Di., 12.01.2016

Amtsgericht Bewährungsstrafe für gewalttätigen 19-Jährigen

Metelen/Rheine - 

Sexuelle Übergriffe gegenüber einer Frau in Essen sowie Gewalttaten gegen diese 24-Jährige und auch gegen einen Zehnjährigen, auf dessen Handy es der Täter abgesehen hatte, brachten einem 19-Jährigen Asylbewerber, der in Metelen wohnt, jetzt eine Jugendstrafe ein. 

Von Monika Koch

Der Prozess gegen einen 19-jährigen Asylbewerber aus Metelen mit Wurzeln in Guinea wurde am Montag im Jugendschöffengericht Rheine fortgesetzt. Angeklagt war er wegen Handyraubes sowie vor allem wegen Freiheitsberaubung und sexueller Gewalttaten an einer 24-jährigen Frau im August 2014 in einer Essener Wohnung. Der Angeklagte bestritt alle ihm vorgeworfenen Taten.

„Aufgrund der glaubwürdigen Zeugenaussagen“ verurteilte das Gericht ihn gestern wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit Körperverletzung und wegen Körperverletzung an einem zehnjährigen Jungen aus Essen zu einem Jahr auf Bewährung. Zu Gunsten des Angeklagten ging das Gericht davon aus, dass er freiwillig von dem Raub des Handys zurückgetreten sei, den Jungen aber auf die Straße gestoßen habe, so dass er Schmerzen erlitt.

Mit dem Urteil ging das Gericht deutlich über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Der Anklagevertreter hatte 100 Sozialstunden und vier Wochen Dauerarrest beantragt. Der Richter begründete das harte Urteil so: „Wenn eine junge Frau über längere Zeit in einem Raum eingeschlossen ist, gegen die Wand gepresst, gewürgt, im Intimbereich angefasst wird und vielleicht noch Schlimmeres zu befürchten hat, dann ist ein Schuldgrad erreicht, der eine Jugendstrafe dringend erforderlich macht.“ Zur Auflage machte das Gericht dem Täter einen Bewährungshelfer und 60 Sozialstunden. Der Verteidiger hatte Freispruch beantragt, weil er die Zeugenaussagen für nicht glaubwürdig hielt.

Mit Blick auf die sexuellen Übergriffe unter Anwendung von Gewalt waren Gericht und Staatsanwaltschaft von der Aussage der 24-jährigen Opfers überzeugt. Sie konnte nach etwa vier Stunden aus der Essener Wohnung zu einem Kiosk in der Nähe fliehen. Dort hätte sie zitternd dem Betreiber gegenüber gestanden und um Hilfe gebeten. Der rief die Polizei.

Auch zu den Angaben des zehnjährigen Zeugen war das Gericht von der klaren Identifizierung des Jungen überzeugt. „Der Junge hat Sie aus einer Vielzahl von Fotos bei der Polizei und hier vor Gericht zweifelsfrei wiedererkannt. Außerdem waren Sie an dem Tag in Essen, wie Sie selbst gesagt haben. Das kann kein Zufall sein“, so der Richter.

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