Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr
Viele, aber kleinere Einsätze

Lengerich -

24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr: Sie retten, löschen, bergen und schützen, wann immer sie gebraucht werden. Und wenn es sein muss, auch dann, wenn die eigene Jahreshauptversammlung voll im Gange ist.

Sonntag, 18.03.2018, 20:03 Uhr

Zahlreiche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Lengerich freuten sich am Freitag über eine Beförderung oder die Ehrung für langjährige Mitgliedschaft (rechts).
Zahlreiche Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Lengerich freuten sich am Freitag über eine Beförderung oder die Ehrung für langjährige Mitgliedschaft (rechts). Foto: Mareike Stratmann

Als Lengerichs Wehrführer Hartwig Hübner am Freitagabend das Jahr 2017 mit seinen insgesamt 309 Einsätzen – die zweitmeisten der langjährigen Geschichte – sowie vielen Ausbildungsstunden und besuchten Lehrgängen Revue passieren ließ, gingen die Piepser. Die Lengericher Feuerwehr-Kameraden wurden mit dem Gelenkmastwagen als Unterstützung zum Großbrand nach Ibbenbüren gerufen. Drei Männer machten sich direkt auf den Weg. Die Versammlung ging wie geplant weiter.

Es waren viele, aber keine besonderen Einsätze, die die aktiven Kameraden im vergangen Jahr zu bewältigen hatten, betonte Hartwig Hübner. Der Großteil – nämlich 203 – gehörte dem Bereich der technischen Hilfeleistung an, 40 Mal wurde die Wehr zu Bränden gerufen. Und 60 Mal kehrten die Blauröcke nach Fehlalarmierungen unverrichteter Dinge wieder zur Wache zurück. „Das ist eine echte Hausnummer“, ärgerte sich Hübner und sprach vor allem die Brandmeldeanlagen an, die teils fehlerhaft, teils aber auch wegen unsachgemäßer Arbeiten in deren Umfeld Alarm geschlagen hatten. „Da müssen wir uns was einfallen lassen und gegebenenfalls auch mal Rechnungen schicken“, so die Ansage Hübners. Die Kameraden quittierten es mit Applaus.

Ebenfalls erwähnenswert: 37 Mal wurden die Lengericher gerufen, weil sich Menschen in Notlagen befanden. Beispielsweise hinter verschlossenen Türen. Unterm Strich entpuppte sich laut Hübner nur rund ein Drittel aller Alarmierungen als Notfalleinsatz. Eine Tendenz, dass Bürger vorschnell die Leitstelle anrufen, machte auch Kreisbrandmeister Raphael-Ralph Meier aus. In puncto Orkan Friederike, in dessen Rahmen Mitte Januar kreisweit 1300 Einsätze abgearbeitet wurden, sei „jeder Blödsinn gemeldet worden“. „Zum Beispiel, dass das Trampolin beim Nachbarn im Garten gelandet ist.“ Verständnisloses Kopfschütteln.

Aber es gab auch Grund zur Freude: Bürgermeister Wilhelm Möhrke lobte das große Engagement der Lengericher Wehr. „Was Sie leisten, ist mit Geld nicht zu bezahlen“, sagte er. Der Vorsitzende des Verbands der Feuerwehren im Kreis Steinfurt, Manfred Kleine Niesse, richtete seinen Blick bereits Richtung 6. Mai. Dann findet in Lengerich der große Kreisfeuerwehrtag statt (die WN berichteten), und Kleine Niesse sagte mit Blick auf die Vorbereitungen: „Das sieht schon sehr, sehr gut aus.“

Wehrführer Hartwig Hübner bedankte sich bei den Aktiven für deren allgemeines Engagement, aber auch für das, was sie im Rahmen zahlreicher Aus- und Fortbildungen an den Tag gelegt haben. Einher damit gingen auch personelle Wechsel. So übernimmt Björn Schilling die Führung des ersten Zuges von Helmut Porrmann, der nach zehn Jahren in dieser Position in die Ehrenabteilung wechselt. Hübner dankte Porrmann für eine „wunderschöne Zeit“. Bernd Tuchen wird stellvertretender Zugführer im ersten Zug. Stefan Lauxtermann bekleidet diese Position fortan im zweiten Zug.

Zudem haben 2017 elf Kameraden am Leistungsnachweis teilgenommen. Einige von ihnen wurden für die wiederholte Teilnahme ausgezeichnet.

Die Zahl der Mitglieder hat sich im vergangenen Jahr kaum verändert. Die aktive Wehr zählt 96 Kameraden, die Jugendfeuerwehr elf, die Ehrenabteilung 39, der Spielmannszug 22. Letzterer würde sich über neue Mitglieder freuen. Denn sonst, so Jürgen Hackmann, „geht bald eine über 100-jährige Tradition zu Ende“.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5600536?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Einkaufstour vor laufender Kamera
Freundin Christiane Reher (l.) hat Tanja Ostgathe auf der Shopping-Queen Einkaufstour begleitet
Nachrichten-Ticker