Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept
Warten auf Startschuss für Projekte

Lotte -

Wie kann es gelingen, Jugendliche stärker an der Ortsentwicklung in Lotte zu beteiligen? Das war eine viel diskutierte Frage beim IKEK-Strategieforum am Montag im Golfclub Dütetal. Einige Teilnehmer befürchten zudem, dass der Prozess an Schwung verliert.

Dienstag, 17.04.2018, 16:57 Uhr

Raum für Diskussionen: Planinvent-Geschäftsführer Frank Bröckling (rechts) im Bürgergespräch.
Raum für Diskussionen: Planinvent-Geschäftsführer Frank Bröckling (rechts) im Bürgergespräch. Foto: Andreas Wenk

„Nö“, antwortet Detlef Schulze-Wenning auf die Frage, ob ihn die Antwort auf seine Frage beim Strategieforum des Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) weitergebracht habe. Er hatte bei der Bürgerversammlung im Golfclub wissen wollen, ab wann aktives Bürgerengagement wieder gefragt sei. Doch Geschäftsführer Frank Bröckling vom Münsteraner Büro Planinvent hatte nur um Verständnis gebeten, dass man noch in der Entwicklungsphase sei.

Schulze-Wenning ist in einer Bürgerinitiative für den Hochwasserschutz aktiv und möchte den möglichst umgehend vorantreiben. Immerhin hat sich das Forum darauf verständigt, dass der Hochwasserschutz als Bestandteil sicheren und attraktiven Wohnens in das Konzept passe und mehrere Ortsteile davon betroffen sind.

Auch wenn Wirtschaftsförderin Joana Watermeyer, die im Rathaus auch für das IKEK und das Ortsmarketing zuständig ist, sich insgesamt sehr zufrieden von dem Abend zeigte, mit rund 50 Teilnehmern hatte sich das Interesse bereits merklich abgekühlt. Möglicherweise lag das am Thema, denn Bröckling stellte die Ergebnisse aus den einzelnen Dorf-Werkstätten vor, katalogisierte die Themen und bildete daraus Cluster und Themen. Außerdem, so Bröckling, habe er das Thema Digitalisierung in Eigeninitiative mit aufgenommen, da dies eigentlich für alle Kommunen zukünftig immer wichtiger werde.

Herausgekommen waren drei Themenkomplexe: Lotte Lebens- und liebenswert, Lotte aktiv und mobil sowie Lotte attraktiv und innovativ. Unter diesen Titeln sollen sich alle künftigen Projekte wiederfinden können. Oliver Bruns war das offenbar zu abstrakt. Ihm fehlte vor allem der direkte Bezug zu Bürgern oder Arbeitsgruppen. Denn die Überschriften waren recht weit gefasst, um nichts auszuschließen. Die für Lotte spezifische Zielsetzung war daraus aber noch nicht erkennbar. Kein Wunder, dass die Diskussion um einen geeigneten Claim oder Slogan als Marschrichtung schnell ad acta gelegt wurde.

Breiten Raum nahm hingegen die Diskussion um die bislang kaum berücksichtigten Interessen der Jugendlichen ein. Da sich Senioren und seniorengerechtes Wohnen im Zielkatalog wiederfanden, Jugendliche jedoch nicht, war man sich schnell einig, dass dies geändert werden müsse. Margarete Lersch vom Bauamt warf die Frage auf: „Ich weiß nicht, wie die Jugendlichen ticken, man sieht sie nicht. Wie kommen wir an die ran?“. Vereine seien doch eine geeignete Anlaufadresse, empfahl Wolfgang Johanniemann. Dem hielt Jugendpfleger Robert Budde entgegen, dass es viele Jugendliche gibt, die sich weder an einen Verein, noch an eine Einrichtung binden wollten. Schließlich wurden Schulen und Lehrer als geeignete Ansprechpartner ausgemacht, um Jugendliche zum Mitmachen bei IKEK zu bewegen. Vereine und Feuerwehr könnten dafür eventuell ihre Kleinbusse zur Verfügung stellen. Bürger-Werkstätten, wie sie in den einzelnen Ortsteilen bereist stattgefunden hatten, sollten für Jugendliche nachgeholt werden.

Der allem Anschein nach mit 27 Jahren jüngste Teilnehmer, Philip Middelberg, sah das Problem des schwindenden Interesses hingegen für den gesamten IKEK-Prozess heraufziehen: „Nicht dass wir demnächst hier mit zehn Leuten sitzen“, malte er das Schreckenszenario für Bürger und IKEK-Beteiligte an die Wand. Eine andere Einstellung forderten auch viele Forums-Teilnehmer hinsichtlich des Kirchturmdenkens in Alt-Lotte, Büren, Halen und Wersen. Eine gewisse Konkurrenzsituation sei zwar nicht unbedingt schlecht, befand Projektleiter Bröckling. Wie Gerd Sies fragten sich aber viele Forums-Teilnehmer: „Wie kriegen wir das Ortsteildenken aus den Köpfen.“ Hier könnte die Kultur einen wichtigen Beitrag leisten.

Konkreter könnte es beim nächsten IKEK-Forum im Golfclub Dütetal werden, das am 14. Mai, um 19 Uhr unter dem Schlagwort „Projekte“ stattfindet.

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www.gemeinde-lotte.de

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