Woher kommt der Name?
Tango – die Spur führt nach Rheine

Tecklenburger Land -

So süß. So erfrischend-prickelnd. Und so rot. „Tango Gold“. Die Limonaden-Brause ist zwar längst vom Markt verschwunden. Der Begriff Tango als Bezeichnung für ein Biermixgetränk aber lebt – und seinen Ursprung darf man durchaus in der Emsstadt Rheine vermuten.

Samstag, 11.08.2018, 14:30 Uhr

„Tango Gold“ - die Spur führt nach Rheine. Die ehemalige Limonade des Gertränkeproduzenten Menke aus Rheine steht vermutlich Pate für Namen des beliebten Biermischgetränks „Tango“.
„Tango Gold“ - die Spur führt nach Rheine. Die ehemalige Limonade des Gertränkeproduzenten Menke aus Rheine steht vermutlich Pate für Namen des beliebten Biermischgetränks „Tango“. Foto: Matthias Schrief

Zurückgeblättert: Ein x-beliebiger Biergarten in den 1960er- oder 1970er-Jahren hier in der Region: Opa und Papa trinken Bier, Frauen und Kinder „Tango Gold“, die rote Limonaden-Brause aus dem Hause Menke an der Hemelter Straße in Rheine. „Unser kleiner Betrieb hat seit 1904 Sprudel abgefüllt und in Rheine und der Region vertrieben. In den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts haben mein Großvater und mein Vater dann eine orangen- und zitronenhaltige Limonade mit roten, natürlichen Aromastoffen kreiert und als ‚Tango Gold‘ vermarktet“, erzählt Klaus Menke. Andere Mitbewerber im Ems- und Münsterland vertrieben Limonaden mit ähnlichen Geschmacks- und Farbmischungen unter dem Namen „Regina“. Der Getränkeproduzent Salvus aus Emsdetten führt „Regina“ bis heute im Sortiment. „Der Absatz ist überschaubar. Aber seit Jahren gibt es für dieses Produkt eine stabile Fangemeinde“, sagt Geschäftsführerin Heike Schürkötter.

Die damals vor allen bei Kindern beliebte „Tango--Gold“-Limonade hat auch eine zweite Karriere hingelegt – als Biermischgetränk. 50 Prozent „Tango Gold“ und 50 Prozent Bier ergeben den legendären „Tango“. „Frauenbier“, wie die Herren der Schöpfung es bis heute verächtlich bezeichnen.

„Biermischgetränke gab es im Handel damals noch nicht“, sagt Menke. „Bis in die 1990er Jahre hinein wurden die Biermischgetränke in der Gastronomie immer frisch gemischt“, weiß der 59-Jährige, der früher nicht nur Getränke hergestellt hat, sondern als Getränkehändler auch die Gastronomen in der Region belieferte.

Erst seit 1993, als das deutsche Biersteuergesetz geändert wurde, werden Bier-Mischgetränke auch fertig von Getränkeherstellern angeboten. Biermischgetränke entsprechen nicht dem Reinheitsgebot, deshalb dürfen sie in Deutschland auch nur unter „Biermischgetränk“ oder „Bierpops“ vertrieben werden und nicht als Bier. Das „Radler“, ein Bier gemischt mit Zitronenlimonade, gilt als das älteste Biermischgetränk mit Ursprung im süddeutschen Raum. Das Aufkommen wird zum Ende des 19. Jahrhunderts datiert. Das „Tango“ wird auf einschlägigen Seiten im Internet klar dem Ems- und Münsterland zugeordnet. „Tango heißt ein mit Regina gemischtes Bier. Tango ist vor allem im Emsland und im Münsterland bekannt. Im südlichen Kreis Gütersloh um Rheda-Wiedenbrück ist eine ähnliche Mischung unter dem Namen ‚Flieger‘ bekannt. In der Schweiz und Frankreich wird der Tango oft mit Grenadine (ein Sirup, keine Brause) gemacht“, heißt es beispielsweise auf deacademic.com.

Ungeklärt bleibt indes die Frage nach dem Ursprung des Namens „Tango“ für das Biermischgetränk aus dem Ems- und Münsterland. Für Rheinenser liegt die Antwort auf der Hand: „Tango-Gold“, das vom Markt genommene Produkt aus dem Hause Menke, dürfte hier als Namensgeber Pate gestanden haben. Der Name lebt, das Getränk ist tot? Nicht ganz. Das „Tango-Gold“-Rezept ist vor einiger Zeit „nach Hause“ gekommen. „Weil sich das Geschäft für uns als kleinen Brause-Hersteller nicht mehr lohnte, haben wir ‚Tango-Gold‘ ab den 1980er Jahren bei der Avanus Mineralbrunnen GmbH in Belm, nordöstlich von Osnabrück, produzieren lassen, bis sich auch das nicht mehr lohnte“, sagt Menke. „Mein Sohn hat sich dort kürzlich unser Original-Rezept wiedergeholt.“

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