Lengerich

Fr., 03.09.2010

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Vergessenes Getreide

Alte Kornsorten sind für den Schaftag in Wechte von Beatrix Pliet von der ANTL ausgesät worden. Die sollen passend zum Festtag geerntet und dem Publikum vorgestellt werden. Foto: (Maria Wellmeyer)
Von Martin Weßeling

Lengerich - Beatrix Pliet ist zufrieden mit der Ernte auf dem besonderen Ackerstück der ANTL in Wechte. Wie berichtet, startete die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL) im Hinblick auf den Schaftag, der am Sonntag, 12. September, zum dritten Mal rund um den Gasthof Prigge stattfindet, ein interessantes Projekt: Man säte auf einem Ackerstück in der Nähe der Bodelschwinghkirche 30 alte Getreidesorten aus, die beim Schaftag in einem Vortrag erläutert und auch vorgestellt werden sollen.

Sie sei positiv überrascht, sagte Beatrix Pliet jetzt bei einem Besuch auf dem Ackerstück in Wechte. Alle 30 ausgesäten Sorten seien aufgegangen und hätten sich trotz der sommerlichen Hitze gut entwickelt. Mit diesem Projekt möchte die ANTL der Bevölkerung den Artenreichtum früherer Ackerkultur nahebringen. Ein Teil davon sei auch die „Weizenevolution“, ein Überblick über die Entwicklung des Getreides von seiner Wildform bis zur „Hochertragssorte“ heutiger Zeit, so die Fachfrau.

Am Sonntag, 12. September, wird Anja Oetmann-Mennen um 14 Uhr in der Bodelschwinghkirche die Getreidesorten erläutern. Dort sollen dann auch verschiedene Sorten zu sehen sein.

Die Bodelschwinghkirche wird auch bei diesem Schaftag wieder im Mittelpunkt interessanter Informationsvorträge stehen. Auftakt der ländlichen Veranstaltung ist um 10 Uhr ein plattdeutscher Gottesdienst, den Pfarrer Ernst-Ulrich Stegemeier hält und den der MGV Antrup mitgestaltet. Professor Dr. Jürgen Eberhard wird nach dem Gottesdienst über das Hunsche-Archiv, zu dem auch die Hunsche-Bibel gehört, informieren. Das Archiv, untergebracht im alten Gasthof Prigge, kann am 12. September besichtigt werden.

Auch in diesem Jahr fallen Schaftag und „Tag des Denkmals“ zusammen. War vorher schon mal das Megalithgrab in Wechte als Denkmal herausgestellt, so steht in diesem Jahr der alte Gasthof Prigge im Mittelpunkt, da das Motto des Denkmaltages lautet „Reise, Handel und Verkehr“, was zum Landgasthof als traditioneller Anlaufstelle der Reisenden früherer Zeiten passt. Lengerichs Archivar Wolfgang Berghoff wird gegen 13.30 Uhr zu diesem Thema sprechen. Beim Studium der alten Akten fand er unter anderem heraus, dass der Gasthof Prigge früher für viele Urlauber eine beliebte Anlaufstelle war. So wählten auch Mitglieder von Krupp aus Essen den Gasthof für ihre Sommerfrische aus.

Wer sich für das historische Megalithgrab in Wechte interessiert, kommt trotzdem auf seine Kosten: Gegen 13 Uhr wird im Rahmen des Programms der „Bodenwoche“, die veranstaltet wird vom Umweltamt des Kreises Steinfurt zusammen mit der Natur- und Umweltschutzakademie NRW, eine Führung zum Megalithgrab in Wechte stattfinden. Die Organisatoren der Bodenwoche erklären dazu, dieses 2000 Jahre alte Megalithgrab sei ein „Bodendenkmal und ein Beispiel für die konservierende Eigenschaft des Bodens“.


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