Ihr Platz und Schlecker
Fr., 27.01.2012
Hier Gelassenheit, da Hoffnung
Gleich zwei Drogerien am Sendplatz stehen vor einer ungewissen Zukunft: Am Montag hat Schlecker Insolvenz angemeldet, am Donnerstag Ihr Platz nachgezogen. Laut Pressestelle ist nicht absehbar, wann und wie es weitergeht.
Metelen -
Schlecker und Ihr Platz haben Insolvenz angemeldet. Zwei Hiobsbotschaften, die einschlugen wie eine Bombe. Jedoch nicht am Sendplatz. Der Vermieter der Schlecker-Immobilie glaubt, dass hier alles beim Alten bleibt. Und für die Belegschaft des Ihr Platz ist dies sogar Gewissheit.
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Der frohen Kunde folgte die Hiobsbotschaft: Ende Dezember hieß es noch, die Metelener Schlecker-Filiale sei nicht von der Konzern-Umstrukturierung betroffen. Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, rund zehn Prozent seiner Läden dicht machen zu wollen.
Am Montag aber meldete das baden-württembergische Unternehmen Insolvenz an (unsere Zeitung berichtete). Das bedeutet nicht zwangsläufig den K. o. für den Metelener Drogerie-Standort. Doch wann die Mitarbeiter Gewissheit über das Schicksal ihrer Filiale haben, ist ungewiss.
„Es lässt sich derzeit kein Zeitrahmen abstecken, in dem eine Entscheidung fällt.“ So äußerte sich zumindest die Schlecker-Pressestelle gegenüber unserer Zeitung. Und weiter: „Das Ziel ist eine geplante Insolvenz, um den Konzern als Ganzes inklusive Filialnetz und inklusive Mitarbeiterstab erhalten zu können.“
Eine sogenannten Planinsolvenz geht quasi mit einer Sanierung in Eigenregie vonstatten – und gründet auf einem Insolvenzplan, den die Unternehmensführung selbst beim Amtsgericht, in diesem Fall in Ulm, einreicht. Der Insolvenzverwalter hat nur eine beratende Funktion gegenüber der Geschäftsführung, die in Amt und Würden bleibt. Auf diese Weise wird das Unternehmen weder zerschlagen, noch verschwindet es gänzlich von der Bildfläche. Momentan fräst sich der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz laut der Pressestelle durch die Schlecker-Bücher.
Kein Wunder also, dass der Konzern noch nicht an Adolf Brinckwirth herangetreten ist. Dem gehört das Haus am Sendplatz, in dem Schlecker sitzt. „Ich weiß nur, dass der Mietvertrag noch eine Weile läuft“, sagt Brinckwirth. Er gehe zunächst davon aus, dass alles beim Alten bleibe. Selbiges habe er auch aus den Reihen der Metelener Drogerie-Mitarbeiter gehört.
Wenige Häuser weiter bleibt die Belegschaft ebenfalls gelassen. Dort ist eine Filiale von „Ihr Platz“ ansässig. Die Drogeriemarkt-Kette gehört seit 2007 zur Schlecker-Unternehmensgruppe – und hat am Donnerstag auch Insolvenz angemeldet. Darauf hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Geiwitz gedrängt.
Allerdings ist die Drogerie am Sendplatz eine von rund 50 Franchise-Filialen des Unternehmens. Sie gehört – genauso wie die in Epe und Neuenkirchen – dem Metelener Johann Döbber. Mitarbeiterin Irene Zachej und ihre Kolleginnen blieben deswegen am Donnerstag vom Schock verschont. Schließlich habe das Großunternehmen, nicht ihr Arbeitgeber Insolvenz angemeldet, erläutert Zachej. Deswegen könnten die Metelener auch schlichtweg Ware anderer Anbieter beziehen, komme es über die Schlecker-Unternehmensgruppe zu Lieferstopps. Zachejs Fazit: „Für uns ändert sich erstmal gar nichts – und das ist auch gut so.“
