Mo., 17.08.2015

Waldorfschule eröffnet Lernen mit Herz, Kopf und Hand

Mit Sonnenblumen werden in der Aula der Hauptschule die Neuanfänger der Freien Waldorfschule Lienen willkommen geheißen. Am Samstag hat die Einrichtung offiziell ihren Betrieb aufgenommen.

Mit Sonnenblumen werden in der Aula der Hauptschule die Neuanfänger der Freien Waldorfschule Lienen willkommen geheißen. Am Samstag hat die Einrichtung offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Foto: Nicole Degutsch

Lienen - 

Das war zweifelsohne ein großer Tag in Lienens (Schul-)Geschichte. Am Samstag wurde feierlich die Freie Waldorfschule in den Räumen der Hauptschule Lienen eröffnet und zugleich die Einschulung der Erstklässler gefeiert.

Von Nicole Degutsch

Die sechs Schüler der dritten Klasse hatten ihren ersten Schultag bereits am Donnerstag.

Mit 200 Besuchern, Eltern Großeltern und Kindern war die Aula gut gefüllt. Gründungslehrer Helmut Andras von der Waldorfschule Evinghausen hielt die Eröffnungsrede sowie die Ansprache zur Gründung der Schule und führte durchs Programm.

Andras erläuterte in seiner Rede unter anderem die von Rudolf Steiner begründete Waldorfpädagogik. „Der Mensch ist mit allem, was er in sich trägt, ein Vertreter der Welt. Die Kunst der Schule ist es, den ganzen Menschen anzusprechen.“ Also nicht nur Kopf, sondern auch Herz und Hand.

„Im Alter von sieben bis 14 Jahren haben Kinder noch den Glaubenssatz: Die Welt ist schön! Die Waldorfpädagogen möchten dieses Gefühl der Kinder in der Schule gefüttert wissen.“

Andras verglich die neue Waldorfschule in Lienen mit einem leeren Weinbergschneckenhaus: „Es ist schön anzuschauen, aber noch schöner wäre es, wenn es bewohnt wäre. So ist es gut, dass nun die Schüler die Schule beleben.“

Aufgelockert wurde das Programm durch Lieder des Eltern-Lehrerchors, der mit Liedern wie „Es tagt der Sonne Morgenstrahl“ oder „Die Sonne tönt“ eine besondere Atmosphäre in die Aula zauberte. Auch die Eurythmie-Vorführung der Kindergartenkinder des Lienener Waldorfkindergartens begeisterte nicht nur die stolzen Eltern im Publikum.

Voll des Lobes für die neue Schule, die Dank des Engagements von Eltern, Großeltern und Handwerksfirmen, die tatkräftig zur Seite standen, ihre Pforten öffnen konnte, waren auch Hermann W. Rutsch, Vorsitzender des Fördervereins Waldorfschule, der scheidende Bürgermeister Dr. Martin Hellwig, der noch einmal herausstellte, dass in etwas „Schrumpfendem“, also der Hauptschule, etwas Neues entsteht, sowie Benjamin Moore vom Trägerverein Waldorfschule Lienen, selbst Vater eines Waldorfkindes der neuen dritten Klasse.

Die eigentlichen „Stars“ des Vormittags waren natürlich die neun stolzen Erstklässler im Alter von sechs bis sieben Jahren. Auf der Bühne nahm jedes Kind von einem Drittklässler eine Sonnenblume in Empfang und schritt durch einen Bogen aus Sonnenblumen. „Ein wichtiges Symbol für die Waldorfkinder, erklärt Brigitte Handt von der Übermittagbetreuung der Waldorfschule. Denn so wird der Schritt in einen neuen Lebensabschnitt deutlich.

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