Abenteuer unterm Dach
Mi., 05.10.2011
Andreas und Matthias Hoffmeier laden beim Römermarkt zur Erlebnistour ein
Lengerich -
Der Aufzug setzt sich langsam in Bewegung. Es ruckelt und klappert ein wenig. Nach gut einer Minute ist die Kante des Daches erreicht. „Hier geht es los“, zeigt Andreas Hoffmeier auf die Dachkehle. An einer Gaube schlägt er die Abdeckung zur Seite. „Hier ist der Einstieg“, erklärt er und schwupps, ist er im Dunklen verschwunden. „Ich muss eben noch neue Batterien einlegen, dann kann es weitergehen“. Auftakt einer Erlebnistour im Taschenlampenschein über und durch das Dach und Gewölbe der Stadtkirche.
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Andreas Hoffmeier kennt sich da oben vorzüglich aus. Der Bauingenieur und Zimmermann ist mit der Sanierung des Kirchendaches befasst. Die Zimmerei Hoffmeier aus Wechte führt die gesamten Holzarbeiten durch. Was, das möchte Andreas Hoffmeier mit seinem Bruder Matthias im Rahmen einer Begehung Interessierten näher bringen.
Am Sonntag bieten die beiden die Erlebnistour an. Im Rahmen des Römermarktes. „Irgendwann ist uns die Idee gekommen. Wir möchten die Chance nutzen und zeigen, warum es dringend notwendig ist, die Sanierung durchzuführen“, schildert Hoffmeier. Inzwischen sind die ersten Arbeiten abgeschlossen und bereits neuer Schiefer aufgebracht worden. Bis Jahresende soll der erste Abschnitt an der Nordseite fertig sein. Danach soll die Südseite saniert werden. Insgesamt müssen dafür rund 650 000 Euro investiert werden.
„Vieles, was wir gemacht haben, können wir zeigen“, erklärt der Fachmann, der leichtfüßig durch die hölzerne Dachkonstruktion steigt. Mit der Taschenlampe leuchtet er auf Stellen, wo das alte Holz ganz marode war und durch neues ersetzt worden ist. „An einigen Stellen waren die Balken durch eindringendes Wasser vollkommen durchgefault“, berichtet Andreas Hoffmeier.
Über schmale Bretter, Balken, Leitern und Treppen führt der Weg auf das Gewölbe. Immer wieder hält Hoffmeier inne, zeigt, wo was zu tun ist. Zwischendurch ist Zeit, durch Dachluken einen Blick von oben auf Lengerich zu werfen. „Bis Sonntag werden wir die Wege, die wir bei der Tour gehen, noch ausgelegt und abgesichert. Zudem werden Lampen zur Ausleuchtung aufgestellt“, erklärt Andreas Hoffmeier.
In Gruppen zu maximal fünf Personen wird die Tour im halbstündlichen Takt durchgeführt. Wer teilnehmen möchte, sollte rüstig und gut zu Fuß sein. Sonntagskleidung ist nicht zu empfehlen, denn es ist doch sehr staubig im Kirchengebälk. Gegen einen kleinen Obolus ist allerdings ein echtes Erlebnis garantiert.
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