Hauptschule feiert ihr 50-jähriges Bestehen – und verabschiedet sich
(K)ein Grund zum Jubeln

Lienen -

50 Jahre wird die Hauptschule in diesem Jahr. Das wäre eigentlich ein Grund zum ausgelassenen Feiern. Doch das Jubiläum ist zugleich der Abgesang auf die Schule, deren aktueller Status „auslaufend gestellt“ lautet. Was seit Jahren klar ist und bereits einmal um ein Jahr verschoben wurde, wird im Sommer Realität: Die Hauptschule macht zu. Mit der Verabschiedung des letzten Zehnerjahrgangs wird dabei ein bedeutendes Kapitel Lienener Schul- und Bildungsgeschichte geschlossen.

Montag, 12.03.2018, 18:03 Uhr

Schulleiter Axel Weghorst (links), sein Vorgänger Peter Behringer und Lehrerin Yvonne bereiten das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen der Schule vor, das gleichzeitig den Schlusspunkt der Schulgeschichte darstellt. Neben der Chronik soll eine Ausstellung an die fünf Jahrzehnte Lienener Bildungsgeschichte erinnern.
Schulleiter Axel Weghorst (links), sein Vorgänger Peter Behringer und Lehrerin Yvonne Legner bereiten das Jubiläum zum 50-jährigen Bestehen der Schule vor, das gleichzeitig den Schlusspunkt der Schulgeschichte darstellt. Neben der Chronik soll eine Ausstellung an diese fünf Jahrzehnte Lienener Bildungsgeschichte erinnern. Foto: Michael Schwakenberg

Dafür, dass die Schule danach nicht auch aus dem kollektiven Gedächtnis verschwindet, wollen Schulleiter Axel Weghorst, sein Vorgänger Hans-Peter Behringer und Lehrerin Yvonne Legner sorgen. Sie sammeln Geschichten und Anekdoten aus dem Schulleben, arbeiten einzelne Kapitel der Schulgeschichte auf, wollen an besondere Aktivitäten erinnern und setzen dabei auch auf die Mithilfe Ehemaliger.

Das Ganze soll in eine Serie in den Westfälischen Nachrichten münden sowie in eine Ausstellung in der Schule kurz vor Toreschluss vom 3. bis 6. Juli dieses Jahres.

Schon jetzt arbeitet Peter Behringer daran, Aufzeichnungen, Berichte und Unterlagen au den einzelnen Jahrgängen zu einer Schulchronik zusammenzufassen. „Aufbruch, Umbruch und Abbruch“ – so könnte ihr Titel lauten, wenn alles fertig ist. Die geplante Ausstellung mit Exponaten und Beiträgen soll an Menschen, Geschichten und Anekdoten erinnern, die in einer klassischen Chronik für gewöhnlich zu kurz kommen.

Die Materialien, die Behringer in vielen Jahren zusammentragen hat – neben Schriftstücken, Fotos, Büchern auch besondere Hilfsmittel, wie alte Karten und Technik etwa – verlassen dazu noch einmal das Archiv, um Ehemaligen und Interessierten Anfang Juni von der Lienener Hauptschulzeit zu erzählen. Nicht alles hat die 50 Jahre überlebt. „Damals gehörte zur Schulgrundausstattung ein Globus. Dieser war aber so groß, dass er nicht durch eine Klassenraumtür passte“, erzählt Behringer. Die Weltkugel blieb kurzerhand in einem Kursraum im Erdgeschoss, da der eine Flügeltür besaß.

„Und die Tradition des Aufstellens eines Maibaumes hat hier auf dem Schulhof ihren Anfang genommen“, weiß Behringer. Erst im Jahr 1993 sei der Baum, weiterhin unter Mitwirkung der Schule, erstmals auf dem Thieplatz aufgestellt worden. Wobei Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen geschockt waren, als in der ersten Nacht Vandalen den Baum absägten. Der ehemalige Leiter könnte noch stundenlang weiter erzählen aus der Geschichte der Schule.

Axel Weghorst verspricht sich von der Ausstellung einiges: „Als lebendiger Nachruf soll sie die Arbeit der Hauptschule würdigen und Gelegenheit bieten, Abschied von einer bedeutenden Institution in der Gemeinde zu nehmen.“ Die Hauptschule sei immer mehr als ein Ort schulischer Bildung. Ihre Arbeit habe über Jahrzehnte das Leben in Lienen mitgeprägt und wirke über Ehemalige in das heutige Gemeindeleben hinein. Weghorst: „Wir möchten durch unsere Ausstellung allen die Möglichkeit bieten, sich über die Schulgeschichte zu informieren, Erinnerungen vor Ort wach werden zu lassen und die eine oder andere Geschichte aus der eigenen Schulzeit auszutauschen oder auch in Bild und/oder Wort zu präsentieren.“

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