Do., 07.12.2017

Einvernehmen und Knatsch im Lotter Bauausschuss Grünes Licht für Pläne von Edeka

Der Edeka-Markt in Alt-Lotte möchte sich vergrößern.

Der Edeka-Markt in Alt-Lotte möchte sich vergrößern. Foto: Angelika Hitzke

Lotte - 

Die Sicherung der Nahversorgung in Alt-Lotte durch Neubau und Vergrößerung des Edeka-Marktes liegt allen Fraktionen im Lotter Rat gleichermaßen am Herzen. Das wurde am Dienstag bei der Bau- und Planungsausschusssitzung deutlich. Wegen einer Protestnote der Grünen zum Umbau des Fuerwehrgerätehauses in Wersen gab es ab er auch Knatsch.

Von Angelika Hitzke

Mit dem „Ja“ zur entsprechenden Änderung des Flächennutzungsplans sowie des Bebauungsplans Ortskern Süd und zum Beschluss der öffentlichen Auslegung stellten die Ausschussmitglieder am Dienstag einmütig die Weichen für die schnelle Umsetzung.

Zuvor hatten Planer Norbert Reimann und Margarete Lersch vom Bauamt berichtet, dass es im frühzeitigen Beteiligungsverfahren zunächst keine Bedenken, sondern lediglich Hinweise zu möglichen Bodendenkmälern, zur flächensparenden Kompensation und zum Steinkauzvorkommen gegeben habe.

Letzteres sei in die artenschutzrechtliche Potenzialanalyse eingearbeitet worden. Darin sei es auch gelungen, den ökologischen Ausgleich auf den unmittelbar angrenzenden (Wiesen-)Flächen ohne Rückgriff auf den Flächenpool zu sichern.

„Völlig überraschend“ habe dann die Untere Naturschutzbehörde des Kreises eine Nachbearbeitung des Artenschutzgutachtens gefordert, nachdem zuvor von dieser Seite keine Anregungen gekommen seien: „Heute Morgen hatten wir ein Gespräch mit allen Fachleuten“, berichtete Lersch dem Ausschuss. Darin habe man sich auf entsprechende, noch zu ergänzende Regelungen verständigt: Nicht nur für den Steinkauz, der in der vergangenen Saison eine Brutröhre in einer großen Eiche besetzt hatte, sondern auch für Gartenrotschwanz und Feldsperling seien jeweils drei Nisthilfen bereitzustellen, um Ausweichmöglichkeiten während der störenden Bauphase zu schaffen.

Auf der um Teile eines Privatgartens zu vergrößernden Ausgleichsfläche am Ortsrand ist eine Streuobstwiese anzulegen, um dem Steinkauz Ansitz- und Sonnmöglichkeiten zu bieten. Die Stämme der Gehölze sind jetzt während der Vegetationspause vom Efeu zu befreien, wozu sich Edeka bereit erklärt habe, und auf Höhlen und mögliche, wenn auch unwahrscheinliche Fledermausvorkommen zu untersuchen. „Ich gehe davon aus, dass da nichts ist“, so Lersch.

Planer Reimann wies noch auf die Forderung der Stadt Osnabrück hin, in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans, auf die man im Vorentwurf wegen des relativ großen Zeitdrucks verzichtet habe, das Sortiment des Nahversorgers näher zu bezeichnen. Die städtebaulichen Verträge müssten bis zum Satzungsbeschluss vorliegen, die ökologischen Maßnahmen bis Baubeginn umgesetzt sein, erläuterte Lersch weiter.

Das beeinträchtige aber nicht die öffentliche Auslegung. Insgesamt sei das Gespräch „sehr konstruktiv“ gewesen; alle Maßnahmen seien realisierbar, nicht sehr kostenintensiv und brächten zudem eine „deutliche Aufwertung des ganzen Lebensraumes“.

Ausschussvorsitzender Georg Holtgrewe ( CDU) dankte Planer und Verwaltung für die schnelle Initiative, dank der das Verfahren nicht gestoppt werden müsse. Dem schloss sich auch sein Fraktionskollege Friedhelm Lange an: Er sei froh darüber, dass einer der Käuze auf seinem Grundstück wohne, aber auch froh, dass mit Edeka die Nahversorgung im Lotter Ortskern gesichert werde.

SPD-Fraktionschef Thomas Giebel sprach sich nach positiver Antwort auf die Frage, ,ob mit den vereinbarten Maßnahmen alle Bedenken „abgefrühstückt“ seien, ebenfalls dafür aus. „Das scheint eine gute Lösung zu sein“, unterstrich auch Dieter Hörnschemeyer (Grüne).

Getrübt wurde die Harmonie durch eine zu Beginn der Sitzung von Dieter Hörnschemeyer verlesenen Protestnote gegen die Vorgehensweise zum Umbau des Feuerwehrhauses Wersen in der vorherigen Sitzung.

Diese entspreche nicht den 2011 beschlossenen Richtlinien über die Durchführung von Baumaßnahmen, weil der Vorentwurf präsentiert wurde, ohne zuvor über Ziele und Raumprogramm im Fachausschuss zu beraten. Das spiegele „die mangelnde professionelle Tiefe der beteiligten Planer und der Verwaltung wider“ und lege „erhebliche fachliche Defizite offen“.

Das wiesen sowohl der Ausschussvorsitzende Georg Holtgrewe (CDU) als auch Bürgermeister Rainer Lammers und und Bauamtsleiterin Astrid Hickmann empört zurück: „Das verbitte ich mir“, sagte Hickmann zur Infragestellung der fachlichen Kompetenz. Die Bauamtsleiterin verwies auf gemeinsame Sitzungen beteiligter Ausschüsse und die Verwaltungsvorlage, die sowohl Raumprogramm, als auch Vorentwurf enthielt: „Es steht dann jedem frei, darüber getrennt zu beraten!“ Bürgermeister Lammers bezeichnete die Kritik als „maßlos übertrieben“, auch wenn man sich rein formal in diesem Fall vielleicht nicht ganz an das idealtypische Vorgehen gehalten habe. Warum das so ist, versuchte Georg Holtgrewe zu verdeutlichen: „Wir können nicht lange warten, die Feuerwehr braucht ein funktionstüchtiges Gerätehaus. Wenn solche Sachzwänge da sind, darf das nicht an formalen Kleinigkeiten scheitern!“

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