Mo., 30.07.2012

Atomkraftgegner blockieren Regionalstrecke Es trällert im Blätterwald

Metelen - 

Es mutet an wie ein Kindergeburtstag. Allerdings wie einer, der unter dem Motto „Nicht nachmachen!“ steht. Da wird gequietscht und gestupst, gekichert und gesungen. Doch derweil in luftiger Höhe nahe dem Bahnhof Metelen-Land vier Kernkraftgegner Friede, Freude, Eierkuchen zelebrieren, bestimmen bei den Herren auf den Gleisen eher finstere Mienen das Bild. Gleich zweimal sind am Montagnachmittag zahlreiche Bundespolizisten nahe Metelen gefordert. Dort haben Aktivisten der Organisationen Robin Wood und ContrAtom sowie von Anti-Atom-Gruppen aus dem Münsterland den Plan geschmiedet, einen Transport von Uranhexafluorid zu verhindern.

Von Katharina Fiegl

Es mutet an wie ein Kindergeburtstag . Allerdings wie einer, der unter dem Motto „Nicht nachmachen!“ steht. Da wird gequietscht und gestupst, gekichert und gesungen. Doch derweil in luftiger Höhe nahe dem Bahnhof Metelen-Land vier Kernkraftgegner Friede, Freude, Eierkuchen zelebrieren, bestimmen bei den Herren auf den Gleisen eher finstere Mienen das Bild.

Gleich zweimal sind am Montagnachmittag zahlreiche Bundespolizisten nahe Metelen gefordert. Dort haben Aktivisten der Organisationen Robin Wood und ContrAtom sowie von Anti-Atom-Gruppen aus dem Münsterland den Plan geschmiedet, einen Transport von Uranhexafluorid zu verhindern. Der soll ab dem Mittag über die Regionalstrecke zwischen Gronau und Münster laufen. Doch auf den Gleisen fassen zwischen 12 Uhr und dem frühen Abend allenfalls Polizisten und Aufständische Fuß.

Cécile Lecomte baumelt ab dem Mittag wieder einmal zwischen den Bäumen am Bahnkilometer 36,2. Mit denen dürfte sie mittlerweile per Du sein: Die französische Umweltaktivistin hing an gleicher Stelle schon zweimal im wahrsten Sinne des Wortes in den Seilen. Gleichwohl braucht eine Hubschrauber-Besatzung ein ganzes Weilchen, um Lecomte und ihre Mitstreiter im Blätterwald auszumachen.

Die Bundespolizei karrt schließlich Hebebühne und Spezialkräfte heran. Gegen 17.30 Uhr löst sie „die Versammlung auf“. Will heißen: Start frei für die Spezialkräfte aus ihren Reihen, die die Aktivisten aus den Bäumen zuppeln sollen. Denn die haben jedwede Aufforderung zum selbstständigen Abseilen ausschließlich mit munterem Gesang quittiert.

Weniger Geträller, vielmehr lautstarkes Gekreische hat Stunden zuvor die erste Protestaktion von Atomkraftgegnern dominiert: Zunächst stammte es von den Sägen der Spezialkräfte der Bundespolizei, die einen Mann und eine Frau von den Gleisen am Bahnübergang K 65/Welbergener Damm loseisten. Dann aus dem Mund besagter Aktivistin, derweil die Gesetzeshüter sie entlang der Schienen zu ihren Einsatzfahrzeugen schleppten.

Aus dem nebenliegenden Waldstück lugten derweil weitere Mitstreiter hinter den Bäumen hervor – immer im Visier der unzähligen Uniformierten. Fünf von 20 Personen nahm die Bundespolizei laut eigenen Angaben nahe dem Bahnübergang in Gewahrsam – ohne damit groß Eindruck zu machen: Fortsetzung folgt (siehe unten stehender Text). 

| Westfalen

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