150 Jahre Schuhhaus Busiek
Entwicklung als Grundgedanke

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Tradition und Fortschritt: seit 150 Jahren sind das Attribute, mit denen die Familie Busiek ihr Schuhhaus mit angeschlossener Podologiepraxis und Orthopädietechnik betreibt.

Mittwoch, 16.05.2018, 17:05 Uhr

Friedrich Wilhelm Busiek ließ 1902 ein kleines Schaufenster für sein von Vater Ernst Friedrich übernommenes Ladenlokal anlegen. Wolfgang und Anna Busiek stiegen Ende 1972 in das Unternehmen ein. Sie veränderten das Geschäft grundlegend.
Friedrich Wilhelm Busiek ließ 1902 ein kleines Schaufenster für sein von Vater Ernst Friedrich übernommenes Ladenlokal anlegen. Wolfgang und Anna Busiek stiegen Ende 1972 in das Unternehmen ein. Sie veränderten das Geschäft grundlegend. Foto: Privat

Tradition und Fortschritt: seit 150 Jahren sind das Attribute, mit denen die Familie Busiek ihr Schuhhaus mit angeschlossener Podologiepraxis und Orthopädietechnik betreibt. Das Unternehmen hat eine lange Geschichte. Das Jubiläum wollen die Inhaber mit Kunden, Freunden und Interessierten feiern. Mit Stolz blicken die Verantwortlichen auf die Historie des Betriebes und seine stete Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten zurück.

„Aus einem kleinen Handwerksbetrieb ist ein Schuhgeschäft geworden, das immer darauf bedacht ist, nach vorne zu gehen“, schaut Inhaberin Anke Busiek zurück. Mit ihr besteht das Unternehmen in der fünften Generation. Angefangen hat alles mit Ururgroßvater Ernst Friedrich Busiek, der 1868 als Schuhmachermeister einen kleinen Laden im Haus Diekesdamm 2 gründete.

Die Werkstatt vererbte er im April 1902 an seinen Sohn Friedrich Wilhelm. Um das Geschäft zu vergrößern, erwarb dieser ein Gebäude zwischen Hauptstraße und Dorfteich. Ein kleines Schaufenster ließ Friedrich Wilhelm Busiek damals zusätzlich anlegen. Der Laden verfügte damals über eine Besonderheit, wie es sie heute wohl nirgendwo mehr gibt: ein Schränkchen, in dem viele Leute aus den Bauerschaften ihre Gesangbücher für den sonntäglichen Gottesdienst deponierten. So wurde das Schuhgeschäft auch zum Treffpunkt, um sich nach der Kirche am Dorfklatsch zu beteiligen und gleichzeitig die Schuhe besohlen zu lassen, bevor es mit dem Fahrrad wieder nach Hause ging.

Die Einkünfte aus der Anfertigung von Holzschuhen und kleinen Reparaturen an der Fußbekleidung reichten für Friedrich Wilhelm Busiek kaum zum Leben. Die Selbstversorgung sicherte er sich durch eine kleine Landwirtschaft, die er neben dem Geschäft unterhielt. Auch die Preisliste aus den 1930er Jahren lässt auf schwere Zeiten schließen, kostete ein Paar Holzschuhstiefel doch damals 15, ein Paar schwarze Schnürstiefel 28 Mark. Sohlen und Absätze schlugen mit zwei Mark zu Buche. Auch das Schwärzen des Schuhwerks war damals üblich, dies brachte dem Schuster 75 Pfennige ein. Die harten Zeiten für die meisten Bürger führten dazu, dass sie ihre Rechnungen „anschreiben“ lassen mussten und erst später bezahlten.

Im Juli 1946 übergaben Friedrich Wilhelm Busiek und seine Frau Sophie den Betrieb an Sohn Ernst und dessen Frau Luise, die damit 1968 vom Diekesdamm an die Schulstraße 4, dem heutigen Sitz des Geschäfts, umzogen.

Ihr Nachkomme Wolfgang und seine Frau Anni stiegen Ende 1972 ein. Sie veränderten das Geschäft grundlegend. Auf gute 100 Quadratmeter wurde das Ladenlokal mit den Jahren vergrößert, neben dem Schuhwerk und Kleinartikeln verkaufte sich auch die ebenfalls angebotene Sportkleidung gut.

Seit 2006 ist Tochter Anke mit im Familienunternehmen. Sie ließ sich 2009 zur Podologin ausbilden und übernahm das Geschäft 2010 von ihrem Vater Wolfgang. Ein Jahr später schloss sich dem Betrieb ihr Ehemann Mario Dünewald-Busiek, ebenfalls Podologe und Orthopädie-Schuhmachermeister, mit dem Geschäftszweig Podologie und Orthopädie-Schuhtechnik an, eine bauliche Erweiterung machte dies möglich.

„Wir versorgen unsere Kunden rundum und finden Lösungen für viele Probleme rund um den Fuß“, bringt das Ehepaar Busiek das Angebot des Unternehmens, das seit vier Jahren noch eine Filiale für Podologie in Bad Iburg betreibt, auf den Punkt.

Neben Schuhen für Kinder und Erwachsene bieten Bu­sieks auch modische Accessoires sowie spezielles Schuhwerk zur Einlagenversorgung an. In der hauseigenen Reparaturwerkstatt werden in der fünften Meistergeneration Schuhe gefertigt, repariert und gepflegt.

Dass das Unternehmen seine Seele, die Tradition, behält, ist den Inhabern wichtig. „Der Grundgedanke des Geschäfts darf nicht aufgegeben werden“, sagt Anke Busiek. Ob ihre Kinder, die achtjährige Sophie und der 14 Jahre alte Eike, den Betrieb übernehmen werden? „Es wäre schön, wenn das Geschäft in der Familie bleiben kann“, hofft sie. Die Voraussetzungen sind mit der Entwicklung in die Zukunft geschaffen.

Gefeiert wird das Jubiläum heute ab 9 Uhr mit einem Sonderverkauf. Gegen einen Obolus bietet das Familienunternehmen auch Getränke und Speisen an, der Reinerlös wird für gute Zwecke innerhalb der Gemeinde verwendet.

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