Do., 19.10.2017

Bürgerstiftung Lotte Fascher-Nascher beim Luther-Futter

Als Gastgeber präsentierten  Dieter-Joachim Srock und Wolfgang Israel von der Bürgerstiftung sowie Ratsstubenwirt Thomas Engel dem Auditorium den Ehrengast Hans Werner Schneider, die Kochkünstler Matthias und Iris Pfordt, Bürgermeister Rainer Lammers, SFL-Macher Manfred Wilke, Pastor Detlef Salomo, SFL-Trainer Marc Fascher und SFL-Finanzchef Thomas Mauer (von links).

Als Gastgeber präsentierten  Dieter-Joachim Srock und Wolfgang Israel von der Bürgerstiftung sowie Ratsstubenwirt Thomas Engel dem Auditorium den Ehrengast Hans Werner Schneider, die Kochkünstler Matthias und Iris Pfordt, Bürgermeister Rainer Lammers, SFL-Macher Manfred Wilke, Pastor Detlef Salomo, SFL-Trainer Marc Fascher und SFL-Finanzchef Thomas Mauer (von links). Foto: Thomas Niemeyer

Lotte - 

Das „gemeinsame Wir“ zwischen den Ortsteilen zu stärken, das sei Zweck der Bürgerstiftung Lotte. Das sagte Superintendent a. D. Hans Werner Schneider als Ehrengast beim kulinarischen „Projekt 25 x 25“ am Mittwochabend in den Ratsstuben Wersen und bescheinigte Erfolg dabei.

Von Thomas Niemeyer

Für den kulturellen Part sorgte Alt-Lottes Pastor Detlef Salomo, der in bewährter Weise mit Witz, kabarettistischem Talent und sächsischem Dialekt Botschaften des Reformations-Jubilars Martin Luther zum Sinnesgenuss schlechthin vortrug. Die kulinarische Basis lieferte sein ehemaliger Kirchmeister Matthias Pfordt, unterstützt von Ratsstubenwirt Thomas Engel und seinem Koch Manfred Wilke. Und den positiven Resonanzboden bot die bunte spendende Gästeschar, darunter SFL-Trainer Marc Fascher und sein Fußballobmann Manfred Wilke.

Als promovierter Historiker setzte Pfordt das Motto „Futtern wie bei Luthern“ konsequent um, obwohl: „Ich kann eigentlich gar nicht kochen.“ Da es vor 500 Jahren in Europa noch keine Kartoffeln gab und die alten Rezepte keine frischen Salatbeilagen kannten, wurde beides „rigoros gestrichen“.

Dem Met als Aperitivum folgte eine Lombardische Suppe nach einem Rezept des Leibkochs von Papst Pius V., dazu Brot aus dem „Steyn­ofen“. Die Lutherpfanne als Hauptgericht umfasste „Fleyschspiesze mit dicken Bohnen und Kohl vom Wirsing“, gefolgt von Pfefferkirschen als Nachtisch und einem Apfelkörnchen zur Verdauung. Urteil: zeitgemäß und lecker.

Vor jedem Gang brachte Detlef Salomo den Gästen seinen widersprüchlichen Luther näher, nicht ausschließlich lustig. So verriet er am Anfang, dass der Reformator am Ende sein Scheitern eingestanden und über die Rückkehr des Katholizismus nachgedacht habe, weil er statt der erhofften „fröhlichen Freiheit eines Christenmenschen eine grämliche Gesetzlichkeit“ um sich erkannte.

Es folgte ein wahres Loblied auf „Käthe, seine Domina“, die als fleißige Hausfrau, hervorragende Köchin, vor allem aber auch durch wirtschaftliches Geschick ihrem Martin, dem solches völlig abging, überhaupt erst ein zwar nicht üppiges, aber doch auskömmliches und angenehmes irdisches Dasein ermöglichte.

Zwischen den von Pfordt schriftlich und von Salomo mündlich überlieferten lutherischen Benimmregeln und anderen sinnlichen Exkursen kam aber immer wieder die Hauptbotschaft durch: Genuss ja, aber keine Völlerei, sondern alles in Maßen.

Beinahe zur Selbstverleugnung kam es, als Salomo, interviewt von Wolfgang Israel, Luther mit einem Fluch auf die Bierbrauer zitierte, deren Kunst den Anfang aller Verderbnis darstelle. Er selbst schätze den Biergenuss, aber eben in Maßen, stellte Salomo klar und schob ein bezeichnendes Zitat des alten Luther mit Doppelkinn und Gicht nach: „Ich esse, was mir schmeckt, und sterbe, wenn Gott will.“

Marc Fascher jedenfalls war begeistert: „So einen Pastor habe ich überhaupt noch nicht erlebt.“ Der seit Kurzem mit Zweitwohnsitz in Lotte beheimatete Fußballlehrer bestätigte in der naschenden Geselligkeit auch den schneiderschen Stiftungszweck: „Das gemeinsame Wir stärken.“

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