Do., 07.01.2016

Interkulturelle Begegnung im Jugendtreff Chilly Billard braucht keine Sprache

Im Chilly fühlen sich Ahmad Albuod, Mohammad Alkade, Mohammad Alghawi (v.l.) sichtlich wohl.

Im Chilly fühlen sich Ahmad Albuod, Mohammad Alkade, Mohammad Alghawi (v.l.) sichtlich wohl. Foto: Irmgard Tappe

Metelen - 

Zweimal die Woche wird das Chilly zum interkulturellen Treffpunkt. Jeden Dienstag und Donnerstag öffnet der Jugendtreff für internationale Begegnungen junger Leute. Das Angebot des Initiativkreises für Jugendarbeit der Gemeinde Metelen findet Gefallen. Die Cousins Mohammad Alkade und Mohammad Alghawi, die zusammen aus Syrien geflüchtet sind, kommen jede Woche her.

Von Irmgard Tappe

Dienstagabend im Chilly. „Hallo“, begrüßt Mohammad Alkade die Anwesenden und nimmt seine schwarze Strickmütze vom Kopf. Da kommt auch schon sein Cousin, Mohammad Alghawi, mit strahlendem Lächeln und blauer Kopfbedeckung herein. Die beiden 22-Jährigen erzählen, dass sie zusammen aus Syrien geflohen sind und seit drei Monaten in Metelen leben.

Der Mohammad mit der blauen Mütze verkündet, dass er in Metelen Fußball spielt. Und das Chilly schätzen die jungen Syrer sehr, um sich mit Gleichaltrigen zu treffen. „Wir sind immer dabei, wenn hier abends geöffnet ist“, meint Mohammad Alkade. Ein bisschen Englisch, ein bisschen Deutsch, viele Handzeichen und ein englisch-deutsch-arabisches Wörterbuch mit Bildern. So klappt es ­prima mit der Verständigung.

Seit Anfang Dezember bietet der Initiativkreis für Jugendarbeit der Gemeinde Metelen im Chilly jeden Dienstag und Donnerstag von 19 bis 21 Uhr diese interkulturelle Begegnung für Jugendliche und junge Erwachsene an. Die Leiterin des Sozialamtes, Simone Frahling, hatte die Initiative angeregt. „Wir könnten in Metelen noch weitere Begegnungen zur Integration anbieten. Auch für andere Altersgruppen gäbe es Bedarf. Doch es fehlen die Freiwilligen, die sich ehrenamtlich einbringen“, bedauert Petra Weßling. In der Gemeindeverwaltung ist sie die Ansprechpartnerin und Koordinatorin für ehrenamtlich Engagierte.

Zu denen zählen auch Christiane Kemper und Beate Nauschütte. Die beiden Frauen haben sich entschlossen, die Integrationsarbeit im Chilly zu begleiten. An diesem Dienstagabend sind sie das erste Mal dabei – und stecken schon mittendrin in der deutsch-arabischen Kommunikation. Mohammad Alkade zeigt Christiane Kemper eine Handyaufnahme von seiner „Jidd“ und möchte die deutsche Bezeichnung für die Frau auf dem Foto wissen. „Vom Aussehen her könnte es seine Oma sein“, überlegt Kemper. Um sicher zu gehen, schlagen sie und Mohammad im Wörterbuch nach und werden bald fündig. „Oma sagt man auf Deutsch“, freut sich der 22-Jährige über die neu erlernte Vokabel.

Jetzt aber wird erst einmal eine Runde Billard gespielt. „Billard und Kicker sind bei Jugendlichen aller Nationen gleichermaßen beliebt. Da bedarf es keiner Sprachkenntnisse“, sagt die Leiterin des Chilly, Stephanie Dietrich. Inzwischen sind noch einige andere Jugendliche hinzu gekommen. Darunter auch der 15-jährige Avdimeri und der 16-jährige Ahmad. „Dieses Angebot“, berichtet Weßling, „wird schon recht gut angenommen. Zehn Jugendliche sind meistens da.“

Im Hintergrund läuft arabische Musik. Auf dem Tisch stehen Knabbereien und verschiedene Gesellschaftsspiele. Weßling schenkt Kaffee und Tee ein. Es wird geplaudert und viel gelacht. „Das sind interessante Erfahrungen und die Zeit vergeht im Nu“, ziehen Kemper und Nauschütte ihr erstes Fazit.

Weßling hofft, dass sich noch mehr Metelener bei den Integrationsangeboten ehrenamtlich engagieren. Interessierte erhalten Auskunft unter Telefon 0 25 56 / 89 31.

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