Metelen
Piraten greifen Traumschiff an

Sonntag, 12.10.2008, 19:10 Uhr

Metelen . Weit strahlte der eigens vor der Bürgerhalle aufgestellte Leuchtturm durch die Dämmerung – schließlich sollte jeder Passagier der ausgebuchten „MS BOM“ sicher an Bord finden, doch damit nicht genug.

Um ihr Publikum schon beim Betreten der Bürgerhalle auf das Konzertmotto „ Traumschiff “ einzustimmen, hatten die Musiker des Blasorchesters Metelen den Eingang mit Hilfe von bunten Planen und viel Liebe zum Detail in einen riesigen Schiffsrumpf à la Titanic verwandelt.

Das Thema setzte sich auch im aufwendig mit Luftballons und Girlanden geschmückten Saal fort. Pünktlich um 19.30 Uhr befanden sich am Samstag alle Kreuzfahrtgäste an Bord, so dass die „MS BOM“ ihren Heimathafen Hamburg mit dem Stück „Junge komm bald wieder“ von Freddie Quinn verlassen konnte.

So bald würde die Reise durch die sieben Weltmeere allerdings nicht zu Ende sein, denn mit dem Schiff fremde Welten zu erforschen, dauert eben seine Zeit.

Um den Gästen ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten, durften Beatrix ( Anke Stauvermann ) und Viktor (Christoph Beumer) selbstverständlich nicht fehlen. Souverän und mit dem gewohnten Charme führten sie das neugierige Publikum durch die ausverkaufte Veranstaltung.

Der erste Hafen, den Kapitän Dirk Brünenborg und seine Mannschaft ansteuerten, lag in Schottland, das laut Beatrix neben den Highlands auch für seine eindrucksvollen Kathedralen bekannt sei. Dort angekommen durfte das Publikum mit dem Stück „Highland Cathedral“, schließlich die dazu passende festliche Kirchenmusik genießen.

Da aber auf einer Kreuzfahrt besonders die visuellen Eindrücke nicht zu kurz kommen dürfen, wurden die Klänge erstmals mit entsprechendem Bildmaterial unterstützt, welches auf zwei großen Leinwänden zu sehen war. Dies kam besonders den Besuchern aus den hinteren Reihen sehr entgegen, da sie durch die Aufnahmen des eigens engagierten Kameramanns, neben den zahlreichen Bildern, auch einen guten Blick auf die etwa siebzig Musiker hatten.

Während sich die Passagiere der „MS BOM“ so verwöhnt einfach treiben ließen, schufteten die Matrosen unter Kapitän Dirks Kommando, um das Schiff auf Kurs zu halten – mit Erfolg. Sicher liefen sie einen Hafen nach dem anderen an, wo immer schon interessante Ausflüge, wie zum Beispiel ein Besuch auf einem orientalischen Markt, auf die Reisenden warteten. Selbst die sonst so kostspieligen Seychellen wurden dem Publikum nicht vorenthalten.

„Mit uns können Sie die malerischen Sonnenuntergänge auch ganz ohne ein dickes Portemonnaie genießen“, lockte Anke Stauvermann als Beatrix.

So harmonisch sollte die Reise jedoch nicht weitergehen. In der zweiten Konzerthälfte wurde das Schiff nämlich von gefährlichen Piraten angegriffen, so dass sich der Saal plötzlich im „Fluch der Karibik“ wiederfand.

Doch auch wenn Crew und Passagiere kurzzeitig um Leib und Leben fürchten mussten, so geriet dieser kleine Zwischenfall spätestens beim Abschlusskonzert in der prachtvollen Londoner Royal Albert Hall in Vergessenheit.

Beseelt von so vielen neuen Eindrücken spendete der eine oder andere Passagier beim Verlassen des Schiffs noch ein paar Euro für die kühne Mannschaft, „denn so was muss unterstützt werden“. Darüber war sich eine große Gruppe der Konzertbesucher einig.

Das sechste Mottokonzert des Blasorchesters Metelen wurde für alle Beteiligten zu einem tollen Erfolg, womit sich die vielen Proben wohl ausgezahlt haben. „Viele Stücke studieren wir bloß für dieses Konzert ein“, verriet Dirigent Dirk Brünenborg noch ganz außer Atem.

Dieter Oskamp, Vorsitzender des Blasorchesters, gab bereits einen kleinen Ausblick auf das Konzert des nächsten Jahres. Es wird unter dem Motto „Blockbuster“ stehen.

Am Sonntagnachmittag wurde das Konzert dann nochmals bei guter Stimmung und mit vielen Zuhörern wiederholt.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/525113?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F178%2F700451%2F700454%2F
Anwohner bezahlen rund 340 000 Euro
Die Kanalstraße wird nicht nur demnächst gesperrt, auf die Anlieger kommen auch Kosten zu.
Nachrichten-Ticker