Do., 30.06.2016

Gut besuchte Landwirtschafts-Diskussion Für faire Preise und offenen Dialog

Auf Einladung des Evangelischen Sozialseminars

Auf Einladung des Evangelischen Sozialseminars Foto: Dietlind Ellerich

Lienen - 

Wie aktuell die Themen „Mehr Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft“ und „Faire Landwirtschaft“ sind und wie sehr sie den Beteiligten auf der Seele brennen, zeigte am Mittwochabend die Resonanz bei einer Podiumsdiskussion des Evangelischen Sozialseminar und des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes. 50 Interessierte aus dem gesamten Kreis Steinfurt fanden sich zu dieser Veranstaltung in der Reihe „Landwirtschaft und Ernährung“ im evangelischen Gemeindehaus ein.

Von Dietlind Ellerich

Oft genug fühlen sich Landwirte falsch verstanden und sehen ihre Arbeit nicht adäquat wertgeschätzt. Und immer noch gibt es Konsumenten, die falsche Vorstellungen davon haben, wie ein Bauer wirtschaften muss, um überleben zu können.

Da war es gut, dass Dr. Rudolf Holtkamp , Sprecher des Sozialseminars , sowie Eva Niederdalhoff und Heiner Kätker vom Ortsverband mit dem Saarländer Roland Röder und dem Ochtruper Thomas Ostendorf zwei Referenten verpflichtet hatten, die sich beide für eine bessere Kommunikation zwischen Landwirten und Verbrauchern aussprachen. Beide berichteten nicht aus erster Hand von Projekten und gaben intensive Einblick in globale Zusammenhänge, sondern bemühten sich, mit Vorurteilen aufzuräumen und einen Dialog auf Augenhöhe forderten.

Röder ist Geschäftsführer des Vereins „Aktion 3. Welt Saar“, der sich das Thema „Soziale Gerechtigkeit“ auf die Fahne geschrieben hat. In Kampagnen wie „ERNA goes fair – für eine faire Landwirtschaft weltweit“ und Aktionen wie „Wir haben es satt“ ist es den Verantwortlichen gelungen, Milchbauern, Tier-, Natur- und Umweltschützer, Gewerkschafter und viele mehr an einen Tisch zu bekommen und miteinander zu vernetzen. „Wir müssen die Landwirtschaft in die Gesellschaft hinein kommunizieren“, ist Röder überzeugt, dass eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft sowie hochwertige Produkte, faire Preise und eine Welt ohne Hunger nur durch einen intensiven Austausch und ein hohes Maß an Toleranz aller gelingen kann.

„Frag doch mal den Landwirt“ heißt das sogenannte „Bauernwiki“ auf Facebook , in dem Landwirte wie Thomas Ostendorf zum offenen und fairen Dialog auf Augenhöhe bitten. „Wir haben 30 Jahre lang verpennt, den Verbraucher mitzunehmen“, räumte er am Mittwoch selbstkritisch ein und forderte dazu auf, „mit uns statt über uns zu reden“. Er ist überzeugt, dass an Missverständnissen nicht immer die anderen schuld sind: „Wir Bauern müssen den Dialog auch wieder lernen.“ Wer Gülle fährt, wenn andere grillen, sollte wenigstens erklären, warum er das tut.

„Miteinander reden, auch wenn man nicht einer Meinung ist“, forderte Rudolf Holtkamp als Moderator der anschließenden Diskussion eine Kultur des Dialogs. Das gelang am Mittwochabend im Lienener Gemeindehaus nicht so richtig. „Alle wollen den Dialog, aber keiner trägt dazu bei“, bedauerte Holtkamp. Dennoch wurde das Bemühen um gegenseitige Toleranz und ein Miteinander deutlich.

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