Urteil wegen schweren Bandendiebstahls
Einbrecher müssen lange in Haft

Münster/Lotte/Lengerich -

Mehrjährige Haftstrafen hat das Landgericht Münster am Donnerstag gegen das bundesweit operierende Einbrechertrio verhängt, das im vergangenen Jahr auch zweimal in Lotte sowie je einmal in Lengerich und Greven zuschlug.

Freitag, 12.01.2018, 17:01 Uhr

 
  Foto: dpa

Beteiligt waren zwei Albaner im Alter von 24 und 42 Jahren sowie ein 47-jähriger Italiener. Ihr Stützpunkt war in Hamm.

Sechs Jahre Gefängnis bekam der jüngere, bisher unbescholtene Albaner. Genau das hatte die Staatsanwältin beantragt. Mit sechseinhalb Jahren kam sein älterer, einschlägig vorbestrafter Landsmann davon. Damit blieb die Strafkammer 15 Monate unter dem Antrag der Anklage. Im Gegensatz zu ihr sah das Gericht den 42-Jährigen nicht als Boss der Bande, sondern alle drei Täter als gleichrangig an. Der ebenfalls vorbestrafte Italiener, der erst später in die Einbruchsserie einstieg, erhielt vier Jahre und drei Monate. Das lag ein halbes Jahr über dem Antrag der Staatsanwältin. Die Verteidiger hatten milde Strafen für ihre Mandanten erbeten.

Die 9. Große Strafkammer stützte die Urteile im Wesentlichen auf die Geständnisse der Täter sowie auf Handy- und GPS-Daten, die die Angeklagten mit den Einbrüchen in Verbindung brachten. Zum ersten Mal gelang das Mitte Januar in Lotte.

Ursprünglich waren 48 Taten zwischen Dezember 2016 und Herbst 2017 mit einem Gesamtschaden von weit mehr als 200 000 Euro angeklagt worden. Die Schwerpunkte lagen in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Bis Ende Januar arbeiteten die beiden Albaner alleine. Bei einem Einbruch am 3. Februar war erstmals der Italiener als Fahrer dabei. Von diesem Tag an gelten die Taten als schwerer Bandendiebstahl. Am 5. März 2017 wurde das Trio in einem Hotel in München festgenommen, wo es während der bayerischen Beutezüge logierte.

Am 27. Januar war die Bande in zwei Wohnhäuser in Lengerich, einen Tag später in drei Häuser in Greven eingestiegen. An beiden Tagen erbeuteten sie Schmuck, Bargeld oder Elektronikartikel für mehrere Tausend Euro.

Die größte Beute machten die Täter in Lotte. Allein hier stahlen sie bei zwei Einbruchstouren im Januar und Februar 2017 Bargeld und Schmuck im Gesamtwert von rund 60000 Euro aus acht Häusern.

Doch nicht nur wegen der Schadenshöhe hob der Vorsitzende Richter bei seiner Urteilsbegründung Lotte hervor. Denn während die Täter sonst peinlich darauf achteten, nur in leere Häuser einzudringen, lief es in Lotte zweimal anders.

Am 3. Januar schreckte einer der Einbrecher den Hausbesitzer mit einer Taschenlampe aus dem Schlaf. Und am 14. Januar stiegen die Albaner in einen Bungalow in Büren ein, obwohl sie dort ein älteres Ehepaar vor dem Fernseher sitzen sahen. Die Täter schlossen das Paar im Wohnzimmer unbemerkt ein, bevor sie das Haus durchsuchten. Für die alten Leute hatte dieser Vorfall traumatische Folgen, als sie das Verbrechen später bemerkten.

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