Umstellung beim Erdgas
Stadtwerke informieren

Lengerich/Tecklenburg -

Bislang heizen die Kunden der Stadtwerke Lengerich mit L-Gas, das in den Niederlanden gefördert wird. Ende des Monats erhalten die Bezieher Post vom Energieversorger. Darin wird die Umstellung der Versorgung auf H-Gas angekündigt. Dieses wird aus Russland und Norwegen importiert. Für die Gaskunden bedeutet das Umstellungen an allen ihren Geräten, die mit diesem Energieträger betrieben werden.

Donnerstag, 17.05.2018, 17:05 Uhr

Nicht mehr aus den nahen Niederlanden, sondern aus dem fernen Russland und aus Norwegen wird künftig das Gas kommen.
Nicht mehr aus den nahen Niederlanden, sondern aus dem fernen Russland und aus Norwegen wird künftig das Gas kommen. Foto: dpa

Post von den Stadtwerken sollen Ende Mai die Gaskunden des kommunalen Energieversorgers bekommen. Die Briefe werden gewichtige Informationen enthalten: Es geht um die Umstellung vom sogenannten L- auf H-Gas. Was es damit genau auf sich hat, darüber sprach am Dienstag in den Stadtratssitzungen in Lengerich und Tecklenburg SWL-Prokurist Daniel Wolter.

Hintergrund sind Probleme in den Niederlanden. Im sogenannten Groninger Feld, wo L-Gas auch für Deutschland gefördert wird, gibt es seit Jahren immer wieder kleine Erdbeben. Am 8. Januar mit einem Wert von 3,4 auf der Richterskala das bislang stärkste, so Wolter. Das reiche, um zum Teil erhebliche Schäden an Gebäuden zu verursachen – und dafür, dass schon vor Jahren entschieden worden ist, die Produktion schrittweise zurückzuführen.

Für Deutschland und damit auch für die SWL-Gaskunden hat das zur Folge, dass sie künftig mit H-Gas aus Russland und Norwegen statt mit L-Gas versorgt werden. Dafür sind Umrüstungen an allen Gasgeräten notwendig. Bei einigen wenigen alten wird das technisch nicht möglich sein. Sie müssen komplett ausgetauscht werden. Wolter sagte, die Stadtwerke rechneten damit, dass es um weniger als ein Prozent gehe. Für die Betroffenen könnte das indes ziemlich teuer werden, denn Zuschüsse für Ersatzbeschaffungen wird es nach den Worten des Prokuristen nur auf einem sehr geringen Niveau geben.

Die Umstellung auf H-Gas ist für 2020 geplant (Leeden erst 2030). Doch da es viel Vorarbeit benötige – die SWL sind bereits seit Langem an dem Thema dran –, beginne nun schon die Phase, in der die Kunden einbezogen werden. Im weiteren Verlauf würden weitere Schreiben folgen. Unter anderem geht es darum, zu erfassen, welche Geräte die Kunden haben und an welchem Termin in den einzelnen Haushalten die Anpassung der Geräte erfolgt.

Direkte Kosten würden den rund 12 500 Kunden dabei nicht entstehen, versicherte Wolter. Die Stadtwerke kalkulieren seinen Worte zufolge, dass die Aktion insgesamt mit Ausgaben von rund fünf Millionen Euro verbunden sein wird. Geld, das wie bei allen anderen Umstellungen im Land auch auf die Gesamtheit aller Gaskunden umgelegt werde. Und auch bei den laufenden Aufwendungen werde sich nichts ändern, so Wolter. H-Gas sei zwar etwas teurer, das werde aber über den geringeren Verbrauch aufgefangen.

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