Mi., 31.12.2014

Frist für Kaminöfen endet Der Ofen ist aus

Stefan Schlüter, freier Schornsteinfegermeister, kennt die gesetzlichen Anforderungen an Kaminöfen ganz genau. Dieses Exemplar moderner Bauart schafft die Vorgaben locker. Ältere Öfen hingegen sind von der Stilllegung bedroht, wenn sie die geforderten Werte nicht einhalten.

Stefan Schlüter, freier Schornsteinfegermeister, kennt die gesetzlichen Anforderungen an Kaminöfen ganz genau. Dieses Exemplar moderner Bauart schafft die Vorgaben locker. Ältere Öfen hingegen sind von der Stilllegung bedroht, wenn sie die geforderten Werte nicht einhalten. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Mit dem Jahreswechsel endet die Schonfrist, die der Gesetzgeber Besitzern alter Kaminöfen eingeräumt hat. Um Feinstaub-Emissionen in Grenzen zu halten, wurden Maximalwerte festgelegt. Als erstes trifft es die Öfen, die vor 1975 errichtet wurden.

Von Dieter Huge sive Huwe

Das neue Jahr am wärmenden Ofen erwarten, in die Flammen schauen, Bilanz ziehen, einen Blick nach vorne wagen – ein Kamin ist für viele Menschen Inbegriff von Gemütlichkeit. Doch für einige alte Wärmespender ist am Silvestertag Schluss. Sie dürfen nicht mehr befeuert werden. Der Ofen ist aus.

Unter die Neuregelung fallen Kamine, die vor 1975 errichtet wurden. Dies berichtet Stefan Schlüter, bisher freier Schornsteinfegermeister in Metelen und ab Neujahr Bezirksschornsteinfegermeister im benachbarten Heek und Nienborg. „Es sind nur wenige Öfen, die betroffen sind“, sagt der Fachmann. „Die wenigsten Kamine haben ein so hohes Alter“. Dennoch gibt es sie vereinzelt, die alten Schätzchen in den Wohnzimmern, auf die der Gesetzgeber ein Auge geworfen hat.

Schon seit längerem. Am 22. März 2010 trat eine Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen in Kraft, die unter anderem verschärfte Emissionsgrenzwerte für die klassischen Kaminöfen in den Wohnzimmern vorsieht. Übergangsfristen sind in der Verordnung vorgesehen, die erste läuft in der Neujahrsnacht ab.

Im Fokus hat der Gesetzgeber die Feinstaubteilchen, die von Kaminen emittiert werden. „Diese können wir messen“, erläutert der Schornsteinfegermeister aus Metelen. Wer an dem bullernden Ofen aus den 60-er oder 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts im heimischen Wohnzimmer hängt, der kann ihn mit einem Filter nachrüsten. Hält er danach die vorgeschriebenen Werte ein, darf er weiter betrieben werden.

„In der Praxis ist dies aber wohl eher selten der Fall“, weiß Schlüter. Die Nachrüstung sei teuer. Da sei es für viele Besitzer älterer Anlagen günstiger, einen neuen Ofen zu kaufen, der eine Typenprüfung hinter sich hat und die noch wesentlich strengeren Emissionswerte für Neuanlagen einhalten muss.

Auch für nagelneue Öfen gilt ab 1. Januar 2015 eine Neuregelung. Die Grenzwerte werden nochmals abgesenkt. Der Schornsteinfegermeister rät: „Beim Kauf eines neuen Ofens ist darauf zu achten, dass er die Anforderungen erfüllt.“ Die Hersteller müssten entsprechende Typenprüfungen nachweisen.

Es dürften nur wenige Metelener sein, die eine unliebsame Überraschung erleben, wenn der Schornsteinfeger das nächste Mal klingelt. Halbjährlich werden die Schornsteine gekehrt, an die die Kaminöfen angeschlossen sind. „Die wissen Bescheid“, sagt Schlüter. Wer nach Jahren einen alten Ofen wieder in Betrieb nehmen will, wird allerdings mit den Regelungen der Bundesimmissionsschutzverordnung – kurz BImSchV – konfrontiert.

Diejenigen, die ein ganz altes Ofen-Schätzchen ihr eigen nennen, dürfen sich ebenfalls zurück lehnen. Kaminöfen, die vor dem 1. Januar 1950 hergestellt wurden oder errichtet wurden, sind von den Anforderungen der BImSchV ausgenommen. Historische Öfen dürfen also auch weiterhin betrieben erden.

„Für offene Kamine gibt es ebenfalls eine Ausnahme“, erläutert Schlüter und ergänzt: „Diese dürfen sowieso nur gelegentlich betrieben werden.“ Wer allerdings irgendwann einmal eine Ofen-Kassette einbauen ließ, für den gelten die gleichen Grenzwerte wie für die Kaminöfen auch.

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