Mi., 30.12.2015

200 Tonnen Fracht auf TWE-Gleisen Der erste Güterzug rollt

Hier wird im kommenden Jahr gebaut. Die Brücke „Am Kreuzbrink“ in Glane ist das größte Sorgenkind, hier muss vor Wiederaufnahme des Zugverkehrs dringend etwas getan werden.

Hier wird im kommenden Jahr gebaut. Die Brücke „Am Kreuzbrink“ in Glane ist das größte Sorgenkind, hier muss vor Wiederaufnahme des Zugverkehrs dringend etwas getan werden. Foto: Josef Högemann

Lienen/Tecklenburger Land - 

Die Lappwaldbahn hat kurz vor Jahresende 200 Tonnen Fracht auf den TWE-Gleisen zwischen Versmold und Ibbenbüren transportiert. Eine Voraussetzung, um in den Genuss von Fördermitteln bei der Streckensanierung zu gelangen.

Anwohner und Passanten staunten nicht schlecht, als sie unerwartet einen Güterzug zwischen Versmold, Bad Iburg, Lengerich und Tecklenburg-Brochterbeck bis zum Hafen Ibbenbüren-Dörenthe rattern sahen: Eine Diesellok der Lappwaldbahn als neuer Inhaberin der Trasse rollte mit vier Güterwaggons über die teils seit Jahren nicht mehr befahrenen Schienen.

Jahrelang hatte die Konzernmutter des bisherigen Streckeninhabers TWE, Captrain, Schienen und Untergrund vernachlässigt. Die schadhaften Brücken bei Bad Iburg überfuhr der Zug deshalb im Schneckentempo. Immer dabei: Fachleute für Gleis-, Erd- und Brückenbau. Die Brücke „Am Kreuzbrink“ im Bad Iburger Ortsteil Glane war dabei das größte Sorgenkind. Das teilte das Aktionsbündnis pro TWE mit.

Erstaunlicherweise waren aber fast alle technisch gesicherten Bahnübergänge nach der langen Zeit des Stillstandes voll funktionsfähig.

Im Vorfeld der Zugfahrt hatten Mitarbeiter der Lappwaldbahn und der Teutoburger-Wald-Eisenbahn GmbH die Strecke frei geschnitten und notwendige Reparaturen durchgeführt. Auf den ersten Blick viel Aufwand für nur einen Zug, tatsächlich aber eine zwingende Notwendigkeit, um Fördermittel des Bundes nach dem Schienengüterfernverkehrsnetzförderungsgesetz (SGFFG) zu erhalten.

Eine der Voraussetzungen für die Förderung ist es, dass im letzten Jahr vor der Antragstellung Schienentransporte über eine Mindestdistanz von 50 Kilometern stattgefunden haben. Genau diese Voraussetzung ist mit der Fahrt erfüllt.

Der Zug war in Dönstedt bei Haldensleben in Sachsen-Anhalt mit 200 Tonnen Granitschotter beladen worden und über Weferlingen, Helmstedt, Hannover und Gütersloh zum Hafen Ibbenbüren-Dörenthe gefahren. Also ein echter Fernverkehr, mit Rücksichtnahme auf den teilweise schlechten Zustand der Gleise, Brücken und Bahndämme nördlich von Versmold jedoch mit stark reduzierter Last.

Der Empfänger des Schotters war das Unternehmen Bergschneider aus Ibbenbüren, das die TWE-Strecke zukünftig in erheblichem Umfang unter anderem für Baustofftransporte nutzen will, wie das Aktionsbündnis mitteilt.

Im Dezember hatte die Lappwaldbahn Service GmbH (LWS) aus Sachsen-Anhalt die Bahnstrecke zwischen Ibbenbüren und Versmold von der TWE gekauft. Der Abschnitt verläuft durch die Kreise Steinfurt, Osnabrück und Gütersloh und ist knapp 51 Kilometer lang.

Die LWS will ab Juni kommenden Jahres damit beginnen, den Abschnitt wieder durchgehend befahrbar zu machen. Geplant sind bis zum Jahr 2021 zwei große Bauabschnitte. Schon Ende des Jahres 2017 soll die Strecke soweit intakt sein, dass wieder Tourismuszüge zwischen Versmold und Ibbenbüren sowie schwerer Güterverkehr von Ibbenbüren zum Hafen Dörenthe fahren können.

Auch für die Landesgartenschau im Jahr 2018 in Bad Iburg macht die Lappwaldbahn Pläne. Sie möchte einen Shuttle-Service nach Bad Iburg einrichten.

Schäden gibt es vor allem durch Gleisunterspülungen zwischen Brochterbeck und Tecklenburg und zwischen Bad Iburg und Lienen in den Jahren 2010 beziehungsweise 2011.

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