Vortragsreihe „Fußball – mehr als nur Sport“
Immer wieder neue Fakten zur Nazi-Zeit

Lengerich -

Mit Dietrich Schulze-Marmeling setzte ein bekannter Fußball-Experte den Schlusspunkt in der dreiteiligen Vortragsreihe von Volkshochschule und Fanclubs.

Mittwoch, 13.06.2018, 18:07 Uhr

Buchautor Dietrich Schulze-Marmeling war der dritte Referent in der Veranstaltungsreihe Fußball-Vorträge.
Buchautor Dietrich Schulze-Marmeling war der dritte Referent in der Veranstaltungsreihe Fußball-Vorträge. Foto: Jendrik Peters

Er mag Bratwurst, Pommes und Bier, vor allem dann, wenn diese „Delikatessen“ ohne Bezahlkarte zu haben sind. Die Rede ist vom bekannten Buchautor Dietrich Schulze-Marmeling, der einen Vortrag zum Thema „Der FC Bayern, seine Juden und die Nazis“ hielt und damit rund 20 Interessierte im Lengericher Gempt-Bistro erfreute, die allesamt dem Lengericher FC Bayern-Fanclub „Rot-Weisse Augustiner“ angehörten. Der Fanclub präsentierte den Abend in Kooperation mit der Volkshochschule Lengerich.

Als der FC Bayern 1932 die erste Deutsche Meisterschaft errang, waren etwa zehn Prozent der Mitglieder Juden. Gut sieben Monate später wurde Hitler Reichskanzler und der Antisemitismus zur Staatsräson erhoben. Auch der FC Bayern, der seine Spitzenposition im deutschen Fußball auch einem jüdischen Präsidenten, jüdischen Trainern und jüdischen Sponsoren zu verdanken hatte, passte sich Schritt für Schritt den neuen Machthabern an. Die Nazis wurden trotzdem nie richtig warm mit dem Club.

In seinem Vortrag ging der Autor auf wichtige jüdische Personen in der Vereinshistorie des deutschen Rekordmeisters ein, wie beispielsweise Kurt Landauer. Der war von 1913 bis 1914, von 1919 bis 1933 und erneut von 1947 bis 1951 Präsident des FC Bayern München und wurde 2013 posthum zum Ehrenvorsitzenden des Vereins gewählt. Landauer, so Schulze-Marmeling, habe nicht nur am Erfolg des FC Bayern, sondern auch an der Weiterentwicklung des deutschen Fußballs im Kontext der Professionalisierung maßgeblichen Anteil.

Der Referent geht immer wieder auf aktuelle Entwicklungen ein und berichtet, dass die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit im Kontext FC Bayern und generell im Fußball erst mit der Jahrtausendwende begann und dadurch noch sehr jung sei. „Es kommen immer wieder neue Fakten ans Licht, das ist sehr interessant“, so der in Altenberge lebende Fußballfachmann.

Der Vortrag bildete den Abschluss der dreiteiligen Vortragsreihe „Fußball – mehr als nur Sport“ der Volkshochschule. „Insgesamt bin ich ganz zufrieden“, zieht Jendrik Peters, der die Reihe im Rahmen der politischen Bildung organisiert hat, ein Resümee. „Die Kooperation mit den beiden Fanclubs hat sich bewährt, andernfalls wären nur sehr wenige Interessierte gekommen“, fügt er nachdenklich hinzu.

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