Diskussion über Standort für eine Skateanlage
Zu viele offene Fragen

Lengerich -

Eine provisorische Skateanlage auf dem Gelände der Gutenberg-Schule? Seit Dienstagabend steht ein dickes Fragezeichen hinter dieser Idee. Auf der einen Seite stoßen die Kosten für ein Provisorium den Mitglieder im Ausschuss für Soziales, Generationen und Sport sauer auf. Zum anderen ist immer noch nicht geklärt, ob die Anlage nicht doch sofort auf dem Platz hinter der Rettungswache realisiert werden kann. Einen entsprechenden Beschluss hat der Stadtrat schon vor vier Jahren gefasst.

Donnerstag, 14.06.2018, 08:00 Uhr

Ohne Lärmschutzwand geht an der Gutenberg-Schule nichts in Sachen Skateanlage, erläutert Planer Ingo Naschold im Ausschuss.
Ohne Lärmschutzwand geht an der Gutenberg-Schule nichts in Sachen Skateanlage, erläutert Planer Ingo Naschold im Ausschuss. Foto: mba

Nach knapp 90 Minuten Diskussion hat der Ausschuss auf Antrag der SPD die Entscheidung vertagt. Die soll jetzt am 26, Juni im Haupt- und Finanzausschuss fallen. Bis dahin muss die Stadtverwaltung eine klare Antwort auf die Frage liefern, ob die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gelände der Rettungswache deren in den nächsten Jahren geplante Umsiedlung ebenso blockieren könnte wie die Schaffung einer Skateanlage.

Derzeit gibt es für dieses Areal zwischen Schulstraße und TWE-Gleisen keinen Bebauungsplan. Der Kreis habe signalisiert, dass bei Aufstellung eines entsprechenden Papiers die Rettungswache dann unter den Begriff Bestand falle. Was nicht zu den Plänen der Stadt in Sachen Umsiedlung der Rettungswache passe, erläutert Bürgermeister Wilhelm Möhrke.

Was Widerspruch beim Andreas Kuhn hervorruft. Ihm erschließe sich bis heute nicht, warum der Beschluss des Rates nicht umgesetzt worden ist, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Das solle die Verwaltung doch bis zur Hauptausschuss-Sitzung klären, begründet er, warum die Sozialdemokraten an diesem Abend keinen Beschluss fassen wollen.

Der wäre ohnehin schwierig geworden, denn Ingo Naschold wartet mit interessanten Informationen zum angedachten Provisorium Skateanlage an der Gutenberg-Schule auf. Eine Skateanlage, wie sie vor fünf Jahren auf dem Parkplatz der LWL-Klinik demontiert worden ist, hält er an der Margarethenstraße nur für schwer umsetzbar. Größtes Hindernis, so der Geschäftsführer der DSGN Concepts (Münster), sei der Lärmschutz. Ohne eine drei Meter hohe Mauer zur Straße und abknickend noch ein Stück weit entlang der Zufahrt zum Schulhof ging dort nichts.

Anders sähe das bei einer Pumptrack-Anlage aus. „Da wird gerollt, für Tricks gibt es keine Geräte“, beschreibt der Fachmann diese Version mit einfachen Worten. Der Lärmschutz sei dann auch kein Problem. Damit die Ausschussmitglieder auch optisch einen Eindruck von einer Pumptrack-Anlage erhalten, zeigt er einen kurzen Film.

Ein Asphaltband in einer Wellenlandschaft, auf der neben Skatern auch Bobby Cars, Laufräder, Fahrräder und Mountain-Bikes bewegt werden können – die Ausschussmitglieder horchen auf. „Das ist auch schon beim Workshop im Jugendzentrum angedacht worden“, ergänzt der Planer. Stattgefunden hat das vor vier Jahren.

Als er dann eine grobe Kostenschätzung für das Provisorium Gutenberg-Schule vorstellt, holt mancher Kommunalpolitiker tief Luft. Rund 170 000 Euro dürfte die Skateanlage kosten, die Pumptrack-Version wäre mit 110 000 Euro günstiger.

Zu viel, findet Bärbel Brengelmann-Teepe. „Bei den Preisen ein Provisorium? Da werden wir in fünf Jahren nicht mehr über eine Dauerlösung sprechen, sondern ein dauerhaftes Provisorium“, orakelt das Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Jürgen Busch (CDU) plagen andere Sorgen: 150 Quadratmeter (m²) Fläche für eine Pumptrack oder 225 m² für eine Skateanlage erscheinen im „ziemlich klein“. „Was wollen die Jugendlichen“, fragt er.

Einen Workshop machen, um die aktuelle Meinung der Skater zu erfragen, schlägt Alida Mutlak, Vorsitzende des Jugendbeirats, vor. Das würde die Umsetzung eines Provisoriums noch in diesem Jahr, wie es der Bürgermeister im vergangenen Jahr zugesichert hat, mit ziemlicher Sicherheit vereiteln.

Nach kurzem Hin und Her unterbricht die Ausschussvorsitzende Gerda Stiller „für fünf Minuten“ die Sitzung. Zeit für Thomas Brümmer, Leiter des Jugendzentrums, und einige Jugendliche, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Was im Prinzip das Ergebnis des 2014er Workshop bestätigt: Eine Pumptrack-Anlage plus einige Geräte. Im Fachjargon Streetflow-Park genannt.

Das stößt auf allgemeines Interesse. Doch Petra Tiemann-Niermann, Vorsitzende des Stadtsportbundes, weist auf einen anderen Aspekt hin: „Macht´s den jungen Leuten leicht und findet eine Lösung.“ Das sich vier Jahre nichts getan habe – nicht nur sie quittiert das mit einem Kopfschütteln.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5817312?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F175%2F
Umweltdezernent will einen Kursschwenk in Münsters Rathaus
Diese alte Platane im Kreuzviertel, ein Naturdenkmal inmitten eines Neubauprojektes, verdeutlicht den Zielkonflikt zwischen Wohnraumschaffung und Naturschutz. Mit einer Baumschutzsatzung will die Stadt in diesem Zusammenhang den Naturschutz stärken.
Nachrichten-Ticker