Kantorei studiert Musical ein

Di., 07.02.2012

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Besondere Begegnungen

Kantorei studiert Musical ein : Besondere Begegnungen

Kantorei Wersen probt im evangelischen Gemeindehaus das Musical „Begegnungen“. Foto: Erna Berg

Wersen - 

Es waren nicht die summenden Hummeln des Komponisten Rimski-Korsakow, die durch das Gemeindehaus in Wersen flogen, sondern über 30 begeisterte Sänger, die sich mit verschiedenen Übungen auf das Musical „Begegnungen“ einstimmten. Es war die zweite Probe mit Chorleiterin Imke Baumann, die mit dem bewegenden Oratorium von Christoph Zehender und Johannes Nitsch nach drei Jahren wieder ein großes Projekt auf die Beine stellt.

Von Erna Berg

Draußen war es sehr kalt. Ein Eispanzer lag noch beschwerend auf Stimme und Körper. Die Liedermappen mussten geduldig auf den Stühlen hinter den Sängern warten. Strecken, strampeln, mit den Händen nach den Sternen greifen, den Nacken massieren, langsam tauten die Sänger auf. Doch was war das? Ausgiebiges Gruppengähnen folgte den dynamischen Übungen. Die Chorleiterin forderte weiter. An den Ohren ziehen, in den Knien locker werden, pantomimisch mit aller Kraft eine nicht automatische Fahrstuhltür öffnen, mit den Armen schwingen. Auch die drei neuen Sänger machten alles protestlos mit, hatte doch alles einen tieferen Sinn.

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Endlich durften alle Platz nehmen. Imke Baumann legte die Musical-CD ein und ließ ihren Chor mit wachen Sinnen lauschen, die Melodien auf sich einwirken. Erstes vorsichtiges Mitsingen, mal vom linken, mal vom rechten Sängerblock war zu hören. Textmarker kamen beim Analysieren der Melodie zum Einsatz.

Dann schlug die Dirigentin den ersten Ton an: „Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben“, ein Glaubensbekenntnis in der Sprache des Johannes, getextet von Christoph Zehender. Natürlich klappte das perfekte Singen mit all den unterschiedlichen Stimmlagen noch nicht, aber dafür war es ja auch erst der zweite Übungsabend.

Schon viel harmonischer klang die Wiederholung des Liedes „Das Ja der Liebe“. Ja, es ging sogar schon unter die Haut und ließ nicht nur durch seine gefühlvolle Melodie frösteln. Die Männer waren an der Reihe, die Chorleiterin forderte aber die Sängerinnen auf, ihre Stimmen „dazwischenzudenken“.

Noch ist es früh genug, in die Übungsabende des Musicals mit einzusteigen. „Wir hätten gerne noch Männer und jüngere Sänger in unserem Chor, tiefe Frauenstimmen werden auch noch gesucht“, lädt die Chorleiterin ein. Immer montags um 19.30 Uhr geht es mit den Proben los. Wer sich anhören möchte, wie das Musical klingen soll, kann im Internet unter www.scm-shop.de/produkt/titel/begegnungen-meilensteine schon mal reinschnuppern. Noch sind keine Solopartien verteilt, noch sind alle Teil des großen Musical-Chores. Wichtig sind das gemeinsame Singen und die Freude am Projekt.

So sagte einst der bedeutende Geiger und Dirigent Yehudi Menuhin: „Das Singen ist die eigentliche Muttersprache aller Menschen, denn sie ist die natürlichste Weise, in der wir ungeteilt das sind und uns ganz mitteilen können – mit all unseren Erfahrungen, Empfindungen und Hoffnungen.“


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