Sa., 20.07.2013

Anti-Atom-Camp auf Hof Konert Protest in der Teddyhöhle

Was nach Ferienlager aussieht, hat einen ernsten Hintergrund: Lovis Sand und Lilli „Wiesel“ Leibfried haben den weiten Weg nach Metelen auf sich genommen, um sich mit anderen Atomkraftgegnern zu treffen.

Was nach Ferienlager aussieht, hat einen ernsten Hintergrund: Lovis Sand und Lilli „Wiesel“ Leibfried haben den weiten Weg nach Metelen auf sich genommen, um sich mit anderen Atomkraftgegnern zu treffen. Foto: Heidrun Riese

Metelen - 

Atomkraftgegner aus verschiedensten Ecken Deutschlands haben den Hof von Heiner Konert in der Bauerschaft Naendorf bezogen. In ihrer kleinen Zeltstadt in Metelen wollen sie aber nicht nur campen, sie wollen sich austauschen und auch andere über ihr Anliegen aufklären.

Von Heidrun Riese

Sie sitzen ganz entspannt im Gras. Sie plaudern und lachen. Als könnte sie nichts in der Welt erschüttern. Doch da gibt es etwas, eine ganz bestimmte Sache sogar. Die ist auch Anlass ihres Zusammentreffens. Bei Heiner Konert in der Bauerschaft Naendorf haben Atomkraftgegner aus ganz Deutschland ihre Zelte aufgeschlagen.

Es ist bereits das zweite Anti-Atom-Camp, das auf dem Hof des Landwirts stattfindet. „Im vergangenen Jahr waren wir noch eine recht kleine Gruppe“, erinnert sich Hanna Poddig vom Organisationsteam. „Damals haben wir das Anti-Atom-Camp aber auch nicht so öffentlich angekündigt wie jetzt.“ Gestern, am offiziellen Anreisetag, zählt sie schon ähnlich viele Camper wie bei der ersten Auflage, rechnet aber noch mit mehr. Denn immer mal wieder öffnet sich im Laufe des Nachmittags das Tor zum Hof und weitere Atomkraftgegner kommen dazu. Ob es bei etwa zehn Schlafzelten von Freitagmittag bleibt oder ob sich die ganze Wiese füllt, ist für die Gießenerin nicht so wichtig. „Ich bin nicht traurig, wenn wir so wenige bleiben. Wichtig ist, dass die Stimmung passt und wir gemeinsam etwas auf die Beine stellen“, betont sie.

Dazu hat sich das Organisationsteam ein paar Programmpunkte überlegt. Ein Kaffeetrinken für die Anwohner beispielsweise, bei dem die Aktivisten aller Altersklassen, die aus ganz verschiedenen Anti-Atom-Zusammenhängen kommen, die Anwohner über ihr Anliegen aufklären wollen. Spontane Aktionen sind nicht ausgeschlossen. „Wer einen Workshop oder ähnliches anbieten möchte, kann einfach im Infozelt einen Zettel aufhängen“, erklärt Hanna Poddig, während einer ihrer Orga-Kollegen dieses gerade als solches ausweist.

Er nennt sich Waschbär – und so verspielt wie sein Spitzname klingen auch die der großen Gemeinschaftszelte, für die er die Schilder gestaltet. Unter anderem ist da die Teddyhöhle , in der die Anti-Atom-Camper Utensilien wie Stelzen oder Jonglierkeulen finden. Mit denen können sie kreativen Straßentanz üben, der bei Demonstrationen oder Blockaden die Blicke der Passanten auf sich zieht.

Zwei Schülerinnen, die gerade angekommen sind, bestechen schon allein durch ihr buntes Äußeres. Lovis Sand im gemusterten Rock und mit grünem Tuch um den Kopf kommt aus Kiel. „Ich hatte gerade Zeit und fand, dass es sich cool angehört hat“, sagt die 18-Jährige, die bei der Grünen Jugend aktiv und das lebende Beispiel dafür ist, dass junge Leute sich sehr wohl für politische Themen interessieren. Sie meint: „Erneuerbare Energien, so schnell wie möglich! Nur sie funktionieren nachhaltig.“ Sie steht nicht alleine da, wie Lilli Leibfried unterstreicht. Der 15-jährige Rasta-Schopf, der in der Nähe von Stuttgart wohnt und lieber Wiesel genannt wird, war schon in diversen Organisationen. „Mir geht es darum, etwas zu tun und mich mit anderen zu vernetzten.“

Beim Vernetzen verbinden die Anti-Atom-Camper in Metelen den Spaß am Zusammensein mit dem politischen Hintergrund übrigens in bester Manier – bei einer Partie Frisbee mit einem Spielgerät, auf dem ein ganz bekannter Slogan steht: „Atomkraft? Nein, danke!“

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