Ökologische Aufwertung von Flächen an öffentlichen Straßen und Wegen
Für bunte Vielfalt am Ackerrand

Lienen -

Auf Initiative des Kreises soll in den kommenden Monaten untersucht werden, welche gemeindeeigenen Flächen an öffentlichen Straßen und Wegen sich für eine ökologische Aufwertung eignen. Das Thema stand am Montag auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit und nach kurzer Diskussion befürwortete der Ausschuss dieses Ansinnen einmütig.

Dienstag, 17.04.2018, 19:04 Uhr

Solche Blühstreifen findet man nicht überall an Straßenrändern. Mit Unterstützung des Kreises und unter Einbeziehung der unterschiedlichen Interessengruppen soll jetzt ein Konzept erarbeitet werfen.
Solche Blühstreifen findet man nicht überall an Straßenrändern. Mit Unterstützung des Kreises und unter Einbeziehung der unterschiedlichen Interessengruppen soll jetzt ein Konzept erarbeitet werfen. Foto: Frank Vogel

Hintergrund ist unter anderem der Rückgang der Artenvielfalt und das seit einigen Jahren beobachtete Insektensterben, das Experten unter anderm darauf zurückführen, dass den Tieren immer weniger adäquater Lebensraum zur Verfügung steht.

Dass es in diesem Zusammenhang nicht ausschließlich um die schmalen Grün- und Blühstreifen an Straßenrändern geht, deutet die Verwaltungsvorlage an. Dort heiß es. „Innerhalb des Gemeindegebietes gibt es eine Vielzahl von gemeindlichen Grundstücksflächen an öffentlichen Straßen und Wegen, die einer ökologischen Aufwertung zugeführt werden könnten.“

Ermittelt werden sollen diese Potenziale auf Grundlage einer Analyse von Daten aus Geoinformationssystemen (GIS). Um keine der betroffenen Interessengruppen zu übergehen, sollen neben dem Kreis und der Gemeinde auch die Landwirte, die Naturschutzverbände, die Jägerschaft und die Imker eingebunden werden. Das ist um so wichtiger, als dass im weiten Schritt ein Konzept erarbeitet werden soll, durch welche konkreten Maßnahmen die ökologische Aufwertung an Ort und Stelle erreicht werden soll.

Wie das alles geschehen kann und was womöglich dabei herumkommt, hat sich im vergangenen Jahr in Greven gezeigt: Zunächst verglich der Kreis landwirtschaftliche Daten mit Luftbildern der Kommunen. Auf Grevener Gebiet wurden 11,6 Hektar „fremdgenutzte Flächen“ mit einer Mindestbreite von 2,50 Metern identifiziert. Dazu gehörten Ackerränder, die überpflügt wurden, Äcker, die von der Kommune als Straßenflächen geplant waren, und öffentliche Straßen, die über Privatgelände führen. Insgesamt ein ziemliches Durcheinander mit vergleichsweise magerer Ausbeute. Lediglich 1,5 Hektar erwiesen sich als geeignet für Blühstreifen. Der Rest bleibt auch künftig Acker, Hecke oder Straße.

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