Di., 12.01.2016

Beige-rote Markenzeichen der TWE Höstes „Fliegender Hermann“

Der beige-rote TWE-Dieseltriebwagen der Baureihe VT 70 – kurz vor seiner Ausmusterung – erreicht gerade den Bahnhof Höste. Am rechten Bildrand ist soeben noch das Gaststättengebäude mit vorgelagerter Veranda und Warteraum zu erkennen.

Der beige-rote TWE-Dieseltriebwagen der Baureihe VT 70 – kurz vor seiner Ausmusterung – erreicht gerade den Bahnhof Höste. Am rechten Bildrand ist soeben noch das Gaststättengebäude mit vorgelagerter Veranda und Warteraum zu erkennen. Foto: Hilmar Hilge

Lienen - 

Die WN-Berichte über den Höster Bahnhof im Dornröschenschlaf (WN-Serie Gestern – Heute) oder über die Güterzug-Testfahrt auf der Strecke der Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) stoßen auf großes Interesse.

Hilmar Hilge (Lengerich) hat in seinen Unterlagen gesucht und Bilder zutage gefördert. Unter anderem hat er eine Aufnahme von dem legendären beige-roten Dieseltriebwagen. Das Fahrzeug verreicht gerade den Bahnhof Höste.

Hilge: schreibt dazu: „Bei dem Zug handelt es sich um den VT 70 der TWE und nicht um den im Artikel beschriebenen VT 20. Der VT 20 war nur in einem deutlich kürzeren Zeitraum (von 1957 bis 1968) auf der TWE-Strecke im Einsatz als der VT 70. Insgesamt waren in den 1950er- und 1960er Jahren gleichzeitig mehrere ähnlich aussehende Triebwagen, von verschiedenen Herstellern, im täglichen Einsatz.

Der VT 70, hergestellt von Talbot in Aachen, war mit dem gleichzeitig beschafften VT 60 der erste Triebwagen, der nach dem Zweiten Weltkrieg fabrikneu zur TWE gelangte und bis zum Ende des öffentlichen Schienenpersonenverkehrs und darüber hinaus auf den TWE-Gleisen verkehrte. Er wurde 1952 angeschafft und 1976 außer Dienst gestellt. Dennoch war der fabrikneue VT 70 längst nicht mehr der erste- und auch nicht der letzte Triebwagen bei der TWE.

Ein erster – kleinerer – Triebwagen kam bereits im Jahr 1935 zur TWE und erhielt die Betriebsnummer VT 1031. Vermutlich im November 1935 berichtete der ,Tecklenburger Landbote‘ in einem umfangreichen Artikel über die erste Sonderfahrt mit diesem Fahrzeug. In diesem Bericht wird das Fahrzeug liebevoll als der ,Fliegende Hermann der Teutoburger Wald-Eisenbahn‘ bezeichnet. Der ,Fliegende Hermann‘ blieb bis etwa Ende der 1940er Jahre bei der TWE, bevor zum gleichen Zeitpunkt zwei gebrauchte, größere Triebwagen kamen.

Es handelte sich dabei um VT 51, hergestellt von Wumag, und VT 92, hergestellt von MAN. 1952 kam dann der VT 70 hinzu und später die beiden VT 20 und VT 21 (hergestellt von der MF Esslingen) sowie weitere Dieseltriebwagen.

Während alle bis hier genannten Triebwagen die legendäre beige-rote Farbgebung hatten, erhielten in späteren Jahren die Diesellokomotiven und der Triebwagen VT 62 (Hersteller MF Esslingen) einen orangefarbenen Anstrich mit einer in der Fahrzeugmitte verlaufenden blauen Zierlinie. Vermutlich dürfte den WN-Lesern diese Farbgebung nicht mehr in so guter Erinnerung sein. Damals standen der TWE für Fahrten von oder nach Höste ausschließlich beige-rote Fahrzeuge zur Verfügung.

Allerdings fuhr der Triebwagen in der leuchtorangenen Farbe auch danach noch täglich durch Höste, für Schlepp- und Arbeitsdienste und als Fahrzeug für die Expressgutbeförderung nach Versmold und zurück. Nur wartete zu diesem Zeitpunkt am Höster Bahnsteig niemand mehr als Fahrgast auf ihn.

Auch die ersten Fahrten des ,Teuto-Express‘ wurden mit diesem Triebwagen als Schleppfahrzeug durchgeführt, bevor der Touristikzug bald mit Dampflokomotiven bespannt wurde.

Der letzte Triebwagen, der bei der TWE in Dienst gestellt wurde, war der VT 03, wieder ein kleinerer Triebwagen, der in etwa der Größe des damaligen ,fliegenden Hermann‘ entsprach und wieder in der historischen beige-roten Farbgebung.

Für dieses Fahrzeug wurde Anfang der 1980er Jahre ein Torso eines 1926 bei Wegmann in Kassel gebauten Triebwagens gekauft, woraus die Mitarbeiter der TWE-Werkstatt in Lengerich-Hohne in aufwendigen Restaurierungsarbeiten einen schmucken und mit moderner Antriebstechnik ausgerüsteten Triebwagen herstellten. Gebraucht wurde er als Schleppfahrzeug für kürzere Güterzüge und für Ausflugsfahrten von Gruppen und Vereinigungen.

Dieses Fahrzeug, welches sich jetzt in der Obhut des Vereins Eisenbahn-Tradition (Lengerich) befindet, wird auch in Zukunft in Lienen, Lengerich und Umgebung die Erinnerung an die klassische Farbgebung in beige-rot bei den TWE-Triebwagen wach halten.“

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