Elfte Prunksitzung der KG Stadtwacht
Narren kennen kein Halten mehr

Metelen -

Die Akteure auf der Bühne gaben alles bei der elften Prunksitzung der KG Stadtwacht Metelen. Und das Publikum stand ihnen in nichts nach. Fantasievoll kostümiert klatschten und sangen die Zuschauer begeistert mit – und das Ganze über sechs Stunden.

Sonntag, 03.02.2013, 17:02 Uhr

Elfte Prunksitzung der KG Stadtwacht : Narren kennen kein Halten mehr
Fröhlich und ausgelassen: Bereits zu Beginn des über sechsstündigen Programms hielt es viele Narren nicht mehr auf ihren Stühlen. Begeistert sangen und klatschten sie bei den Musikbeiträgen mit.  Foto: Martin Fahlbusch

Narrenkappe ab, Tusch und Dreifach-Rakete. Mindestens. Denn das war klasse, was die KG Stadt-wacht am Samstagabend in den Kultursaal zauberte. Närrische elf Jahre wird von ihr nun das karnevalistische Menü gekonnt angerichtet, diesmal mit besonderem Ehrgeiz, versteht sich. Heraus kam eine prächtige Prunksitzung , die das Publikum in allen Belangen forderte. Aber die Gäste zeigten echtes Stehvermögen bei dem gut sechsstündigen Programm. Und einige standen tatsächlich nahezu die ganze Zeit auf den Stühlen und hatten Spaß an der Freud.

Empfangen von kölschen Karnevalsklängen, die DJ Dirk ausgesucht hatte, füllte sich der Saal schnell. Kostüme waren Ehrensache. Ehrensache auch ein schmissiger Einmarsch der Matadore mit dem Spielmanns- und Fanfarenzug (SFZ) an der Spitze, dem Elferrat und den feuerroten Funken, den hauseigenen Tanzgruppen. Herbert Graes als Sitzungspräsident handelte die Begrüßungsworte souverän und mit leichten Seitenhieben in alle Richtungen ab. Anschließend wurde das Stimmungsbarometer getestet. Schon da stand fest: Tendenz steigend.

So war der Boden für den Schlawiner ( Andreas Hille aus Ibbenbüren) gut bereitet, der das allzu Menschliche zwischen Wechseljahren und Facebook lachstark abhandelte. Sein Tipp: Die Berliner Gangster-Tunnelbauer nicht einsperren, sondern für den Flughafen einsetzen: „Dann klappt das auch mit dem Abheben.“ Auch Alfons Abel als besonders feuchter Feuerwehrmann hielt die Laune oben und gab unlautere Tipps an Brandherren für „den kleinen Brand zwischendurch“.

Ein echtes „Pfund“ der KG Stadtwacht sind ihre Tänze-rinnen. 40 Begeisterte finden sich bei den Minis, der Jugend und den Junioren. Egal ob Garde- oder Showtanz, der Saal war jedes Mal hin und weg. Da ließ sich der Kegelclub „Musikantenstadel“ nicht lumpen und blies zur Attacke. Jetzt rann auch im Publikum der Schweiß. Danach musste Helmut Sprey als arbeitsloser Rentner etwas kämpfen. Erst mit der Technik und dann ein wenig mit dem Publikum, denn seine spitz gesetzten Reime nahmen von Feuerwehr bis zur Verwaltung das Gemeindeleben kritikfreudig und hintersinnig aufs Korn.

Schlag auf Schlag ging es danach weiter – mit reichlich „Remmi-Demmi“. Die gleichnamige Gruppe sorgte dafür, dass das Stimmungsbarometer stetig stieg. Auch die Beatles waren plötzlich  im Bürgerhaus – zumindest mit ihrem Hit „Hey Jude“. Den hatte das Kölner Duo „Labbes & Drickes“ zum „Mer jeth et juht“ für allerlei Blechgebläse umtransponiert und verschaffte sich mit ein paar Tricks zu vorgerückter Stunde noch klatschstarke Aufmerksamkeit. Und als dann Nadine Prinz mit gecoverten Schlagern und eigenen Liedern die Jecken wieder zu ihrer Lieblingstätigkeit – Mitsingen und Mitklatschen – animierte, war die Geisterstunde schon angebrochen. Aber von wegen Geister. Jetzt enterten die allseits bekannten „Scheunenrocker“ die Bühne und sorgten für die ultimative Polonaise.

Dass am Schluss die KG Stadtwacht (erschöpft und voll zufrieden) mit der befreundeten Narrenzunft Lamberti aus Ochtrup und Abordnungen der Karnevalsfreunde Grün-Weiß Gronau, der Wettringer Karnevalsgesellschaft sowie des Neuen Schöppinger Karnevalsvereins, mit dem SFZ und allen Mitwirkenden im Finale noch einmal auf die Bühne drängte, setzte einen tollen Schlusspunkt der Jubiläumsprunksitzung. Aber dann ging die Party ja erst richtig los. Und jede Wette: Dabei standen sicherlich wieder ganz viele Jecken auf den Stühlen – und zwar noch ganz schön lange . . .

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