Sa., 16.01.2016

Lieblingsplätze Farbexplosion mit flottem Strich

Metelen - 

Hanna Smigaj malt am liebsten in ihrem Atelier – oder sommertags im Garten. Die Künstlerin, die verschiedene Schaffensperioden durchlebte, engagiert sich in einer Künstlergruppe, bildet sich an der Uni weiter und hat über all die Jahre ihren ganz persönlichen Stil gefunden.

Von Irmgard Tappe

Schwungvoll zieht Hanni Smigaj den breiten Pinsel über die Leinwand. Eine grün-gelbe Farbexplosion entsteht auf großer Fläche. Selbstkritisch betrachtet sie ihr Werk. Wenn die Metelenerin vor der Staffelei in ihrem Atelier sitzt und arbeitet, ist sie glücklich. „Mein Lieblingsplatz. Bei meiner Arbeit an der Staffelei vergesse ich sogar für eine Weile meine Rückenschmerzen. So gesehen ist Malen für mich gleichzeitig Therapie“, sagt sie. In der kühlen Jahreszeit zieht sich die Metelenerin in ihr Atelier zurück. Doch wenn das Wetter es zulässt, baut sie ihre Staffelei im Garten auf. „Eigentlich“, überlegt sie, „macht mir das Malen in der freien Natur noch mehr Spaß.“

Vor mehr als 40 Jahren entdeckte Smigaj ihre Leidenschaft für die Malerei. „Mein Mann hat mir damals dieses Atelier hier eingerichtet. Aber es war nicht immer mein Lieblingsplatz“, erinnert sie sich und erzählt, dass sie zehn Jahre lang überhaupt nicht gemalt hat. „Das war wie eine Blockade.“ Erst ihre Tochter Claudia habe sie wieder motiviert, sich an der Leinwand zu versuchen. Um Kontakt zur Kunst zu bekommen, habe sie zusätzlich in einer Galerie gearbeitet, wo ich auch meine eigenen Bilder ausstellen konnte, erinnert sie sich.

Dann, nach einer Ausstellung in der Sparkasse Metelen im Jahre 1999, hat Smigaj noch einmal voll durchgestartet. Neun Jahre ist sie einmal wöchentlich zur Uni Osnabrück gefahren, wo sie als „Studentin für Ältere“ die Fächer Kunst und Kunstgeschichte bei Professor Hartmut Girke belegte. Außerdem nimmt sie jedes Jahr an Girkes Sommerakademie im Botanischen Garten in Osnabrück teil. „Dadurch habe ich neue Sichtweisen der Kunst bekommen, was meine Arbeiten beeinflusst hat“, erzählt Smigaj, die den abstrakten Expressionismus für sich entdeckte. Vorbei die Zeit der detaillierten Blumen- und Landschaftsmotive. „Ich habe meinen Stil gefunden, den ich ständig weiterentwickle. In erster Linie geht es mir um die Farbe“, bemerkt die Malerin, der auch die Begegnungen mit anderen Kunstschaffenden wichtig sind. Sie ist Mitglied des Künstlerinnen-Forums Münsterland und Mitinhaberin der Galerie „RheineKunst“. „Leider mussten wir unsere Galerie jetzt schließen, weil einige Beteiligte altersbedingt oder aus familiären Gründen ausgeschieden sind“, bedauert die Metelenerin. Doch als Gemeinschaft, so Smigaj, bleibe die Künstlergruppe bestehen.

Smigaj legt Spachtel, Pinsel und Farben beiseite und erhebt sich von ihrem Lieblingsplatz. „Vielleicht ziehe ich mich heute Nachmittag nochmal hierher zurück“, meint sie lächelnd.

 

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