad für Quecksilber, der mit einer Reduzierung der maximalen Eingangswerte für Quecksilber im Fluff von 1,2 auf 0,9 Milligramm/Kilogramm einhergehe.

Gravierende Veränderungen hat es zudem bei den stoffspezifischen Eingangswerten für Eisenoxidträger gegeben. Bislang, so Dyckerhoff, hätte ein Summen-Grenzwert für elf unterschiedliche Schwermetalle aus dem Jahr 1979 gegolten. Die aktuelle Genehmigung definiere Werte, mit denen einzelne Stoffe entsprechend ihrer Umweltrelevanz individuell reguliert werden. Bei Quecksilber komme es dabei zu einer Reduzierung um 50 Prozent, schreibt das Unternehmen.

„Die Bezirksregierung hat unserem Antrag in allen für uns wesentlichen Punkten entsprochen“, stellt Werksleiter Franz-Josef Barton fest. Das führt er unter anderem auf die sorgfältige Vorbereitung sowie die Berücksichtigung kritischer Fragen Dritter zurück. Ein Teil der Investitionssumme von zehn Millionen Euro soll durch Einsparungen aufgebracht werden. So ist Braunkohlenstaub etwa 50 Prozent teurer als Sekundärbrennstoff. Unter dem Strich werde die Wettbewerbsfähigkeit des Werkes Lengerich gestärkt.

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