Di., 12.12.2017

Totes Schaf Es war kein Wolf

Genetische Untersuchungen der Überreste des Schafes haben für Klarheit gesorgt: Das Tier ist nicht von einem Wolf gerissen worden.

Genetische Untersuchungen der Überreste des Schafes haben für Klarheit gesorgt: Das Tier ist nicht von einem Wolf gerissen worden. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Lengerich - 

Das am 13. November auf einer Weide in Lengerich aufgefundene tote Schaf ist nicht von einem Wolf gerissen worden. Das hat ein Gen-Test ergeben, dessen Ergebnis das zuständige Landesamt am Dienstag mitgeteilt hat. Die Speichelreste am Kadaver stammen von einem Hund.

Von Michael Baar

Es war kein Wolf, der im November in Lengerich ein Schaf gerissen hat. Das hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) Nordrhein-Westfalen am Dienstag mitgeteilt. „Es ist keine Wolf-DNA am Kadaver gefunden worden, dafür aber Hunde-DNA“, erklärt Wilhelm Deitermann auf Nachfrage der WN. Der Kadaver des Schafes war am 13. November vom Halter weitgehend skelettiert auf einer Weide an der Poststraße aufgefunden worden.

Speichelreste an dem Kadaver des ostfriesischen Milchschafes sind vom Senckenberg Institut – es ist als Nationales Referenzzentrum für genetische Untersuchungen bei Luchs und Wolf mit der DNA-Analyse vom Lanuv beauftragt worden – eindeutig einem Hund zugeordnet worden.

Die Ursache für den Tod ist nicht mehr zweifelsfrei nachweisbar. Dazu sei zu wenig übrig geblieben von dem Schaf. Ob das Tier eines natürlichen Todes gestorben ist, von einem Menschen getötet oder einen Hund gerissen wurde, „das spielt für uns keine Rolle“, stellt Wilhelm Deitermann fest. Ebenso wenig, um was für einen Hund es sich gehandelt hat, der den Kadaver befressen hat, ergänzt der Pressesprecher des Lanuv.

Übergriffe von Hunden auf Schafe und andere Weidetiere seien leider häufig zu beklagen. „Es ist nicht ungewöhnlich, dass frei laufende oder unbeaufsichtigte Hunde ein Tier reißen.“ Deshalb die Bitte des Landesamts an Hundehalter, ihre Vierbeiner nicht streunen zu lassen und auch beim Spaziergang unter Kontrolle zu halten, damit Übergriffe auf andere Tiere verhindert werden.

Das Lanuv erreichen regelmäßig Meldungen über Wolf-Sichtungen. „Sehr häufig sind es Hunde“, berichtet Wilhelm Deitermann. Im jüngsten Fall habe sich der Wolf als Schlittenhund herausgestellt. Unter dem Strich sei es im Jahr vielleicht eine Handvoll Meldungen, bei denen sich die Vermutung Wolf am Ende bestätige.

Bei diesen Tieren handele es sich in der Regel um durchziehende Wölfe, in der überwiegenden Zahl aus Niedersachsen. „Das können Jungwölfe sein, die das Rudel verlassen haben, und sich jetzt auf die Suche nach einer Partnerin machen“, nennt der Pressesprecher eine mögliche Ursache. Heimisch seien die Jäger mit dem grauen Fell nicht. „Nordrhein-Westfalen ist Wolf-Erwartungsland“, so die amtliche Definition.

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