Fr., 22.01.2016

Grundschule Rüstzeug für das Selbstbewusstsein

Jan Finke  zeigt einer Schülerin in einem Buch, welches Gefühl sie ohne Worte darstellen soll

Jan Finke  zeigt einer Schülerin in einem Buch, welches Gefühl sie ohne Worte darstellen soll Foto: Dorothee Zimmer

Metelen - 

Die Viertklässler der Vitus-Grundschule tauschen in dieser Woche ihre Klassenzimmer mit der Turnhalle. Ein Coach vermittelt ihnen dort – vom Förderverein der Schule finanziert – Tipps und Tricks, um selbstbewusst aufzutreten, gerade auch in der weiterführenden Schule.

Von Dorothee Zimmer

Wenn Jan Finke einen anderen fragt: „Wie geht es dir?“ und derjenige antwortet ihm: „Ach ja, mir geht es ganz normal“, dann legt sich die Stirn des Taji- und Qi Gong-Lehrers in viele Falten. Das ist auch gestern der Fall, als er von solch einer Begebenheit in der Sporthalle den 26 Kindern aus der 4a erzählt. „Ganz normal? Das ist doch kein Gefühl“, meint er und lässt keinen Zweifel daran, dass er mit so einer Antwort nun überhaupt nichts anfangen kann.

Denn menschliche Empfindungen – wovon es unglaublich viele gebe – ließen sich doch schließlich ganz genau erkennen und benennen, sagt der in Berlin wohnende 45-Jährige. Manchmal reiche schon allein ein Blick in das Gesicht des Gegenübers um zu sehen, wie es gerade um ihn stehe. Finke lässt einzelne Schüler unterschiedliche Gefühle anhand von Mimik demonstrieren, während die Mitschüler versuchen, die entsprechende Stimmung zu erraten.

An drei Vormittagen macht Finke in dieser Woche jede der drei vierten Grundschulklassen fit in Sachen Selbstbehauptung. Der Zeitpunkt angesichts des bevorstehenden Schulwechsels ist Finkes Ansicht nach gut gewählt: „Bevor die Kinder nach den Sommerferien in die große weite Welt gehen, erhalten sie hier für ihr Selbstbewusstsein gutes Rüstzeug.“

Die Initiative geht vom Förderverein aus. Bereits zum fünften Mal in Folge ist dessen Wahl auf den Dozenten Finke gefallen. Die Schul-Förderer tragen die Kosten und finden sie gut investiert. „Wir halten den Kurs für sehr sinnvoll“, erklärt Schriftführer Michael Kania. Klassenlehrerin Daniela Baving nickt. Auch sie ist vom positiven Nutzen überzeugt.

Die Kinder sollen laut Finke hier vor allem lernen, sich etwas zuzutrauen, aufmerksam für ihre Umgebung zu sein und auf ihre innere Stimme zu hören. „Es geht nicht darum, irgendwelche Griffe zu lernen, um präpariert zu sein, wenn die Fäuste fliegen“, betont er. Das, was er lehrt, beschreibt er als eine Mischung aus Kampfkunst und Meditation. Die Klasse lernt unter anderem, wie man Körpersprache und Mimik bei anderen „liest“ und wie man sie selbst in verschiedenen Situationen zum eigenen Vorteil anwenden kann.

Finke gibt ihnen als Rat auch mit auf den Weg: „Versucht nicht immer, Probleme allein lösen zu wollen. Wenn ihr in Not seid, holt euch Hilfe von Erwachsenen. Das gilt auch bei Problemen wie beispielsweise Liebeskummer oder Stress mit den Eltern. Das ist der richtige Weg, wenn ihr mal nicht weiterwisst.“

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