11 Jahre KG Stadtwacht
„Stolz darauf, das Brauchtum fortzuführen“

Metelen -

Die Karnevalsgesellschaft Stadtwacht besteht seit elf Jahren. Ein echtes Jecken-Jubiläum also. Redaktionsmitglied Ralph Schippers sprach aus diesem Grund mit Sitzungspräsident Herbert Graes über die Karnevalstradition in Metelen, den Jecken-Virus und die bevorstehende Jubiläumssitzung.

Freitag, 01.02.2013, 17:02 Uhr

Herbert Graes, wie der Jeck in kennt: Engagiert und mit viel Temperament moderiert der Sitzungspräsident die Galasitzungen der KG Stadtwacht.
Herbert Graes, wie der Jeck in kennt: Engagiert und mit viel Temperament moderiert der Sitzungspräsident die Galasitzungen der KG Stadtwacht. Foto: rjo

Die Zahl Elf hat für Jecken schon fast magische Anziehungskraft. Kein Wunder, startet die fünfte Jahreszeit doch regelmäßig am „Elften im Elften“. Auch den Narren der KG Stadtwacht geht es so. Sie haben in dieser Session noch einen weiteren Grund zum Feiern: Denn die Karnevalsgesellschaft besteht seit elf Jahren. Redaktionsmitglied Ralph Schippers sprach mit Sitzungspräsident und „Oberkarnevalist“ Herbert Graes über die Karnevalstradition in Metelen , den Jecken-Virus und die bevorstehende Jubiläumssitzung.

Elf Jahre KG Stadtwacht – ein besonderes Jubiläum für Sie?

Herbert Graes: Ja, auf jeden Fall. Schließlich ist es das erste karnevalistische Jubiläum der KG Stadtwacht. Wir hatten uns seinerzeit auf die Fahnen geschrieben, ein über 50-jähriges Brauchtum, den Sitzungskarneval in Metelen, wieder ins Leben zu rufen. Unser Vorgänger, die Kolpingfamilie, konnte mit ihren Sitzungen damals bereits ein karnevalistisches 33-jähriges Jubiläum feiern. Ich bin stolz darauf, nach nunmehr elf Jahren auch sagen zu können, dass wir, die KG Stadtwacht, es geschafft hat, das Metelener Brauchtum fortzuführen.

Ein Jubiläum fordert auch immer heraus: Auf welche – auch nicht alltäglichen – Höhepunkte darf der Besucher der Prunksitzung gespannt sein? Über wessen Kommen freuen Sie sich ganz besonders?

Graes: Wir hoffen, dass wir es wieder geschafft haben, ein Programm für Jung und Alt auf die „Beine zu stellen“. Wir freuen uns, in der Jubiläumssitzung neben vielen hochkarätigen Künstlern von auswärts auch wieder einen großen Metelener Büttenredner präsentieren zu können. Ganz besonders freuen wir uns aber auch auf die vielen Abordnungen der Nachbarvereine, die mit ihren amtierenden Prinzenpaaren ihr Erscheinen zugesagt haben.

Die Ausarbeitung des Sitzungsprogramms erfordert viel Zeit und Mühe. Wie kommen Sie an die Protagonisten?

Graes: In der Ausarbeitung der Programme gibt es keine Pausen. Nicht nur die Termine der Prunksitzungen für die nächsten Jahre sind bereits jetzt fest eingeplant. Auch die Künstler werden oft schon Jahre im Voraus gebucht. Insbesondere versuchen wir auch ständig, durch persönliche Ansprachen Metelener Karnevalsbegeisterte zu überzeugen, bei uns aktiv mitzuwirken. Bei der Suche nach Künstlern bedienen wir uns bei allen Medien, die über Veranstaltungen berichten. Aber auch gute Agenturen, können sehr hilfreich bei der Programmauswahl sein. Die Programmgestaltung einer Prunksitzung liegt in meiner Verantwortung. Für mich ist diese Aufgabenverteilung auch notwendig, weil ein Sitzungspräsident eine Sitzung nur dann erfolgreich „über die Bühne bringen kann“, wenn er auch selber vom Inhalt des Programmes überzeugt ist. Alle anderen Vereinsaktivitäten werden von einem engagierten vierköpfigen Vorstandsteam und in den meisten Fällen auch zusammen mit dem gesamten Elferrat geregelt.

Wer unterstützt Sie als Sitzungspräsident bei der Organisation?

Graes: Unterstützung erfahre ich von vielerlei Seite. Neben Vorstand und Elferrat ist das das Team für den Bühnenbau, das Trainer- und Betreuerinnenteam der Kindertanzgarde sowie die Hofschneiderin, die für Reparaturen und Änderungen der vielen Kostüme verantwortlich ist. Unterstützung gibt es aber auch von den Eltern der Gardetänzerinnen, die dank ihres finanziellen Engagements zur Ausbildung der Garden beitragen.

Der Karneval in der Vechtegemeinde ist eng mit ihrer Person verknüpft. Wie sind Sie persönlich vom Jecken-Virus infiziert worden?

Graes: Ich war schon immer, auch vor Gründung der KG, ein Fan des Sitzungskarnevals und hier auch selber schon als Büttenredner aktiv. Die Organisation und Leitung eines Karnevalsvereins hat mir aber schnell gezeigt, dass Karneval nicht nur lustig und entspannt sein kann. Es gibt hier die gleichen Probleme wie in anderen Vereinen auch. Oft lassen sich die Aufgaben und notwendigen Arbeiten nur auf wenige Schultern verteilen. So sind auch wir natürlich ständig auf der Suche nach Karnevalsfreunden, die sich uns anschließen und auch Aufgaben übernehmen wollen. Bei der Planung der Prunksitzung begleitet uns immer die Frage „Wie können wir das bezahlen?“ Die Finanzierung hängt nicht zuletzt davon ab, ob auch genügend Jecken bereit sind, unsere Sitzung zu besuchen. Genau wissen wir das immer erst nach dem Kartenvorverkauf. Die Vielzahl der Aufgaben war uns bei Gründung der KG sicherlich noch nicht so bewusst. An den Aufgaben kann man somit nur wachsen. Ein wenig jeck zu sein, erleichtert die Sache allerdings ungemein.

Wenn Sie zurückdenken: Wo stand die KG Stadtwacht vor elf Jahren und wo steht sie heute?

Graes: Angefangen mit 17 Gründungsmitgliedern zählt unsere KG heute 89 Mitglieder. Hierin enthalten sind inzwischen 41 Mitglieder unserer Garden, die auch automatisch zu beitragsfreien ordentlichen Mitgliedern der KG Stadtwacht zählen. Aus einer vor elf Jahren gegründeten kleinen Mini-Garde im Alter von fünf Jahren sind inzwischen drei Abteilungen mit über 40 Tänzerinnen entstanden. Stolz sind wir auf einige Urgesteine in der Juniorengarde, die mit uns begonnen haben und seit Gründung immer noch im karnevalistischen Tanzsport aktiv sind.

Noch gibt es in Metelen, wie beispielsweise im Nachbarort Schöppingen, kein Prinzenpaar, das das Zepter der Macht in der fünften Jahreszeit übernimmt. Ist ein Zwei- oder gar Dreigestirn in Metelen denkbar?

Graes: Ein Prinzenpaar ist nicht nur denkbar, sondern absolut machbar und auch wünschenswert! Es gibt viele Kontakte zu anderen Karnevalsvereinen, bei Besuchen können wir uns aber immer nur „unvollständig“ präsentieren. Wir haben zwar drei Kindertanzgarden und zwei Gardeoffiziere, können aber noch kein Prinzenpaar vorweisen. Das wollen und werden wir ändern! Schon in der nächsten Session hoffen wir, den Metelener Narren bei Sessionseröffnung das erste Metelener Prinzenpaar vorstellen zu können. Die KG muss und wird sich ständig weiter entwickeln. Wenn ich das als Vorsitzender nicht mehr gewährleisten kann, werde ich mein Amt zur Verfügung stellen.

Was wünschen Sie sich für die Jubiläumssitzung am kommenden Samstag?

Graes: Schnee- und eisfreie Straßen, denn nur dann können unsere auswärtigen Künstler und Akteure auch pünktlich ihre Auftrittsorte erreichen. Ansonsten wünsche ich allen Jecken vergnügliche Stunden!

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