Mi., 13.08.2014

Vor 20 Jahren starb Friedrich E. Hunsche Heimatforscher mit Leib und Seele

Friedrich Ernst Hunsche in seinem Arbeitszimmer in Ibbenbüren. Auf dem Schreibtisch liegen Bücher und Manuskripte. Abgedeckt ist die Schreibmaschine, das wichtigste Arbeitsmittel des bekannten Schriftstellers und Heimatforschers.

Friedrich Ernst Hunsche in seinem Arbeitszimmer in Ibbenbüren. Auf dem Schreibtisch liegen Bücher und Manuskripte. Abgedeckt ist die Schreibmaschine, das wichtigste Arbeitsmittel des bekannten Schriftstellers und Heimatforschers. Foto: Wilhelm Schmitte

Lienen - 

Kosmopolit – Weltbürger. So hat sich Friedrich Ernst Hunsche in einem WN-Gespräch einmal selbst bezeichnet. In der Tat: Der Schriftsteller und Heimatforscher ist auf vielen Gebieten bewandert gewesen. Sprachen (Englisch, Holländisch, Spanisch, Italienisch) gehen ihm fließend über die Zunge. Kunst, Astronomie, Literatur, Physik und Philosophie sind seine Leidenschaft.

Von Wilhelm Schmitte

Seine größte Leistung ist jedoch das Erforschen von Heimat, Brauchtum, Geschichte und das von ihm geliebte Plattdeutsch gewesen. Für nahezu jeden Ort des Tecklenburger Landes hat Hunsche eine Chronik verfasst.

Hunsche erblickt am 1. September 1905 in Meckelwege das Licht der Welt, besucht zunächst die dortige Heideschule. Von 1920 bis 1923 macht der Lienener eine Schlosserlehre, muss diese aber gesundheitsbedingt abbrechen. Der Autodidakt trifft den berühmten Kölner Märchenforscher Friedrich von der Leyen , der den jungen Studenten fördert.

Von 1940 bis 1946 ist Hunsche in der Arbeitsamt-Außenstelle Lengerich beschäftigt. Er wohnt von 1942 bis 1954 in Lengerich, zieht anschließend nach Brochterbeck. 1965 wird Ibbenbüren seine neue Heimat.

Schon 1925 verfasst der Lienener für die „Lengericher Zeitung“, das „Tecklenburger Kreisblatt“ und später für den „Tecklenburger Landboten“ heimatkundliche Beiträge. Außerdem wirkt er am Westfälischen Wörterbuch mit. Am 17. September 1941 heiratet er Frieda Sudhaus. Dem Paar werden drei Kinder geschenkt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg spezialisiert sich der Heimatforscher auf Familien- und Privatforschungen. Von 1960 bis 1979 baut er beim Kreis Tecklenburg das Kreismuseum, das Kreisarchiv und die Bücherei auf.

1949 verfasst Hunsche das Hörspiel „Der Pförtner von Delft“. Sein erstes Heimatbuch trägt den Titel „250 Jahre Kreis Tecklenburg“. Das ist der Durchbruch. Zu den erfolgreichsten Werken zählen „Sagen und Geschichten aus dem Tecklenburger Land“ (1964) und „Die bunte Truhe“ (1968). Es folgen Gedichtbände, Dramen, Auswanderer-Chroniken – insgesamt wohl 40 Bücher.

Für sein Engagement wird Friedrich E. Hunsche mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Maßgeblich ist er an der Gründung des Historischen Vereins Ibbenbüren beteiligt.

Von 1928 bis kurz vor seinem Tod am 13. August 1994 in Isernhagen (bei Hannover) hat der Schriftsteller ein persönliches Tagebuch geführt. Auf 5000 Seiten hat er wichtige Erlebnisse und persönliche Gedanken festgehalten.

Hunsche ist stets bescheiden und zurückhaltend geblieben. Dafür ist sein Wissensfundus unglaublich groß gewesen.

Heute vor 20 Jahren ist Hunsche gestorben. Er und seine Frau sind in Ibbenbüren beigesetzt.

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