Mehr Naturnähe für die Vechte
Do., 19.01.2012
Zahlreiche Maßnahmen zur Umsetzung der Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie geplant
Noch stellt das Wehr an Plagemanns Mühle ein unüberwindbares Hindernis für Fische dar. Das soll sich ändern. Eine Fischtreppe ist geplant.
Metelen -
Die Vechte soll wieder naturnaher werden. So schreibt es die Europäische Wasserrahmenrichtlinie vor. Schon seit dem Jahr 2000 arbeitet der Kreis Steinfurt zusammen mit seinen Kooperationspartnern im Einzugsgebiet der Steinfurter Aa und der Vechte an der Umsetzung. Während in der vergangenen Dekade vornehmlich die Aa im Fokus stand und verschiedene Maßnahmen bereits verwirklicht worden sind, soll jetzt die Vechte in den Mittelpunkt rücken. Auch im Bereich der Gemeinde Metelen stehen einige Projekte auf der Agenda.
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Indes: Noch stehen die Planungen der Unteren Wasserbehörde des Kreises und der Gemeinde ganz am Anfang. Das Ziel aber steht: Spätestens 2015 soll am Wehr von Plagemanns Mühle eine Fischtreppe installiert werden. So wird den Fischen ermöglicht, zum Oberlauf des Flusses zu gelangen. Bisher war das aufgrund der Höhe des Wehrs nicht möglich. Zudem, so kündigt Heinz Wieching vom Kreis Steinfurt an, soll der Altarm der Vechte an der Wiese Kock wieder an das Fließgewässer angeschlossen werden. Die Gemeinde, die mit im Boot ist, rechnet mit einer Gesamtinvestition in Höhe von rund einer Million Euro. Viel Geld für eine Kommune, die sich im Nothaushalt befindet. Es winken jedoch Zuschüsse der EU: „Bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten können übernommen werden“, so Wieching.
Nachdem Vorschläge für konkrete Maßnahmen zusammen mit den Unterhaltungsträgern, Naturschutzverbänden, Wasserversorgern, Kommunen und weiteren Institutionen und Verbänden erarbeitet und der Gewässerzustand ermittelt worden sind, steht nunmehr die konkrete Umsetzungsphase an.
Ein wichtiges Ziel der Renaturierungsmaßnahmen sei nach dem Motto „Von der Mündung bis zur Quelle“ die Herstellung der Durchlässigkeit des Gewässers, erklärt Wieching. Unter diesen Punkt fallen auch die Maßnahmen an der Mühle. Weitere Projekte, die von Bepflanzungen der Uferbereiche über Aufweitungen bis hin zur Renaturierung des Fließbettes reichen können, seien ebenfalls denkbar. Wieching: „Das sind alles erste Überlegungen, Voraussetzung für alle Maßnahmen ist, dass der notwendige Grund und Boden bereitgestellt werden kann und die Finanzierung passt.“
Die Maßnahmen seien zudem stets ganzheitlich ausgelegt. Das heißt: Nicht nur alle Behörden diesseits der Grenze, sondern auch in Niedersachsen und in den Niederlanden sind mit eingebunden. Entsprechend hoch ist der Abstimmungsbedarf. Ein gemeinsames Ziel haben allerdings alle Beteiligten vor Augen: Mehr Naturnähe für die Vechte – von der Mündung in Darfeld bis Zwolle. Foto:
rs